Montag, 5. November 2007


Anleitung zum Glücklichsein

„Wenn das Denken, indem es alle Vorsicht und alle Schwerfälligkeit fahren ließe und sich ein einziges Mal einem leicht aufblitzenden Licht hingäbe, für einige Augenblicke auf die Welt und die Leere zustürzte, dem Gefälle folgend, das ihr eigen ist …
Es spielt keine Rolle, dass die aufleuchtenden Gestalten, die dann in die Nacht projiziert würden, die flüchtigsten sind: das glückliche Auflachen, das sie auftauchen sähe, würde sich fortsetzen, wenn die schwarze Dunkelheit sich bereits wieder geschlossen hätte, unerbittlich. Was kann man in der Tat mehr erwarten von einer menschlichen Existenz, es sei denn, man stelle sich noch vor, nach Art der Alten und ihrer blinden Steinbüsten, dass das Wissen der Menschen der Sockel dieses gestirnten Universums sei.
Das Glücklichste wäre, sich plötzlich der Chance anzuvertrauen: zum Beispiel glauben oder selbst vorgeben zu glauben, dass die Welt nicht dazu da ist, dass der Mensch sie erkenne, sondern dazu, dass er trunken sei von ihr.”

Georges Bataille

- 2007.11.05, 9:56
29 Kommentare - Kommentar verfassen



29 Responses to Anleitung zum Glücklichsein

  1. Mondelfchen sagt:

    gut, dann bemüh ich mich icht mehr und werde verstehen

  2. Paulaline sagt:

    Ja, nee. Iss klar.

    (Ich glaube, ich sollte es langsam noch einmal von vorne lesen. Montage. Muss das Hirn erst aufwecken.)

  3. theswiss sagt:

    ist das sowas wie die pünktlibilder, wo man daneben gucken muss um das bild zu sehen?

  4. schlepp sagt:

    Na, das sind ja mal ordentlich ungekämmte Gedanken … aber ich glaube zu verstehen … naja, das liegt sicher an meinen von Erkältung gepeinigten Synapsen. Morgen werde ich diese Worte lesen und nichts mehr verstehen.

  5. joss sagt:

    Ich sehe ihn wiederauferstanden aus Ruinen vor mir, wie er trunken die Sorbonne durchtaumelt und den flatternden Röcken der Studentinnen nachseufzt, jedem einzelnen, immer bereit, sich todesmutig noch der allerkleinsten Chance anzuvertrauen.

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