Freitag, 8. Februar 2008


Worte, nichts als Worte

Simple Buchstaben aneinander gereiht. Ja, so könnte es sein. Wenn es da nicht diese Schwingung geben würde, die zum innersten Erbeben führt. Genau die richtigen Worte und als Junkie dieser Materie findet man Befriedigung. Kurzfristig, denn dann erfolgt die Leere. Worte, die nur Schall und Rauch sind und nichts bezwecken, als diese Leere zu übertönen. Leben? Es ist nur ein Vorgaukeln der Möglichkeiten. In Worten. So süß, so betörend. Aber es sind nur Worte. Leben ist jenseits der Worte.

- 2008.02.08, 21:33
13 Kommentare - Kommentar verfassen



13 Responses to Worte, nichts als Worte

  1. Ansuzz sagt:

    Oh ja! Wie recht du hast….Worte, max. 10% der Kommunikation. Trotzdem so schön, so bewegend, so leer, so emotional, so nichts sagend, Traum, selten wahr….Leben ist anders. Und trotzdem machen sie süchtig!

  2. Worte sind soviel mehr als Gaukelei. Sie können trösten, beschwichtigen, erklären, helfen und schlichten. Sie können beleidigen, verletzen, verblenden und aufhetzen. Sie bringen zum Lachen, überzeugen, geben Hoffnung, verändern Menschen und sogar die Welt nachhaltig.

    Worte sind mächtige Waffen. Wer wollte das bei Winston Churchill, Martin Luther King, Nelson Mandela oder Joseph Goebbels bezweifeln? Was sind die Magna Carta, die Bill of Rights, die amerikanischen Constitution und das Grundgesetz anderes als Worte? Wieviel Kraft steckt in einem einzigen Gedicht? Wieviele mussten sterben, weil sie „zu ihrem Wort standen“?

    Was Worten zur Perfektion fehlt, ist alleine Glaubwürdigkeit. Ohne sie bleibt jedes Wort kraftlos und leer. Hieß es nicht deshalb irgendwo „Nicht an ihren Worten sondern an ihren Taten sollt ihr sie messen“?

  3. C. Araxe sagt:

    Es ist nicht einfach mit dieser Bagage …

  4. C. Araxe sagt:

    Es kommt wahrscheinlich nicht so rüber, aber es war eher das gemeint, was Sie im letzten Absatz ansprechen.

  5. worte sind oft lippenbekenntnisse. das leben ist echt.

  6. C. Araxe sagt:

    Jetzt fangen Sie aber nicht mit Adorno an …

  7. nix da. das entspricht meinen eigenen lebenserfahrungen.

  8. twoblogs sagt:

    Widerspruch: ohne Ihre Wörter hätte ich nie etwas von Ihnen erfahren. Durch sie weiss ich überhaupt erst, dass Sie – als „Junkie dieser Materie“ – existieren und sich schriftlich darstellen können, Ihnen selbst und allen Lesenden gegenüber. Dass die Bedeutungen verschwimmen und Zweifel an jeder Mitteilung aufkommen, hängt von Ihnen ab, Ihrer Verfassung usw.; sie sind auch in der Sprache selbst begründet. Es ist ja kein „Vorgaukeln“, sondern eine Tatsache, dass uns jede sprachliche Äusserung auch mit unseren Vorfahren verbindet, wir aber deren Leben und Lebensziele nur erahnen können. Wir beleben das tote Wort, in dem sich die Laute und Willen von Millionen Toten überlagern. Daher auch der oft dunkel erscheinende Sinn, dessen Erforschung unsere Aufgabe – und auch Mühe – ist.

  9. C. Araxe sagt:

    Also …
    es ging hier nicht vornehmlich um meine Worte, sondern um eine gewisse Art von Umgang mit ihnen. Von dem ich mich selbst wahrscheinlich nicht unbedingt ausschließen kann, aber das mögen andere beurteilen.

    Es ist auch nicht so gemeint, dass dies Unklarheiten hinterlässt oder zu Missverständnissen führt. Zumindest nicht, weil die Worte als solche falsch verstanden wurden.

    Sprache ändert sich und mit ihr die Bedeutung von Worten bis hin zum gänzlichen Verschwinden einiger Wörter, aber auch darum ging es mir nicht.

