Sonntag, 21. Oktober 2018


Das Land der Dichter und Denker

Lang, lang ist’s her, dass man diese Phrase halbwegs als zutreffend bezeichnen konnte. Zumindest sind die Begebenheiten, von denen mir das kleine Monster berichtete, nicht gerade Sternstunden, was Bildung betrifft. Neben seinem nun angefangenen Studium ist das kleine Monster nun außer an der Uni auch wieder in seinem vorherigen Gymnasium anzutreffen. Dort betreut es die Schulbibliothek – wie es das auch schon zuvor gemacht hat –, weil es einfach an fachlich geeigneten Mitarbeitern fehlt. Gewöhnungsbedürftig ist es sicher, nun auf Augenhöhe mit den Lehrkörpern zu agieren („Die wollen mich jetzt duzen!”), noch gewöhnungsbedürftiger ist jedoch, was es da so erlebt: Zwei Schüler kommen in die Bibliothek und entdecken Ausgaben von Faust. „Krass, das ist ja das Buch aus ,Fack ju Göhte 2’…”. Oder ein Schüler fragt nach, ob auch das Buch von Goethe erhältlich wäre. Auf die Nachfrage, welches gemeint wäre, ist der Schüler sichtlich irritiert. „Wie? Der hat mehr als ein Buch geschrieben? Krass!” Ja, krass …

Nebenbei bemerkt finde ich ja, dass das kleine Monster auch viel zu wenig gelesen hat, wenn es um Literatur, vornehmlich klassische Literatur geht. Aber ganz sicher kennt es sich damit besser aus, als viele, die sich auf eine deutsche Leitkultur berufen.

- 2018.10.21, 22:13
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2 Responses to Das Land der Dichter und Denker

  1. Die Frage ist allerdings, ob man sich nun ausgerechnet – insbesondere als Schüler – mit klassischer Literatur auskennen muss.

    • C. Araxe sagt:

      Müssen sollte man gar nichts. Aber schade finde ich es schon, wenn die (Allgemein-)Bildung immer weiter abnimmt, also nicht nur klassische Literatur betreffend. Es kommt natürlich auch sehr auf die Vermittlung an, ob man dies als öde oder bereichernd empfindet.

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