Freitag, 7. Dezember 2007


Friedhof der Antikuscheltiere

In Schwerin gibt es nicht nur tote Kinder (die gibt es ja leider auch andernorts genug), sondern auch tote Tiere. Man könnte behaupten, dass beide oft erst Beachtung finden, wenn sie tot sind. Von Achtung spreche ich erst gar nicht. Tote Tiere wecken allerdings weniger mediales Interesse. Aufmerksamkeit erregen sie vornehmlich dann, wenn sie auf dem Teller liegen. Den Blick über den Tellerrand provoziert Iris Schieferstein, deren moderne Wolpertinger noch bis zum 15. Dezember zusammen mit Werken von Lara Brekenfeld in der Galerie auf Zeit ausgestellt werden.

geerdet gesext kontrovers

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- 2007.12.07, 15:41
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15 Responses to Friedhof der Antikuscheltiere

  1. muschelmagier sagt:

    wow, wie krass o_O! hab kunstgeschichte studiert, aber noch nie so radikal verwendete tierleichen gesehen… irgendwie ästhetisch aber irgendwie auch ziemlich abstossend…

  2. NibblesChris sagt:

    Ich habe mir alles angeschaut, aber mir gefällt das nicht sonderlich. Aber das liegt daran, dass ich Präparate die nicht ausschliesslich aus Bein bestehen abstossend finde. Das soll heissen, ich würde mir auch keinen nichtverwolpertingertes ausgestopftes Tier (das keinen Chitinpanzer besitzt) in meine Bude hängen. *schüttelt sich*

    • C. Araxe sagt:

      Soso, für Sie muss sich also vollkommen nackig gemacht werden. *g*

      Können Sie mir sagen, was Sie daran genau abstoßend finden?

    • NibblesChris sagt:

      Die Tatsache, dass die Tiere (wenn sie ausgestopft sind) noch zu sehr an das erinnern, was sie vorher waren. Es gibt ja Leute, die lassen ihre geliebten Haustiere ausstopfen, um sie sich ins Regal zu stellen. Für mich kommt das einer Negierung des Todes gleich. Einer Konservierung des Lebens, das nicht mehr existiert.

    • C. Araxe sagt:

      Hm, ein präpariertes Tier, auch wenn es noch so gut gemacht wurde, bleibt aber dennoch tot. Und gerade wenn es ein Tier ist, was einem mal sehr nahe stand, dann wäre für mich die Diskrepanz zwischen dem toten und dem lebendigen Tier um so größer. Ich weiß nicht, inwieweit der Tod hierbei wirklich negiert wird. Und ob man dann nicht auch behaupten könnte, dass jegliches Gedenken an Tote eine Negierung ist.

  3. muschelmagier sagt:

    wow, wie krass o_O! hab kunstgeschichte studiert, aber noch nie so radikal verwendete tierleichen gesehen… irgendwie ästhetisch aber irgendwie auch ziemlich abstossend…

    • C. Araxe sagt:

      Naja, neu ist so etwas nicht. Wolpertinger gibt’s schon länger und im künstlerischen Bereich dürfte Damien Hirst am bekanntesten sein, auch wenn es sich dabei nicht um zusammengesetzte Präparate handelt.
      Mehr in der Art von Iris Schieferstein sind die Werke von Sarina Brewer. Ansonsten gibt es hier noch eine kleine Linkliste über Taxidermy Art.

      Bei Miss Wurzeltod gibt es natürlich noch viiiieeel mehr.

  4. graefin sagt:

    ne, ne, neee…also ne. Da bin ich auch nicht für.

  5. honigsaum sagt:

    Ich schließe mich Chris und der Gräfin an. Zu nekrophil.

  6. schlepp sagt:

    Das mittlere … spricht mich irgenwie an. Nicht Fisch, nicht Fleisch.

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