Freitag, 29. Mai 2020


Die lieben Kollegen, Teil 76

Eigentlich finde ich es (immer noch) sehr gut, dass ich nach wie vor daheim arbeiten kann. Alle meine direkten Kollegen arbeiten inzwischen wieder im Büro, aber mir ist das noch zu unsicher. Erst einmal möchte ich abwarten, wie sich die Lockerungen auswirken – eine Virusinfektion (mit Intensivstation- und Krankenhausaufenthalt) reicht mir! Zudem ist der Arbeitsplatzwechsel nicht mal eben so vollzogen. Wenn ich nur meinen Laptop unter den Arm klemmen müsste, dann würde ich das bei der jetzigen Lage vielleicht doch mal probeweise bzw. ab und zu machen, aber da ist ja auch noch der Riesenbildschirm, der die Angelegenheit recht unflexibel macht. Die ganzen Annehmlichkeiten des Homeoffices sind auch nicht zu verachten. Ganz so entspannt wie früher – ich habe schon mal von Zuhause aus gearbeitet, 8 Jahre oder so – ist das heutzutage allerdings nicht mehr. Damals hatte man seine Projekte und es wurde ab und zu mal telefoniert. Heute hat man seine Projekte und es wird andauernd telefoniert, gechattet in diversen Einzel- oder Gruppenchats und derzeit habe ich pro Woche sieben feste Meetings. In den Chats bekommt man den leckeren Geburtstagskuchen von Kollegen gezeigt sowie beschrieben (ein Stück vorbeibringen ist natürlich nicht drin) und jetzt kommt auch noch ein Jour fixe mit den chinesischen Kollegen hinzu, natürlich als Videokonferenz. Alle anderen Meetings laufen nur noch telefonisch – da kann man zumindest noch etwas den Heimvorteil nutzen… Tja, irgendwie wird das Homeoffice (leider) zunehmend unattraktiver.

- 2020.05.29, 19:13
2 Kommentare - Kommentar verfassen



2 Responses to Die lieben Kollegen, Teil 76

  1. wvs sagt:

    Demnächst soll es ja eine Vergütung für das Zu-Hause-Büro geben, pauschal, und so um die 50 €, oder als Steuerabzug, das ist mindestens ein guter Anfang. Und ist es nicht viel bequemer, als sich durch Mengen zu zwängen, und das immer mit dem Gedanken im Kopf nur ja nicht zu spät zum (viel zu) früh angesetzten meeting zu kommen?

    • C. Araxe sagt:

      Die Vorteile sind mir durchaus bewusst und ich weiß sie auch zu schätzen (ganz ohne Herdprämie, die bisher nur gefordert wurde so viel ich weiß). Nur früher war es wie gesagt noch bequemer, da man viel mehr in Ruhe arbeiten konnte. Das erforderte zwar auch mehr Selbstdisziplin, aber das hatte ich dann doch relativ gut drauf, auch wenn überall Ablenkungen lauerten wie z. B. hier beschrieben.

Kommentar verfassen