Donnerstag, 6. Dezember 2018


Anstrengendes Kuscheln

Jetzt zur kälteren Jahreszeit hat sich der ohnehin schon hohe Kuschelbedarf des Seniorfellmonsters noch einmal deutlich gesteigert. Sobald ich daheim bin wird mir keine Sekunde gegönnt, die ich nicht in einer kuschelkompatiblen Position verbringe. Alles andere wird mit einem enervierenden Miauen kommentiert. Habe ich die gewünschte Stellung (Sitzen ist O.K., Liegen ist optimal) dann endlich eingenommen, so ist das für mich noch lange nicht entspannt. Akustisch ist dann zwar nur ein Schnurren zu hören, dieses wird jedoch oft meist von massivem Sabbern und/oder ebenso massivem mehr oder weniger rhythmischen Festkrallen begleitet, so dass das Fellmonster an der Kuschelsituation zwar höchstes Gefallen empfindet, ich jedoch nicht so ganz… Gäbe es diese Kuschelattacken nicht, würde mir allerdings auch etwas oder vielmehr sehr viel fehlen. Der „Junior” (mittlerweile auch schon 9 Jahre alt) wurde im Laufe der Zeit auch immer mehr kuschelbedürftig, so dass ich oft doppelt in Beschlag genommen werde. Bei ihm ist es dann aber eher das Gewicht, das auf mir lastet. Es gibt Situationen, wo ich mich überhaupt nicht mehr bewegen kann (das nennt man dann wohl Katzen-Bondage) – es grenzt nahezu an ein Wunder, dass ich es dennoch schaffe überhaupt einer Tätigkeit nachzugehen. Eine Kollegin meinte, dass sie es an meiner Stelle sicher sehr oft nicht bis zur Arbeit geschafft hätte.

Zu DDR-Zeiten gab es für Frauen monatlich einen freien Haushaltstag für arbeitende Frauen – in der BRD übrigens früher auch und wurde formell erst 1994 aufgehoben (und die Nazis haben es als „Waschtag” erfunden) – per se kommt das zwar Frauen zugute, aber mit Feminismus hat das weniger zu tun. So einen Haushaltstag könnte man gern wieder einführen (und dann auch für Männer), aber dringlicher erscheint mir ein Kuscheltag. Zumindest für Haushalte mit Katzen, denn allgemein mag man Kuscheln zwar nicht als anstrengende Tätigkeit bezeichnen – in diesem Fall ist das jedoch zutreffend und so ein Haushaltstag war ja auch nicht zu Müßiggang gedacht. Man sollte ernsthaft über eine Petition nachdenken!

Hier ist nur ein Modus zu sehen, der das Ausmaß von intensiven Kuschelbedürfnissen nur erahnen lässt:

- 2018.12.06, 22:04
2 Kommentare - Kommentar verfassen



2 Responses to Anstrengendes Kuscheln

  1. Zucker sagt:

    Kuscheltage sind unbedingt notwendig! Das stelle ich gerade auch wieder fest. Und am besten staatlich subventioniert. Ich fürchte nur, weder dem Staat noch den Unternehmen wird es gefallen, daß man beim Kuscheln so wenig zum shoppen und konsumieren kommt.

  2. wvs sagt:

    Nicht dass wir nächstens im Abendblatt lesen:

    Berühmte Bloggerin (Pseudonym: Frau Araxe) von Katzenmonster (9) beim Kuscheln erdrückt

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