Dienstag, 6. Mai 2008


Härtetest

Es ist sicher nicht sehr förderlich für die noch recht angeschlagene Physis, wenn man noch recht wacklig auf den Beinen ist, ein Konzert zu besuchen. Unbestuhlt, versteht sich. Und ich habe es überlebt. Es ist deweiteren bestimmt auch nicht gut, wenn man sich bei eben diesem Konzert direkt vor die Lautsprecher stellt. Vor allem, wenn man weiß, dass es sich um eine Band handelt, die zwar auch die leisen Töne, vor allen Dingen aber die sehr lauten Töne sehr gut beherrscht. Gespannt harrte ich, welches Trommelfell zuerst zerstört werden würde. Eines von den malträtierten Trommeln auf der Bühne oder eines im eigenen Ohr. Und ich habe es überlebt. Und dann, dann war das ja nicht irgendein Konzert, sondern von XIU XIU. Und da steht das Erleben im Vordergrund. Immer und immer wieder das Erstaunen, mit welch einer Präzision diese kakophonisch anmutende Sammlung von Tönen zueinander gefügt werden. Die Lieder höchstens ansatzweise wie auf den Alben klingen, man sie aber trotzdem sofort wieder erkennt. Wie Jamie Stewart alles gibt, sein Innerstes nach außen kehrt, so dass man nicht zu sagen vermag, ob sich Tränen mit dem Schweiß vermischen. Ein sehr intensives Konzert. Und ich habe es erlebt.

- 2008.05.06, 19:07
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33 Responses to Härtetest

  1. schlepp sagt:

    Es wird sich gelohnt haben. Musik ist die Medizin. Der Heilungsprozess wird nun deutlich schneller vonstatten gehen.

  2. C. Araxe sagt:

    Ja, es hat sich gelohnt. Nur das mit der Medizin ist bei der Musik von Xiu Xiu nicht so treffend. Das ist permanentes Leiden, das sind emotionale Ausbrüche – ganz ohne
    kathartische Wirkung.

    Mir geht es aber trotzdem schon wieder besser. Vor allem seit gestern, als ich feststellte, dass ich nächste Woche ja schon wieder Urlaub habe.

  3. C. Araxe sagt:

    Gut, dass Sie nicht weiter schreiben. Es reicht ja, wenn Sie in Ihrem Blog über sich berichten. :·P

  4. Da haben Sie ja ordentlich was auf die Ohren bekommen!

  5. Wenn Frau Caliente über Lotterleben schreibt, ist das so, als wenn de Sade sich zu Blümchensex äußert. *g

  6. C. Araxe sagt:

    Ach, ja. Wollten Sie jetzt eigentlich mit dem Flaschendrehen weitermachen?

  7. Nur, wenn mir meine Zunge nicht abgebissen wird. Man muss Prioritäten setzen.

  8. Laut Ihrer Erklärung bleibt der Mund sowieso feste geschlossen 😉

  9. C. Araxe sagt:

    @Herr Neon
    Na, gut.

    @Frau Caliente
    Und wo wäre da das Problem?
    (Man könnte ja von der Seite her ein Loch in die Wange schneiden …)

  10. @Frau Araxe – sehe ich da etwa gekreuzte Finger hinter’m Rücken?

    @Frau Caliente – das habe ich nur gesagt, damit ich nicht gleich wieder die Vorhänge zuziehen muss. Ich will ja schließlich sehen, wie Sie dahinschmelzen.

  11. Die Vorhänge waren für Araxe, die zerfällt bei Licht zu Staub…

    „Sehen“? Sind Sie einer von denen, die die Augen beim Küssen nicht schließen? *guckt enttäuscht*

  12. Dann behalt ich lieber den Vorhang in einer Hand, falls sie mir doch die Zunge abbeisst.

    Stimmt nicht! In den ersten 7 Minuten des Kusses geschlossen, danach vielleicht leichtes Blinzeln.

  13. C. Araxe sagt:

    Nehm’Se für die 7 Minuten eine Stoppuhr? *g*

  14. Wenn Sie sie halten wollen, gerne. Ich brauche meine 2 Hände für Anderes (Vorhang + Notrufhandy)!

  15. C. Araxe sagt:

    Och, nee. Das Halten einer Stoppuhr ist mir zu langweilig.

  16. Ich verstehe Sie nicht und fühle mich selbst unverstanden.

  17. C. Araxe sagt:

    Was erlauben Sie sich!
    (Nur Skorpione dürfen sich unverstanden fühlen.)

  18. Die Frage ist nicht, was ich mir erlaube, sondern was Sie mir erlauben.

  19. Sie haben Hausrecht. Hier. Nur hier. Manchmal.

  20. Sie können ja zärtlich drauf rumknabbern.

  21. @Frau Caliente – Eben! Sie waren doch bestimmt nie in einer Selbsthilfegruppe für unverstandene Skorpione über 1,90m. Höchstens in einer Bauchtanzgruppe bis 1,50m, die bei einer Runde Sauermolke-Trinkjoghurt Strategien austauscht, wie man verlorene Handtaschen wiederfindet. *g

  22. Ach wenns doch nur die Handtasche und nicht das gesamte Gepäck gewesen wäre…

    Bauchtanzgruppe, ah daher
    (letzter Absatz)

  23. Womit habe ich das verdient? Die eine knabbert lieber an Stoppuhren und die andere ist noch grün hinter den Ohren. Ich fass‘ es nicht.

  24. Jetzt fragt sich nur wer wer ist. *g*

  25. Das Tragische ist doch: Für’s Ergebnis ist das irrelevant. *g

  26. Nicht weinen, dann bekommen Sie auch Ihre Stoppuhr 😉

  27. C. Araxe sagt:

    Bah! Die Stoppuhr will ich weder zum Halten, noch zum Knappern. Ich mag überhaupt keine Stoppuhren.

  28. Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul!

  29. C. Araxe sagt:

    Sie müssen den Sprichwortgenerator noch mal aktivieren. Dies passt nicht so gut.

  30. Das richtige Sprichwort wäre natürlich gewesen: „Einen Mann mit abgebissener Zunge fragt man nicht noch nach der Uhrzeit“.

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