Dienstag, 27. April 2021


Das Leben in Zeiten von Corona, Teil 17

Um so komplexer eine Situation ist, um so schwerer scheint es, diese Komplexität zu begreifen und nicht einfache Sichtweisen im Schwarzweißmodus anzunehmen. Zu überblicken, wann Kritik sachlich gerechtfertigt ist oder wann diese keinem detailliertem Faktencheck entspricht. Nur das sehen zu wollen, was man sehen will. Und jeweils jegliche andere Meinung sofort diffamiert wird. Über die ganze verquirlte Scheiße, die zum großen Teil aus der Leerdenkerszene kommt, muss man aus meiner Sicht nicht weiter diskutieren. Problematischer finde ich es, wenn einerseits jegliche Kritik dieser sofort zugerechnet wird und andererseits ganz unbedarft Kritik geäußert wird, die letztendlich die Leerdenker für sich beanspruchen und feiern, weil jegliche Distanzierung fehlt.

- 2021.04.27, 21:07
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3 Responses to Das Leben in Zeiten von Corona, Teil 17

  1. C. Araxe sagt:

    Und ja. Wir sind weit davon entfernt, in einer Diktatur zu leben, wenn es um freie Meinungsäußerungen geht.

  2. Also vor Applaus von der falschen Seite kann man sich ja nur schwer schützen, aber diese #allesdichtmachen-Aktion war schon vom Setup her so verkehrt und daneben, dass da nur sanfte Fremdscham bleibt für die leicht verwirrten und pubertären Entscheidungsprozesse mancher Schauspieler (wissend und berücksichtigend, dass die Nerven und Einkunftsperpektiven blankscheuern).

    • C. Araxe sagt:

      Ich habe mir zwar nicht alle Videos angesehen, aber ein Großteil bedient in seiner „ironischen” „Kritik” (die Anführungszeichen müssen hier einfach sein) 1:1 Leerdenkergeschwurbel. Es geht da überhaupt nicht um eine mehr als gerechtfertigte und vor allem pointierte Kritik an Politik und Presse, sondern um eine pauschale Ablehnung im Ganzen. Und so ganz unbedarft ist das alles wohl auch nicht inszeniert worden, wenn man sich das Konzept, mit dem die Schauspieler angeschrieben wurden, ansieht. Dort ist schon die Rede von „Propaganda, die wir andauernd sehen”. Das sagt eigentlich schon alles. Die beteiligten Schauspieler hätten also durchaus vorher überblicken können, um was es hier geht.
      Ich finde es aber auch nicht tolerierbar, wenn Kritik an dieser Aktion wie auch überhaupt an der Leerdenkerszene (oder auch allgemein jegliche Kritik) undifferenziert erfolgt und vor allem mit Forderungen à la „Halt’s Maul” einher geht. Erst recht nicht, wenn dies (verbal) mit Gewalt verbunden ist. Jeder hat das Recht auf eine eigene Meinung – muss dann aber auch das Recht anderer auf die Äußerung derer Meinung anerkennen. Fakten sind dann noch ein anderes Thema.

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