Sonntag, 31. Juli 2016


Meeresrausch unter dem Dannebrog

Die ersten Tage meinten wir uns wahlweise in der Sahara (Sand, Sand, Sand … und sehr heiß) oder an der Ostsee (Wellen? Was für Wellen?) zu befinden. Trotz aller gegenteiliger Wetterprognosen vorab hatten wir fast nur sonnige Tage erwischt und wenn es regnete, dann nachts oder am frühen Morgen. Die anfängliche Hitze zog sich jedoch zurück, so dass man nicht nur hechelnd am Strand lag. Mit der Abkühlung kam auch der Wind, der die allerschönsten Wellen zauberte, die einen auf zauberhafte Weise immer wieder ins Wasser zogen, welches wiederum wider Erwarten gar nicht so kalt war. Der Weg zum Meer war indes nicht weniger bezaubernd. Sich durch Wiesen schlängelnde Wege, bei denen man von vielen Schmetterlingen umgaukelt wurde (aber leider auch von Bremsen). Über Dünen, von denen man die Landschaft sehr weit überblicken konnte. Schmale Pfade, die durch rauschendes Schilf führten. Und dann endloser Sand, dessen Feinkörnigkeit nur durch Muschelschalenfelder unterbrochen wird, durch die man leise klirrend den salzigen Wogen entgegenstrebte. Dort braust vor einem das Meer bis zur Ewigkeit und der Himmel dehnt sich über einen bis zur Unendlichkeit. Den Strand hatte man fast für sich allein – ab und zu tauchte dort mal ein Mensch auf oder da lag eine tote Robbe herum. Im Inselinnern wurde es noch menschenleerer – bei Wanderungen durch Heidelandschaften, Wiesen und Wäldchen mit versteckten Teichen begegnete man sehr selten jemanden. Und so konnte man in aller Ruhe diesen Urlaub auf Rømø genießen. Sehr überraschend kam der Abreisetag – schnell wie der feine Sand durch die Hand rieselt war diese schöne Zeit vergangen. Die Rückreise mit der Fähre über Sylt dehnte den Abschied etwas aus und wenn ich genau hinschmecke, ist da immer noch Salzgeschmack auf meinen Lippen.

Hier rauscht es weiter.

- 2016.07.31, 14:23
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5 Responses to Meeresrausch unter dem Dannebrog

  1. „…und wenn ich genau hinschmecke, ist da immer noch Salzgeschmack auf meinen Lippen.“

    Das dürfte wohl eher am heimlichen Salzstangenkonsum vom Schlendrian liegen 😉

  2. pathologe sagt:

    Bild #4: Da hat doch nicht etwa einer Ihrer Fans seinen Kopf verloren?

    Bild #9:
    Ist das links der Schlendrian mit ausgeprägter „Du-hast-ja-Recht-mein-Schatz“-Beule am Kopf? Oder nur ein langer Lulatsch?

  3. C. Araxe sagt:

    Der Kopf ist noch dran. Das habe ich allerdings auch erst zwei Tage später festgestellt, als dieser schon weitgehend skelettiert war. Aber bevor Sie mir etwas anderes unterstellen – eine Guillotine, ein Beil oder was auch immer – also jedenfalls alles, was zum Köpfen dient –, sind für mich ausschließlich Mittel, die der menschlichen Spezies vorbehalten sein sollten. Und dies auch nur rein theoretisch (wenn man beispielsweise gerade mal wieder an der Menschheit zweifelt). Ein beiderseits gewünschter Tod sieht meinerseits zudem auch anders aus.

    Tja, und der Schlendrian benötigt keine Beulen, um meine Rechtschaffenheit zu erkennen. Nichtsdestotrotz ist es auch vollkommen O.K., wenn er Recht hat. Aber ein langer Lulatsch ist er auf jeden Fall.

  4. Treibgut sagt:

    Rømø Sehr poetischer Text. Kann ich mir aber auch vorstellen, es dort eine Weile auszuhalten.

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