Montag, 24. September 2012


Kopfsache

An und für sich befürworte ich eine gewisse Kopflosigkeit. Sei es nun, dass es sich um eine anarchistische Herangehensweise handelt, was Hierarchien betrifft oder wenn es darum geht, gegen die Allmacht von Gedanken anzugehen. Da wie dort gilt es, die Begrenztheit zu durchbrechen. Manchmal kann dies allerdings auch von Nachteil sein. Vor allem, wenn man dadurch nicht nur seinen Kopf verloren hat, sondern auch noch andere Dinge. Mag es sich dabei zwar nicht um Verluste handeln, die existenziell wirklich wichtig sind, so macht man sich nun doch einen Kopf. Aber den muss man sich ja nicht selbst machen. Um individuellen Ansprüchen gerecht zu werden, empfiehlt sich ein Flohmarktbesuch oder am besten gleich die Aufsuchung eines kreativ Schaffenden. Das nun im Gruselkabinett vorrätige Exemplar passt ganz gut zu mir, wie ich finde. Aufgrund der Dimensionen ist zweifelsohne eine nicht gerade geringe Dickschädeligkeit vorhanden. Und Biss hat das Teil auch. Notfalls werde ich nun bei Bedarf darauf zurückgreifen.

- 2012.09.24, 18:58
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25 Responses to Kopfsache

  1. Monsterkeks sagt:

    Wie groß ist der Dickkopf denn? Von Schrumpfkopf kann ja nicht die Rede sein.

  2. C. Araxe sagt:

    Bei einem ursprünglichen Kopfdurchmesser von ein, zwei Metern könnte es sich durchaus um einen Schrumpfkopf handeln. *g*
    (Ich schätze mal so 25 – 30 cm Durchmesser.)

  3. Monsterkeks sagt:

    Ui! Wo steht das gute Stück denn? Und was mich noch interessiert: ist unter der Maske ein echter Mensch einbalsamiert? Ich sehe da Zähne rausblitzen.

  4. C. Araxe sagt:

    Eigentlich wollte ich ihn in den Vitrinenunterbau von dem kleinen Tisch (ich glaube, den kennen Sie gar nicht, oder?) im Wohnzimmer stellen, aber dazu hat er einen zu dicken Kopf. Nun steht er erst einaml auf der Kiste zwischen den Fenstern.

    Zu dem, was darunter ist: der Untermieter ist im Urlaub!

  5. Na endlich. Das wurd jetzt aber auch echt mal Zeit mit dem Umzug des Untermieters nach Là-Bas.
    Urlaub, hehe. Wird wohl ne längere Abwesenheit. Ja nee is klar, bleibt unter uns.

  6. C. Araxe sagt:

    Mal abgesehen davon, dass ich nichts mehr zugebe; auf was würde denn die Definition „entspannt abhängen in netter Umgebung” Ihrer Meinung nach am ehesten zutreffen?

  7. Vielleicht hängt er auch kopfüber im SM-Studio und lässt sich die Fußsohlen kitzeln. (Anwälte haben meist seltsame Neigungen)

  8. C. Araxe sagt:

    Dann wohl eher ohne Kopf, denn der Kopf hängt doch in der Vorratskammer laut Herrn Pathologen:

  9. Man kann sicher so weit gehen, zu sagen, dass es von Anfang an eine sehr kopflose Entscheidung war, sich als Untermieter in das Gruselkabinett einzuquartieren.

    Uns duldsamen, leidgeprüften Followern dieses martialischen Blogs war die Kausalität des vorzeitigen anwaltlichen Ablebens schon früh völlig transparent. Möge er denn in Frieden lufttrocknen.

  10. C. Araxe sagt:

    Hm … diese Vorhersehbarkeit gefällt mir gar nicht. Darüber muss ich mir dringend mal Gedanken machen.

  11. Monsterkeks sagt:

    Keine Chance! Alles was Sie sich einfallen lassen könnten würde unweigerlich auf Mord und Totschlag hinauslaufen.

  12. C. Araxe sagt:

    „Mord und Totschlag” – was für unschöne Worte. Könnte man es nicht so ausdrücken, dass es sich um eine kreative Transformation in einen anderen Daseinszustand handelt?

  13. pathologe sagt:

    Sie meinen bestimmt „terminus technicus“, also technisch betrachtet eine Terminierung.

  14. …mit Frau Araxe als Terminator. Hm, stimmt, sie hat ja auch schon in Terminator 3 mitgespielt.

  15. C. Araxe sagt:

    Was ist nur los, dass ich heute(?) so technoid wahrgenommen werde. Erst meint der Personalchef zu mir, dass ich ein digitaler Mensch wäre, dann geht das hier im VL-Gruselkabinett so weiter … wer weiß, was da nachher im RL-Gruselkabinett noch so behauptet wird. Wie wärʼs denn mal mit etwas Poesie und/oder schwarzer Romantik?

  16. pathologe sagt:

    In Frau Araxes Kammer baumelt
    des Untermieters Kopf herum.
    Am Anfang war er nur getaumelt
    als Folge des Narkotikum.

    Doch nun, zerteilt, die Truhe wartet
    mit Neons Stückchen schon darin,
    bald ist der Torso ganz entbartet
    und fröstelt leise vor sich hin.

    Poesie dieser Art, Frau Araxe?

  17. Der Körper futsch, der Kopf befreit,
    vorbei ist aller Widerstreit,
    Araxe hat ihn transformiert,
    dabei kein bisschen transpiriert.

    Sein Schädel baumelt ruhig am Haken,
    Araxe liegt auf rotem Laken,
    romantische Gefühle drängen,
    dem Anwalt bleibt nur rumzuhängen.

    So enden Wünsche unbefriedigt,
    das Kabinett verharrt entsündigt,
    die Reihenfolge voll der Stresser,
    erst Spaß, dann Kopf ab, wäre besser.

  18. C. Araxe sagt:

    Blutigsten Dank beidseits für Ihre Mühe. Mit Poesie war allerdings nicht der veraltete Ausdruck für dichterische Ergüsse gemeint, sondern eher das, was über die Ausdruckmöglichkeit mittels von Worten hinaus geht oder allenfalls zwischen den Zeilen gelesen werden kann.

  19. Jetzt werden’Se mal nicht quengelig, Sie Hobbyterminator. Wir reimen uns hier’n Wolf, holen alles an Ergüssen raus, was sich so poesiemäßig angestaut hat, und jetzt wollen’Ses auch noch zwischen den Zeilen. Schluss jetzt mit der Jammerei!

  20. C. Araxe sagt:

    Phhh … ich jammer doch gar nicht. Aber ich habe auch nie behauptet, dass ich anspruchslos wäre.

  21. C. Araxe sagt:

    Als Neidkopf ist das Teil also nicht zu gebrauchen.

  22. joss sagt:

    Vielleicht wurden die aber damals auch schon öfters geklaut und lenkten also den Neid des nächtlichen Besuchers von weiterem Hab und Gut auf sich selbst. Mich kann ja mit Geld und Luxusgütern nicht locken, aber so einen Neidkopf den hätte ich nur zu gern auf meinem Schreibtisch mich in den neidischen Blicken der Kollegen sonnend. Würd zudem gut zum Portrait des Hagen von Tronje passen. Ach, wenn ich doch nur so einen Neidkopf hätte, der würd mein Glücksstern sein. Ich werd immer neidischer und neidischer!

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