    Sicher können Worte zum Gegenteil von dem führen, zu dem sie eigentlich genutzt werden möchten, nämlich dass eine Verständigung über Kommunikation erreicht wird. Ähm, ja … Das kann man hierbei sehr gut erkennen.

  10. twoblogs sagt:

    Liebe Araxe, auch wenn es Ihnen nicht genau darum ging: ich habe es so verstanden. Ihrer Meinung nach habe ich Sie missverstanden. Was genau das zeigt, was ich sagen wollte, dass nämlich Aussage und Interpretation nicht dasselbe sind, und zwar aufgrund der – äh – individuellen und allgemeinen Bedingungen, die mich von Ihnen (und allen, die das jetzt lesen) unterscheiden; und eben auch aufgrund des historischen Hintergrunds, der einem ja nicht bewusst sein kann. Doch das Schöne daran: jede Äusserung lässt sich sprachlich verfeinern, wenn man sich darauf einlässt. Sie schrieben: Leben ist jenseits der Worte. Ich meine: Worte sind voller Leben! Grüssli Audrii

  11. C. Araxe sagt:

    Das mag natürlich jeder so lesen, wie er will und seine eigene Interpretation geltend machen. Auch bei gegensätzlichen Meinungen entwickeln sich da mitunter interessante Dialoge, sprich erweiternd für alle Beteiligten. Man kann natürlich auch nur aneinander vorbeireden. Auch bei noch so viel Mühe um Präzision.
    Genauso wie dieses Blog nur einen Teil meiner selbst zeigen kann – selbst wenn ich zu mehr bereit wäre, kann dies nur begrenzt sein – , genauso ist dieser Beitrag nur ein kleiner Teil. Von daher ist es auch nicht gegensätzlich, wenn ich sage, dass auch das stimmt, dass Worte voller Leben sind. Aber das wäre für mich wieder ein anderes Thema.

  12. twoblogs sagt:

    Ich bleibe jetzt bei Ihrem: Leben ist jenseits der Worte. Aber natürlich – jenseits der Geschriebenen, jenseits der Gesprochenen. Welch ein grosser Unterschied übrigens: wer nicht lesen und schreiben gelernt hat, kann sich nur in die mündliche Tradition einklinken.
    Aber es gibt ja auch Körpersprache. Und der Körper selbst „spricht“, z. B. indem er die Wärme konstant hält, mich Kopfschmerz empfinden lässt, mir ein leichtes Völlegefühl vermittelt. Er spricht auch, ohne dass ich – dieses jeden Morgen von neuem sich konstruierende Ich – irgend etwas davon mitkriege. Er „funktioniert“.
    Was das Blog betrifft, so gibt es bei Ihnen ja ein mächtiges Programm: „MMM“. Ausgeschrieben: Mumien, Monster, Mutationen. Und: Gruselkabinett! Da ich nicht zurückgelesen habe (das war Absicht), kann ich nur von dieser mittelgrauen Hintergrundfarbe und der etwas helleren Schriftfarbe ausgehen, dem Spinnennetz links und der Warnung: Vorsicht, bissige Bloggerin!
    Bis auf den mir zu kleinen Kontrastunterschied der Schrift: Spinnennetz – ok! Warnung – ok!
    Anmerkung zum Thema Spinne: ich habe vorgestern etwa 20 verschiedene Arten gesehen. Davon hielt ich eine – die grösste – auf meiner Hand. Sie sehen: für mich ist die Spinne kein Ekeltier, sondern erweckt mein Interesse. Da ich hier oft zwischen Hecken hindurchmuss, zerteile ich dabei auch meist einen für mich im Moment unsichtbaren Spinnfaden. Grüssli Audrii

  13. C. Araxe sagt:

    Auch Körpersprache kann man missverstehen oder bei gewisser Übung manipulativ einsetzen; allgemein ist aber die Körpersprache einfach ehrlicher als Worte. Der Einsatz von Körpersprache ist allerdings auch wiederum begrenzt. Beim Bloggen kann man sich daran, bis auf wenige Ausnahmen (Vlogs), so gut wie gar nicht orientieren.

    Hier noch ein paar Links, was Blog und Spinnen betrifft, die einiges, wenn auch nicht alles erklären.

Kommentar verfassen