Donnerstag, 12. Januar 2012


Die lieben Kollegen, Teil 11

Auf dem morgendlichen Arbeitsweg begegnete mir ein kollegiales strahlendes Lächeln. Des Morgens neige ich eher etwas zu einer gewissen Morgenmuffeligkeit – von mir selbst ausgehend fragte ich daher etwas verwundert nach dem Grund für dieses Verhalten. „Ich wollte dir nur ein Lächeln schenken”, lautete die Antwort. Höflich bedankte ich mich dafür, begnügte mich aber nicht damit und fragte nach, ob es auch Schokolade zu verschenken gäbe. Die vielleicht etwas dreiste Nachfrage wurde aber weder als unhöflich empfunden, noch als rhetorisch abgetan, sondern mit aller Selbstverständlichkeit bejaht und zum Beweis der Ernsthaftigkeit dieser Antwort wurde eine 300 g-Tafel aus der Tasche hervorgeholt.

Es ist indes nicht so, dass nur immer die Kollegen etwas für mich tun. Auch ich bemühe mich stets hilfsbereit zu sein. Dass diese Hilfe manchmal nicht angenommen wird, ist ja nun nicht meine Schuld. So verzichtete beispielsweise meine Chefin auf eine von mir durchgeführte Wurzelbehandlung. Bei ihrem Zahnarzt sollte der Spaß 500 € kosten – bei mir wäre es höchstens die Hälfte gewesen. Schon seltsam, dass sie nicht auf mein Angebot nicht eingegangen ist.

Manchmal werde ich allerdings auch um Sachen gebeten, die … nun, ja – urteilen Sie selbst: „Dieses Foto hätten wir gern, aber mit folgenden Farbänderungen: den Anzug dunkelblau mit leicht lila Streifen und den Kragen orange. ”

- 2012.01.12, 14:59
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2 Responses to Die lieben Kollegen, Teil 11

  1. Komplementär macht’s dem Designer schwer.

    Dass Ihre KollegenInnen zur Begrüßung gleich lächeln und stets eine Riesenschokotafel in petto haben ist nicht als Höflichkeit zu interpretieren sondern als Angst vor Misshandlung und Nötigung Ihrerseits. Ich könnte Ihnen ein wahres, brutalstmöglichstes Stimmungs- und Fremdbild im Rahmen einer anonymisierten KollegenInnenfragebogenerhebung anbieten, wenn Sie das Ergebnis ertragen können ohne Amok zu laufen.

  2. C. Araxe sagt:

    Falls dem wirklich so sein sollte, kann ich nur sagen: selbst schuld! Das liegt allein an dem ganzen Getratsche. Erzählt man mal einem Kollegen, dass man ein Exemplar Daumenschrauben besitzt, wird man vom nächsten Kollegen auf seine Daumenschraubensammlung angesprochen.

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