Sonntag, 12. Februar 2012


Vegetieren am Rande des Kollaps

Seit Wochen kein Tag ohne Anspannung. Keine Minute ohne Sorgen, die zentnerschwer im Nacken sitzen – als Handgepäck gehen die jedenfalls nicht mehr durch. Gab es anfangs noch leise Hoffnungen, so wurden diese sehr schnell durch neue Tiefschläge überbrüllt. Keine Ahnung, wie lange man so einen Zustand aushalten kann. Und ich will es auch lieber nicht wissen.
„Alles wird gut.” – dieser Slogan erscheint mir mitunter zynisch und dennoch trägt ihn ein Ort, bei dem ich inzwischen froh wäre, wenn es dort ein Ankommen geben würde. Der vage Weg dorthin ist gepflastert mit beunruhigender Unsicherheit, quälenden Sorgen und abertausenden Dingen, um die man sich kümmern muss. Keine schöne Zeit und auch keine Zeit für schöne Sachen. Keine Zeit für gar nichts mehr.

- 2012.02.12, 12:15
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6 Responses to Vegetieren am Rande des Kollaps

  1. Eugene Faust sagt:

    Mein aufrichtiges Mitgefühl, liebe Frau Araxe. Da ich davon ausgehe, dass Sie normalerweise so schnell nichts umhaut, nehme ich fast unerträgliche Umstände an. Möge der Weg bald leichter werden.

  2. momoseven sagt:

    Ich schließe mich Frau Faust in allem an.
    Ich wünsche Ihnen viel Kraft!

  3. C. Araxe sagt:

    Vielen Dank für die Wünsche. In der Tat haut mich so schnell nichts um, aber die derzeitige Situation ist so kräftezerrend, dass auch ich meine Grenzen an Belastbarkeit doch recht deutlich spüre. All das wird sich in nächster Zeit leider nicht ändern und gut oder gar besser wird es letzten Endes auch nicht werden. Irgendwann wird aber mal der Punkt kommen, an dem ich alles getan habe, was ich konnte, womit allerdings kein Ende der Sorgen in Sicht kommen wird.

  4. Es ist schwer, etwas Sinnvolles zu sagen. Das kann erträglich nur Hilde Domin:

    „Die schwersten Wege
    werden alleine gegangen,
    die Enttäuschung, der Verlust,
    das Opfer,
    sind einsam.

    Man hört nur den eigenen Schritt
    und den Schritt den der Fuß
    noch nicht gegangen ist aber gehen wird.
    Stehenbleiben und sich Umdrehn
    hilft nicht. Es muss
    gegangen sein.“

    aus Hilde Domin: Die schwersten Wege

    Kommen Sie gut an.

  5. C. Araxe sagt:

    Glücklicherweise bekomme ich recht viel Unterstützung, teilweise aus vollkommen unerwarteter Richtung, aber das Meiste kann ich nur allein machen bzw. betrifft es nur mich allein.

  6. Der Mensch ist ein einfaches Wesen In dem Theaterstück „Der Revisor“ heißt es: „Der Mensch ist ein einfaches Wesen. Entweder er stirbt oder er überlebt.“
    Aber im Ernst: Man kann erstaunlich viel ertragen. Das wundert einen dann hinterher sehr. Und man freut sich, dass man eigentlich während der schweren Zeit ein wenig betäubt war von den Sorgen. So wie man bei einer Nebenhühlenentzündung vor lauter Tran die Schmerzen nicht so spürt. Das hat die Natur so eingerichtet.
    In diesem Sinne: Ohren steif halten!
    Muna

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