Donnerstag, 12. November 2020


Die lieben Kollegen, Teil 86

Bei uns in der Firma konnte man sich gegen Grippe impfen lassen und einen Kollegen hat dies nachfolgend ziemlich mitgenommen. Da er mir schon lange zuvor seine sterblichen Überreste für kreative Zwecke zur Verfügung stellen wollte, hakte ich da heute noch mal aus aktuellem Anlass nach, in welche Richtung dies so erfolgen sollte. Ich vermutete, dass das irgendetwas mit Glitter sein sollte, womit ich richtig lag. Entscheidend war nun zunächst einmal, wie die Verarbeitung erfolgen sollte, wobei ich grob die beiden Richtungen Mumifizierung oder Entbeinen anstrebte. Meine Chefin schaltete sich auch in die Diskussion ein und schlug eine Diamantherstellung vor. Meine Argumentation dagegen, dass es dabei relativ wenig Gestaltungsmöglichkeiten an sich gibt (man kann sich eigentlich nur bei den Schliffarten austoben) und ansonsten ein eher kleines Objekt entsteht, was traditionell wahrscheinlich ein Schmuckstück wäre, wurde beherzigt und es wurde sich für die Knochenverarbeitung entschieden. Das wären dann ca. 206 Teile, aus denen man was machen kann. Natürlich ist der Schädel hierbei am spannendsten. Damien Hirst hatte da ja schon mal diesbezüglich was schönes gebastelt – das geht also (mal abgesehen von den Kosten der eingesetzten Materialien) nicht. Schädel als Diskokugel oder mit Minidiskokugeln in den Augenhöhlen gibt es auch schon. Gleichfalls mit Pailletten oder sonstigen Glitzersachen besetzt. Das wird echt schwierig… Falls also jemand Ideen hat – immer her damit! Am Wochenende wollte ich mal in Ruhe ein paar Entwürfe machen. Vielleicht geht es dem Kollegen dann auch schon wieder besser, aber für alle Fälle etwas in petto zu haben, ist sicher nicht verkehrt.

- 2020.11.12, 20:19
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15 Responses to Die lieben Kollegen, Teil 86

  1. Zucker sagt:

    Ich könnte mir gut ein kleines Nachtschränkchen aus Knochen mit dem darauf thronenden installierten Schädel als Nachtlampe vorstellen. Schöne Träume! Achso, so einen Brustkorb könnte man vielleicht auch gut zur Obstschale umarbeiten. ;-))

  2. C. Araxe sagt:

    Glitter!? Ja, kann man sicher dabei anbringen. Die Obstschale ist aber sicher nicht so ganz im Sinne des Kollegen, weil Obst … nun ja, hat nicht so die Priorität.

    • C. Araxe sagt:

      Also, ich muss noch dazu sagen, dass mein Kollege eine ziemliche Rampensau sein kann. Der steht neben seinem Berufsleben auch gern auf der Bühne mit eben viel Glitter und rockt da los. Ebenso hat er eine begnadet gute Stimme, die er bei Hörspielen einsetzt. (Wir hatten auch mal einen Deal, dass ich ihn jederzeit anrufen kann, wenn ich nicht einschlafen kann, dass er mir was vorliest. Nicht dass das einschläfernd wäre, aber es hört sich einfach gut an. So eine Stimmlage, die einfach beruhigend wirkt.)

      • Zucker sagt:

        Na dann schlage ich eine Brustkorb-Hängelampe im Discokugelstyle vor – mit vielen kleinen Spiegeln und Glitter. Oder ein Brustkorb-Glitter-Xylophon mit kleinen süßen Knöchelchen-Schlegeln.

        • C. Araxe sagt:

          Das Xylophon hört sich gut an. Also die Idee dazu. Das Xylophon selbst aber bestimmt auch.

        • Ich habe gerade entschieden, dass Frau Zucker gemeinsam mit Ihnen über Muroroa abgeworfen wird. Das wird Deutschland sehr viel sicherer machen.

          • Zucker sagt:

            Oh, ich glaube, da gäbe es dringendere Kandidaten als uns. Wir upcyceln ja nur, was schon tot ist. Und wie sieht es eigentlich mit unserem Einverständnis aus?

          • Seit wann ist es en vogue, dass kaltherzige Delinquent*Innen ihr Einverständnis zu einer plausiblen, gebotenen, vollkommen verdienten und gesellschaftlich zwingend erforderlichen Strafmaßnahme geben? Frau Araxe hat alleine mit ihrem brutalen Musikgeschmack in Verbindung mit hier geposteten schmerzhaftesten Musikvideos so viel Schlaganfälle und Hörstürze bei nichts ahnenden Anklicker*Innen ausgelöst, dass eine Verbannung bei weitem nicht ausreicht, um das erlittene Leid je wieder gutzumachen.

            Außerdem upcycelt man keine Toten. Aus Gründen!

          • C. Araxe sagt:

            „Außerdem upcycelt man keine Toten. Aus Gründen!”
            So so, was wären das denn für Gründe? Schließlich gibt es eine lange Tradition gerade bei der Weiterverarbeitung und Nutzung von menschlichen Knochen.

  3. Zucker sagt:

    @C.Araxe: Wahrscheinlich hat er Angst, daß wir Gehirne und Herzen zu Ragout verarbeiten, an Familie und Kollegen verteilen und damit Viren verbreiten. 😉

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