Mittwoch, 13. Oktober 2021


Datenklau

Heute hatte ich Post meiner Haftpflichtversicherung im Briefkasten. Ich dachte erst, es würde sich um Werbung oder Änderung der AGBs etc. handeln. Aber es ging darum, dass sie einen Cyperangriff hatten und nun meine Bankdaten (also nur Kontoinhaber und Kontonummer) im Darknet zu finden sind. Ich solle mich doch mit meiner Bank in Verbindung setzen, um weiteres Vorgehen zu besprechen. Als ich den Brief nun nach der Arbeit öffnete, war mir schon klar, das in meiner Filiale keiner mehr erreichbar ist, ich wählte die entsprechende Nummer aber trotzdem und der Anruf wurde angenommen, wenn auch zunächst nur in einer Warteschleife. (Ich glaube, dass es einen immensen Bedarf dabei gibt, erträgliche Warteschleifenmusik anzubieten. Darüber sollten eigentlich mal fast sämtliche Dienstleister nachdenken. Wenn man wirklich aus der Service-Wüste Deutschland herauskommen will, gehört dies definitiv dazu, wenn Warteschleifen schon nicht vermeidbar sind. Ich biete da gern – sogar kostenlos – musikalische Beratung an.)
Der Anruf wurde auf den allgemeinen Service weitergeleitet und nach dieser endlosen grausamen Warteschleifenmusik konnte ich mit einer Servicemitarbeiterin sprechen. Nach der Info, wo ich mit meinem Anruf gelandet war, konnte sie mir nichts zu der Thematik sagen, aber sie würde mal bei einem Kollegen nachfragen. Also wieder diese unsägliche Warteschleifenmusik. Dieser meinte nun, dass ich mich an meine Filiale wenden sollte und mich bei meiner Versicherung melden sollte. „Hm, wieso sollte ich mich bei der Versicherung melden? Diese Aktion erschließt sich mir nicht so wirklich.” „Gute Frage, weiß ich jetzt auch nicht, aber ich frage noch mal nach.”, war die Antwort. Und … ich werde wohl Kosten für die Folgen von akustischer Folter in Rechnung stellen. Jedenfalls sollte ich nachfragen, welche Daten betroffen sind – aber die wusste ich ja schon und hatte sie auch mitgeteilt. Aber ich könnte ja trotzdem nochmals nachfragen … Ich hoffe nur, dass das morgige Gespräch mit der Filiale nicht ähnlich abläuft und es vor allem keine Warteschleifen gibt.
Eigentlich sehe ich bei diesem Leak keine großen Gefahren, ich muss nur meine Kontobewegungen im Auge behalten und wünschenswert wäre es, dass dies meine Bank parallel auch tut. Lastschriften kann ich über einen sehr langen Zeitraum rückwirkend stornieren und wenn etwas auf Rechnung bestellt werden würde, dann kann ich diese nicht anerkennen, was kein Problem bei der Sachlage sein dürfte (Anzeige besteht). Oder gibt es noch etwas, was man mit diesen Daten (Kontoinhaber und Kontonummer) anfangen könnte?

- 2021.10.13, 20:59
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5 Responses to Datenklau

  1. Die Welt muss unter allen Umständen verhindern, dass Sie jemals über Warteschleifenmusik bestimmen dürfen! Es sei denn, man will durch jeden Hörer GrünerStar oder St.MichaelFront gedudelt bekommen. [Gibt es dazu schon eine Petition, die ich unterschreiben kann?]
    Mit der Kontoinhaber und -nummerinfo würde ich Ihnen sofort die gesamte Discography von Bata Illic und Katja Ebstein nach Hause bestellen. Ich spüre, Sie würden sich darüber freuen.

    • C. Araxe sagt:

      Der Tag, an dem Herr Neon im Darknet verloren ging.

      • Kurze Statusmeldung aus den Tiefen des Darknet +++ Stop +++ Habe keine Bankdaten aber verstörende pseudo-erotische Fotos von Ihnen und Frau Sünderin in Ringelstrümpfen und Fellpuschen gefunden +++ Stop +++ Habe 0,5 Bitcoin bezahlt um sie zu erwerben +++ Stop +++ Denke, das sind sie absolut wert +++ Stop +++ Plane Konvertierung der Fotos in NFTs, um damit unverschämt reich zu werden +++ Stop +++ Tauche wahrscheinlich unter und komme nie wieder +++ Stop +++ Ende +++ Stop +++

        • C. Araxe sagt:

          Sie sollten bei Ihrer Steuererklärung einiges beachten:
          „Der Verkauf von hergestellten NFTs („Minting“) dürften bei Einzelpersonen als künstlerische Einkünfte nach § 18 Absatz 1 Nr. 1 Satz 2 Einkommensteuergesetz (EStG) einzuordnen sein.
          Eine künstlerische Tätigkeit liegt in der Regel vor, wenn der Steuerpflichtige eine eigenschöpferische Leistung vollbringt, in der seine individuelle Anschauungsweise und Gestaltungskraft zum Ausdruck kommt und die über eine hinreichende Beherrschung der Technik hinaus eine gewisse Gestaltungshöhe erreicht.”
          … hm, ob Sie „eine gewisse Gestaltungshöhe” erreichen? *g*

          Und wenn es Sie auch nur leicht verschämt reich werden:
          „Sollte mit der künstlerischen Tätigkeit ein Umsatz von mehr als 22.000 Euro jährlich erwirtschaftet wird, fällt zudem noch die Umsatzsteuer an.”

  2. C. Araxe sagt:

    Bei der Bankfiliale lief es übrigens eigentlich ganz einfach. Also zumindest hatte ich es da jeweils mit kompetenten Leuten zu tun, die sofort wussten, was zu tun ist. Leider nur etwas mehr als ich erwartet hatte, denn – sicher ist sicher – es wurde auch gleich mein Onlinebankingzugang gesperrt. Neuer Zugang per Post hätte mindestens drei Tage gedauert (nicht so praktisch, wenn man sein Konto im Blick behalten will) oder man kommt persönlich in einer Filiale vorbei. Die Filiale in der Nähe vom Büro wurde vor einiger Zeit geschlossen und an meinem „neuen” Wohnort in der Walachei gibt es schon lange keine mehr. Nun ja, dafür ging es dann aber bei der von mir aufgesuchten Filiale ganz fix und unkompliziert. Zudem auch noch sehr freundlich.

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