Und erneut befand ich mich an Bord eines Schiffes – diesmal wurde die wohlvertraute MS Stubnitz mal wieder geentert. Industrial – der Sound, der am besten zum Stahlkörper des Schiffes passt – gab es live auf die Ohren. Mit Kollaps (Kollaps wie Neubauten) aus Australien ging der Krach los. Ebenso wie der „Sänger” auf der Bühne keine ruhige Minute fand erging es den Ohren des Publikums. Abwechselnd wurden Gitarre oder Metallteile bearbeitet – ein gnadenloser Ohrenschmaus für Freunde des Genres. Aber dies war ja erst die Vorspeise.

Als Hauptgang wurde Brighter Death Now serviert – das Soloprojekt von Roger Karmanik, dem Gründer des Subgenres Death Industrial. Sein Kultlabel Cold Meat Industry trug maßgeblich dazu bei, dass ich mich immer weiter von herkömmlicher Musik abwandte und dem zuwendete, was die meisten Menschen als Musik weder kennen, noch anerkennen. Inzwischen höre ich zwar auch wieder oder vornehmlich gemäßigtere Sachen – Ende der 90er schien es nichts Innovatives mehr im Industrialbereich zu geben –, aber eben nicht nur. Gerade der Auftritt von Brighter Death Now war nicht nur für mich quasi eine Pflichtveranstaltung, die sich dann auch mehr als gelohnt hat. Der Krach der 90er war wieder mehr als präsent und ich wusste wieder ganz genau, warum ich das damals mehr als gut fand. Die Bühnenperformance war zudem äußerst unterhaltsam – z. B. was den Umgang mit dem einen oder anderen aus dem Publikum betrifft, aber vor allem den Abschluss: „Thank You for the Music”!!!

(Anschließend ging es noch mit Retro-Industrial, Retro-Bekannten und Gegenwarts-Gesprächen lange, lange weiter.)

- 2018.10.28, 15:37
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