Mittwoch, 31. August 2005


Frauen und Technik

… oder Dämlichkeit kennt keine Grenzen.

Eigentlich komme ich mit handwerklichen / technischen Sachen ganz gut klar. Steckdosen oder Lichtschalter einbauen – alles kein Problem. Gebrauchsanweisungen lese ich meist gar nicht oder nur flüchtig. Das kann allerdings auch ein Fehler sein.

Als ich diesen Herd in den Weiten des Internet erblickte, war für mich sofort klar: diesen oder keinen. Aus Italien? Na, und. Geht doch inzwischen alles in Zeiten der Europäisierung.
Wenn der Herd bzw. Backofen nicht geht, geht allerdings gar nichts mehr. Deutsche Service-Nummer: „Diese Rufnummer ist nicht vergeben“. Nachdem ich die Hälfte der hiesigen Elektriker angerufen hatte („Aus Italien? Nö, machen wir nicht.“), hatte doch einer Mitleid, legte nicht sofort auf und erklärte sich bereit, sich das mal anzusehen. Nach einigem erfolglosen Hin und Her, überlegte ich schon, mir ein technisches italienisches Wörterbuch zu kaufen. Der Elektriker hatte auch schon keine Hoffnung mehr, als durch Zufall der „Schaden“ behoben wurde: Der Kurzzeitwecker war nicht zur Ausgangsposition zurückgestellt worden. *grrr*

- 2005.08.31, 10:41
34 Kommentare - Kommentar verfassen



34 Responses to Frauen und Technik

  1. derbaron sagt:

    Schade. Durch den Titel haben Sie mir meinen Kommentar vorweggenommen.

  2. sravana sagt:

    wie so Kleinigkeiten manchmal uns das Leben schwer machen.

  3. Sehr glorreich, Frau Araxe!!
    Und? Hat der Techniker Ihnen dafür wenigstens Ihr letzte Hemd abgeknüpft?

  4. Tubias sagt:

    (1) Erstmal C. Araxe und derbaron: Einer der brillantesten Dialoge, die ich je in Blogs gelesen habe.
    (2) 1988 erlebte ich Alice Schwarzer im Auditorium Maximum der Universität Freiburg. Die Lautsprecheranlage ging nicht. Ein verschüchterter Hausmeister erschien. Na ja, die Augen von 1500 feministischen Kämpferinnen auf ihn gerichtet. Nach einiger Zeit bekam er es hin. Frau Schwarzer, die übrigens meinen aufrichtigen Respekt hat, sagte zur Mikrophonprobe: „Männer und Technik”. Seitdem einer meiner Lieblingssprüche. Gut, ich bin auch kein typischer Mann. Nö. Mir wurde davon abgeraten, Gas- und Wasserinstallateur zu werden. „Laß es. du bist kein Handwerker.” Also habe ich noch einen schlechtbezahten Frauenberuf gelernt. In dem ich jetzt arbeitslos bin.
    (3) Anlaß zu nationalistischen Vorurteilen? Z. B. FIAT hat sich ja inzwischen sehr gemausert. Aber widerliche kleine Tücken gibt es immer. Weltweit. Ich habe etwa 10 Tage gebraucht um herauszubekommen, daß ich nur surfen kann, wenn kein USB-Stecker steckt…
    (4) Ansonsten ein hübsches Teil. So eine plötzliche Verliebtheit kann ich nachvollziehen.
    (5) Was lernen wir daraus? An allem mal ein bißchen herumspielen, und irgendwann bekommt man es heraus. Ratten in einem Versuchs-Labyrinth machen es nicht anders.
    (6) Nehmen Sie das jetzt zurück mit der Dämlichkeit?

    • C. Araxe sagt:

      (6) Wieso?
      Auch im Nachhinein wird es nicht besser.

    • Tubias sagt:

      Na weil es mir in meiner Herrlichkeit genauso gegangen wäre.

    • C. Araxe sagt:

      Falls Sie meinen, Sie können die Dämlichkeit von einem bestimmten Geschlecht ableiten, so irren Sie sich. Ich zitiere mal:

      „Da steckt das alte und heute fast nur noch im Dialekt gebrauchte Wort ‚damisch‘, für ’schwindlig im Kopf‘ drin.
      Das Wort ist verwandt mit dem englischen ‚dumb‘, das dort zwar ’stumm‘ bedeutet, aber auch die Bedeutung ‚doof, blöd, einfältig‘ haben kann.

      Das veraltete ‚tumb‘ und damit auch ‚dumm‘, die ürsprünglich auch ’stumm‘ dann auch ‚unerfahren, töricht‘ bedeuteten, gehören auch hierher.
      Über ‚töricht‘ kommt man zu dem Dialektwort ‚dörisch/därisch‘, das nun wieder ‚taub‘ bedeutet.

      Auch ein Verb ‚dämeln‘ = ’nicht ganz helle sein, taumelig sein, taumeln‘ gab es mal. Taumelig sein sagt man ja auch für schwindlig sein und da ist es auch nicht recht im Kopf. Und der ‚Dämlack‘ gehört auch hier her.“

    • Tubias sagt:

      Ich versuchte ja bereits zu vermitteln, daß sowas geschlechts-unabhängig ist. Wenn nicht sogar die Damen überlegen sind; was ich befürchte.

    • C. Araxe sagt:

      So so, erst bieten Sie Gleichberechtigung an, dann dürfen Damen sich aber doch in ihrer Dämlichkeit überlegen fühlen.

      (Ja, ja – mir ist schon klar, dass Sie das wieder anders gemeint haben)

  5. Zorra sagt:

    So ein schöner Ofen im Gruselkabinett, darin wird sicher gruseliges gebacken.

Kommentar verfassen