Mittwoch, 30. Mai 2007


Wo es kalt und dunkel ist

Meist ist ein Fenster geöffnet, frische Kühle breitet sich aus und keine Lampe findet Verwendung. Auch an grauen Tagen, die es hier zur Genüge gibt, fällt für mich ausreichend Licht durch die großen Fenster, die mitten in der Stadt einen Blick in eine grüne Wildnis erlauben. Manchmal sieht man dort auch einen Falken, dessen Anwesenheit die anderen Vögel laut warnend verkünden. Wenn dann doch die Sonne zu sehr scheint, versetzt eine Jalousie das Zimmer in einen Dämmerzustand.
Ganz anders sieht es bei einer Kollegin aus. Neonröhren sorgen für gnadenlose Helle und die Heizung für nicht minder gnadenlose stickig-warme Luft. Trotzdem ist ihr meist kalt und selten sieht man sie ohne Strickjacke. So auch heute. Mit einem Blick auf meine kurzärmelige Bekleidung meinte sie, dass es heute doch recht frisch sei. „Nö”, meinte ich nur. „Ach”, seufzte sie, „mit dir kann man aber auch gar nicht über das Wetter reden und aus deinem Zimmer weht es auch schon wieder so kalt herüber.”

- 2007.05.30, 9:51
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76 Responses to Wo es kalt und dunkel ist

  1. NibblesChris sagt:

    Der letzte Teil-Satz gefällt mir besonders
    und aus deinem Zimmer weht es auch schon wieder so kalt herüber
    da muss ich an Emily & Co. denken 🙂

  2. Niwi sagt:

    Das erinnert mich an unseren Brunnenkeller.
    Wenn es draussen schweineheiß ist, dann mache ich die Tür vom Brunnenkeller auf. Da ist es immer schön kühl.

    Heute früh wars total kalt draussen und im Brunnenkeller bacherlwarm…….

  3. Frau Araxe arbeitet an ihrem Image :-p

  4. tilak sagt:

    @araxe bei der Überschrift habe ich nicht an Ihr Büro gedacht 🙂

  5. Iggy sagt:

    zu der grauen frischen kühle, die ich fühle, höre ich förmlich den falken schreien (schreien oder pfeifen?)…

  6. Side Affects sagt:

    kühle. ich liebe kühle momente.denn ich lebe unterm dach.es ist manchmal grauenvoll, diese schwüle auszuhalten.vielleicht hat deine kollegin eine schilddrüsenunterfunktion, weil sie dauernd friert.

    • C. Araxe sagt:

      Unterm Dach … das kann ich nur allzu gut nachvollziehen. Da wohne ich nämlich auch. Ich mag gar nicht daran denken, wie das ist, wenn sich die Thermometeranzeige wieder 40 °C nähert oder gar übersteigt.

      So viel ich weiß, liegt bei der Kollegin keine Schilddrüsenunterfunktion vor. Sie rennt jedenfalls wegem allen Möglichen zum Arzt und berichtet darüber auch ausgiebig. (Aber sonst ist sie sehr nett. *g*)

    • Side Affects sagt:

      frag sie. frag sie nach ihrer schilddrüse. sie wird gleich wieder rennen und den arzt konsumieren, denn leute die dauernd rennen, KONSUMIEREN doch den arzt.
      diese storys ertrüge ich nicht. bist ein tapferes mädel*g*

    • C. Araxe sagt:

      Jetzt, wo ich ein Zimmer für mich habe, habe ich soundso mehr Ruhe. Gut, als ich bis vor kurzem noch zu Hause arbeitete, hatte ich noch mehr Ruhe.

    • Side Affects sagt:

      ruhe. irgendwann kommt er der zeitpunkt im leben: da will man in bestimmten lebensbereichen nur seine ruhe haben. hat das mit alter zu tun?

    • C. Araxe sagt:

      Irgendwann? Ich war eigentlich schon immer sehr ruhebedürftig. Also, Ruhe im Sinne, dass ich Zeit für mich allein brauche. Nein, am Alter liegt es sicher nicht. Es gibt ja auch genug alte Leute, die andern keine Ruhe gönnen und somit sich selbst auch nicht.

    • Side Affects sagt:

      alte. du meinst die alten halsstarrigen dauernörgler?

    • C. Araxe sagt:

      Nein, nein, die nicht, obwohl das oftmals zusammen mit dem, was ich meine auftritt. Nämlich diejenigen, bei denen ein Kissen auf dem Fensterbrett festgewachsen ist, zusammen mit ihnen selbst. Oder auch jene, bei denen sich ein Fahrradrückspiegel am Fenster befindet, wenn sie im Parterre wohnen. Also all die Blockwarte (jetzt hätte ich beinahe Blogwarte geschrieben, aber das ist ein anderes Thema, wenn auch artverwandt) und Else Klings.
      Dazu gehört natürlich, dass auch alles, was beobachtet wird, auch kommentiert wird.

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