Dienstag, 28. April 2020


Kurz und heftig

So kann man den Verlauf der Gehirnentzündung bei mir bezeichnen. Ohne Vorzeichen landete ich unansprechbar sofort auf der Intensivstation und bin heute zur Nachuntersuchung zum Krankenhaus schon wieder einige Kilometer zu Fuß gelaufen. Ich fühle mich zwar insgesamt noch recht schwach und bin leicht erschöpft, aber das ging doch recht gut und alles andere sieht ebenfalls gut aus.
Wegen dem Termin hatte ich gestern extra noch mal den Arzt angerufen, um sicher zu gehen, dass dieser Termin fix ist, da ich ihn in keinerlei schriftlicher Form erhalten hatte. Das reichte offenbar nicht, denn er war nicht eingetragen und ich musste über eine Stunde warten. Aber ich habe ja inzwischen mehr Erfahrung mit reizarmen Umgebungen…
Die Fachkraft vom EEG (dieser Kabelhelm) habe ich glücklich gemacht, denn ich habe extra kein Haarspray oder Gel verwendet. Dies erschwert nämlich die Untersuchung, was ich aber auch nur durch Eigenrecherche herausgefunden habe – gesagt hatte mir das zuvor keiner. Ihre Freude wurde dann aber doch noch getrübt, weil ich so viele Haare habe. Da würde ich ihr allerdings nicht entgegenkommen.
Den Arzt habe ich hingegen ziemlich enttäuscht. Aber eigentlich sollte er von sich selbst in mehrfacher Hinsicht enttäuscht sein. Wenn er und seine Kollegen gleich Vorfreude empfunden haben, bei mir ein abgefahrenes [sic!] Virus zu finden und nix herausbekommen, ist das sicher nicht meine Schuld. Und dann wollte er mir tatsächlich zur Verabschiedung die Hand geben! Also mit vollstem Willen, nicht einfach aus Versehen. (Einmal „Nein” reichte nicht.) Ich fand ihn zwar auch recht sympathisch, aber das war mir dann etwas zu viel Nähe. Außerdem war der viel zu jung.
Jedenfalls gibt es nur noch minimalste Abweichungen beim EEG und bald dürfte gar nix mehr auffällig sein.

- 2020.04.28, 15:20
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9 Responses to Kurz und heftig

  1. Die Sünderin sagt:

    Na dann ist ja wieder alles gut!
    Und in 15 Jahren hole ich Sie wieder zu Ostern aus dem Krankenhaus!

  2. Die Sündern sagt:

    Sie haben ja 15 Jahre Zeit dazu.

  3. wvs sagt:

    Irgendwie schade, sie wären ausgestopft bestimmt DAS highlight im Gruselkabinett gewesen – Nein, sowas schreibt man einfach nicht …. und lebend sind Sie ja bedeutend interessanter & schlagfertiger. Gut so!

    • C. Araxe sagt:

      So etwas können Sie hier durchaus schreiben. An und für sich würde ich das auch gar nicht schlecht finden, aber ich würde es sehr ärgerlich finden, wenn ich das Ergebnis nicht sehen kann.

      • wvs sagt:

        Da sehen Sie mal warum es mich ärgert zu sterben:
        Alles, was dann passiert, kann ich dann nicht mehr erleben und/oder kommentieren. Dabei wüßte ich doch so gern was in 30, 40 oder 100 Jahren auf dem Planeten so los ist ….

  4. Tilak sagt:

    Mann, was machst du für Sachen! Hoffe, es ist wirklich alles wieder gut! Ganz liebe Grüße aus Wien!

  5. C. Araxe sagt:

    „Das Klinikum kämpft seit Wochen mit einem Corona-Ausbruch. Drei Patienten, darunter eine Frau Jahrgang 1970, sind gestorben, ein weiterer ist erkrankt. Alle waren Patienten des Krankenhauses und haben sich womöglich erst dort mit dem Virus infiziert.”

    Bei dem Verhalten des Arztes wundert mich das nicht. Immerhin habe ich nach über zwei Wochen bisher keine Symptome.

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