Donnerstag, 29. Oktober 2020


Das Leben in Zeiten von Corona, Teil 9

Ich bin derzeit nur noch sehr selten unterwegs, wenn es über das Zufußgehen hinaus geht, aber heute habe ich eine kurze Fahrt mit dem Bus unternommen. Früher hätte ich mit Unterwegssein eine Kieztour, eine durchtanzte Partynacht, ein Konzert, nach dessen Ende man noch lange nicht nach Hause geht oder dergleichen verbunden. Heutzutage ist es schlicht die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Das sorgt aber auch für Spannung oder vielmehr Anspannung. Zumindest bei mir, wenn ich da bei der derzeitigen Lage jemanden ohne aufgesetzte Maske sehe.
Da steigt ein junges Mädel vorn beim Busfahrer ein und zieht anschließend sofort die Maske weit unters Kinn. (Sie hatte offensichtlich sehr viel Zeit mit ihrem Gesichtsstyling verbracht und hatte wohl Angst, dass dieses durch die Maske beschädigt wird.) Also starrte ich sie an. Sie wurde zusehends unruhig und wich meinem Blick aus. Als ich dann doch mal Blickkontakt hatte, machte ich eine entsprechende Geste (nur Maske hoch und nicht Hals ab!) und sie schob ihre Maske über den Mund. Da die Nase noch frei blieb, starrte ich sie weiter an. Jetzt wusste sie ja, was ich wollte, aber sie entzog sich dann meinem Blick und ging im Bus ganz nach hinten. Wo sie sicher ihre Maske wieder als Halsdeko benutzte. Leider musste ich aussteigen. Und leider hatte ich keinen Tacker dabei. Besser wäre vielleicht auch ein Nagler, damit das wirklich hält.
Durch das neue RL-Gruselkabinett ist ja doch noch der eine oder andere Besuch eines Baumarkts notwendig. Da kann ich mich diesbezüglich ja mal etwas umschauen, zumal mein vorhandener Tacker recht simpel ist und zu Ladehemmungen neigt.

- 2020.10.29, 21:23
1 Kommentar - Kommentar verfassen



1 Response to Das Leben in Zeiten von Corona, Teil 9

  1. C. Araxe sagt:

    Sicher sind gerade sogenannte Behelfsmasken kein optimaler (100%iger) Schutz (für sich selbst nur minimal, für andere hingegen schon deutlich mehr) – aber immer noch besser als gar nix und eben nicht scheißegal, um dabei zu helfen, diese ganze Coronakacke zu bewältigen. Man muss nur etwas rechnen können, um zu sehen, wann auch unser Gesundheitssystem kollabieren wird.

Kommentar verfassen