Montag, 7. Januar 2019


Die lieben Kollegen, Teil 67

Heute war nun für mich der erste Arbeitstag in diesem Jahr und nach ziemlich tiefenentspannter Zeit fiel mir wieder so nach und nach ein wie der letzte Arbeitstag im vergangenen Jahr verlief – nämlich nicht so entspannt. Vielen Leuten ist ja vieles egal, insbesondere wenn es ums Berufsleben geht – Hauptsache ’ne ruhige Kugel schieben. Nicht dass ich mich als Workaholic bezeichnen würde – ganz genau weil es nicht so ist habe ich auch meine Arbeitszeit verkürzt –, aber wenn ich etwas mache, dann mache ich es richtig. Und ich lege mich dann auch schnell mal mit Leuten an, die nur dumpfes Ausführen ihrer Wünsche erwarten. Vollkommen unabhängig davon, um welche Position es sich handelt – betrifft das vornehmlich meine fachlichen Kompetenzen, kann man davon ausgehen, dass ich da – nun ja – etwas anstrengend sein kann (euphemistisch ausgedrückt). Mit diesem widerborstigen Verhalten mache ich es mir oft nicht leicht. Andererseits wird genau dieses teilweise von Anfang an, teilweise erst nach einiger Zeit (wenn erkannt wird, wo meine Intentionen liegen) geschätzt. Meine Chefin ist da recht vorsichtig, versucht mich etwas zu zähmen, steht aber letztendlich hinter mir. Der Konzernobercheffe ist da direkter und nicht nur in diesem Fall. Zumindest wurde mir hierbei berichtet, dass bei ihm versucht wurde, sich über mich zu beschweren. Also es blieb dann eher bei dem Versuch. Und einem Zurechtweisen, dass es sich dabei sozusagen um berechtigte Renitenz handelt, da dass eben auch genau mein Job ist. Etwas Gedanken mache ich mir da allerdings immer noch, denn es geht mir nicht um ein Schlachtfeld, bei dem einer als Sieger hervorgeht, sondern dann letztendlich um gute Zusammenarbeit. Mal sehen, wie das weiterläuft – bisher ruht dieses erst so eilige Projekt bzw. es gab kein weiteres Feedback. (Nur dass ich gehört habe, dass diese aus meiner Sicht unprofessionellen Wünsche bei einer Präsentation nicht so gut ankamen.) Es ist schon etwas her, da gab es ähnliche Problematiken mit einem Geschäftsführer. Probleme hatte nicht nur ich, sondern hatten bzw. haben immer noch viele andere. Mir gegenüber äußert er dann aber inzwischen solche Aussagen, dass er zufrieden ist, wenn ich es bin… Weniger, weil ich ihn mürbe genervt habe, sondern eher, weil er meiner fachlichen Expertise mittlerweile vertraut. So oder so (also nicht nur in leitender Position) kann ich nicht nachvollziehen, dass man meint alles (besser) zu wissen. Ist doch effektiver, sich auf das jeweilige Know-how zu verlassen, als dieses als ’ne omnipräsente One-Man-Show abzuziehen. Egal – ich bin gespannt wie sich das entwickelt und ich bin auch nicht diejenige, die cholerisch rumbrüllt und wilde Drohungen ausstößt. Obwohl…? Wenn, dann… Ach, nee – es gibt schönere Sachen, um wild zu sein. Eines werde ich aber ganz bestimmt nie machen und erst recht nicht, wenn das jemand verlangt: Klappe halten, nicht denken und unter diesen Gegebenheiten einfach machen, was verlangt wird. Und jenseits was Jobmäßiges betrifft erst recht oder vielmehr genau so.

- 2019.01.07, 20:42
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3 Responses to Die lieben Kollegen, Teil 67

  1. Oh je. Da beginnt das neue Jahr bei schon anstrengend.
    Glücklicherweise gibt es solche Dinge in meinem Job nicht. Ich bin nur der Chefin Rechenschaft schuldig und die hat ein echtes Interesse an der Sache. Alles wird ganz unproblematisch besprochen und jede Meinung zählt. Mit den Arbeitsfeldern meiner Kolleginnen habe ich eigentlich nicht viel zu tun und überschneidet sich da doch mal etwas, wird das in echter Teamarbeit – die seinen Namen auch verdient – erledigt. So ist das Arbeiten bei uns äußerst angenehm.
    Wir hatten schon mal eine Kollegin, die bereits morgens schlecht gelaunt auf der Matte stand. Zum Glück ist sie wieder gegangen. Hält ja keiner aus, sowas zickiges!
    Eine andere Kollegin hatte mal – nach dem sie gerade die Probezeit rum hatte – ganz unkollegial sämtliche Vorteile (z.B. die freien Tage zwischen den Feiertagen oder auch bestimmte unbeliebte Arbeiten an andere deligieren) für sich eingeheimst. Die wurde dann – zu unserer Verwunderung – recht schnell entlassen, weil nicht teamfähig.
    Ich wünsche ein beruflich und privat rundlaufendes Jahr, viel Gesundheit und tiefenentspannte Zeiten mittendrin.

    • C. Araxe sagt:

      Eher, dass das alte Jahr anstrengend zu Ende gegangen ist. Ich sehe das jetzt eigentlich ziemlich entspannt – erst recht nachdem ich so viel Rückendeckung erhalten habe. Das wurde heute auch noch vollkommen unerwartet gekrönt – nämlich mit einer Gehaltserhöhung (für die angenehme und gute Zusammenarbeit), die ich weder eingefordert habe, noch regulär fällig gewesen wäre.

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