Samstag, 13. Februar 2021


Das Leben in Zeiten von Corona, Teil 14

Montag
Der Film am im Programmkino war sehr beeindruckend – die äußerst kreative visuelle Umsetzung kam auf großer Leinwand so richtig gut zur Geltung. Da waren wir uns alle einig. Die anschließenden Gespräche an der Bar im Foyer waren auch sehr interessant.
Dienstag
Gestern war es doch etwas länger geworden, aber der innere Schweinehund wurde besiegt und die obligatorischen 1000 Meter in der Schwimmhalle doch noch halbwegs mühelos bewältigt.
Mittwoch
Nach dem Schwimmen fühlte ich mich doch wieder fitter und sagte spontan zu einem Konzertabend mit einer mir unbekannten, aber vielversprechenden Band zu. Hat sich aber voll gelohnt. Sehr laut und schweißgebadet, war dies ein sehr intensives Erlebnis und ich habe wieder eine neue Lieblingsband.
Donnerstag
Nach dem Konzert war ich doch etwas faul, was Aktivitäten in der heimischen Küche betraf. Um so besser passte es, dass ich zum Essen beim Lieblingsitaliener verabredet war. Der Pizzabäcker am Ofen im Gastraum schmetterte auch wieder seine Arien. Total lecker war es natürlich auch.
Freitag
Die Arbeitswoche ist um, das Wochenende steht vor der Tür, also mal wieder in die Stammkneipe(n) gehen. Gemütlich anfangend gleich um die Ecke mit Wohnzimmeratmosphäre. Man kennt sich und schnackt mit dem einen oder anderen. Dann will man doch noch etwas mehr Action und zieht in die nächste Kneipe, wo man sich auch kennt, es aber immer etwas wilder zugeht.
Samstag
Nach dem Ausschlafen schafft man es noch zum Baumarkt. Die gekauften Materialien müssen aber noch auf ihre Verarbeitung warten, weil noch der Besuch einer Vernissage ansteht. Wie immer ist es da leider sehr voll, so dass man nur mühsam etwas von der Kunst sieht, aber dafür um so leichter ins Gespräch darüber als auch allgemein kommt.
Sonntag
Viel bleibt von dem Tag nicht mehr übrig, aber es reicht, um den baldigen Urlaub zu planen. Unendliche Reiseziele locken und die Entscheidung fällt schwer. Vielleicht schaffe ich es auch noch die aktuelle Ausstellung eines Museums zu besuchen, die mich interessiert – aber das kann ich ja auch noch am nächsten Wochenende machen.

So in etwa hätte eine Woche bei mir vor Corona aussehen können. Zwar meist nicht ganz so vollgepackt, mitunter aber schon. (O.K. – der Freitag bezieht sich mehr auf meinen alten Wohnsitz, aber die Konstellationen sind am neuen Wohnsitz ähnlich. Nach einmaligen Austesten hatte ich zumindest fast den gleichen Eindruck. Nur dass ich niemanden kannte, was aber nicht weiter hinderlich war, um sofort ins Gespräch zu kommen und sich gleich heimisch zu fühlen.)

All das und noch viel mehr vermisse ich zusehends. Klar ist das nicht lebensnotwendig und es gibt viel mehr wirklich existentielle Probleme, die coronabedingt sind. Dennoch fehlt so viel. Und es stellt sich die Frage, ob alles jemals so sein kann wie zuvor.

- 2021.02.13, 20:43
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