Samstag, 11. Juni 2011


Gestrige Träume

„Die Beschäftigung mit den Wahnideen vergangener Jahrhunderte machte ihn zu einem Träumer und Phantasten, dem die Grenze zwischen Wirklichkeit und Übernatürlichem verloren ging.” Und er, Allan Grey, verstummte. Die Macht über die Töne ergriff Hauschka gestern Abend leibhaftig mit einem präpariertem Harmonium. Auf diese Weise entfaltete Carl Theodor Dreyers Meisterwerk des subtilen Horrors ganz neue Facetten. Aber das würde dieser Film auch so traumwandlerisch bei jedem Ansehen schaffen. Je näher ein Film an oder besser in Träumen ist, um so faszinierender finde ich ihn oft, da sich durch die Überschreitung der Grenzen der Realität unendlich viel mehr entdecken lässt.

„Das eigene Leben überleben”, der neuste Film meines Lieblingsregisseurs Jan Švankmajer, widmet sich sehr intensiv diesem Thema, aber das ist nun schon wieder ein anderer Traum. Vielfach sind aber auch die Grenzen zwischen den Träumen fließend, so dass man gar nicht sagen kann, wo der eine aufhört und wo der andere anfängt. So lange man nicht aufwacht, ist das allerdings egal.

- 2011.06.11, 11:38
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29 Responses to Gestrige Träume

  1. Ich hab eben geträumt, Herr Mahakala hätte seinen Statistikschein bestanden. Wahrscheinlich wache ich gleich auf!

  2. C. Araxe sagt:

    Oh, wie sousreal. *g*

    Gestern (die Headline vom Beitrag passt dementsprechend ja heute wieder) hatte ich übrigens diesen Traum. Zum wiederholten Träumen zwar nicht so geeignet, aber als einmaliges Traumerlebnis durchaus empfehlenswert.

  3. Frauenhändler mit angeschlossenem literarischen Café könnte ja für manchen beruflich auch ein Traum sein. Hm, ach nein, Café, das ist mir doch zu bourgeois.

  4. C. Araxe sagt:

    Z. B. Desdemona würden Sie als zu bourgeois bezeichnen?

  5. Das nicht. Nur ein wenig unpassend gekleidet bei dem schwülen Wetter.

  6. C. Araxe sagt:

    Ach, an dem Ort bekam man von allem, was draußen vorging, nichts mit.

  7. Das hat’s Ihnen wirklich angetan, was? Sie träumen ja immer noch. 😉

  8. C. Araxe sagt:

    Wie schon geschrieben: einmal reicht vollkommen.

  9. Mahakala sagt:

    Ähm – ich weiß, es kommt spät, aber Statistik ist inzwischen zu meinem Hobby mutiert!

  10. pathologe sagt:

    Mit Bestehen des Statistikscheins endete auch das Wuppertaler Mietnomadentum?

  11. C. Araxe sagt:

    Hobby, weil beruflich keine Chance besteht? *fg*

  12. @Herr Mahakala – das wird der Statistik aber gar nicht gefallen, dass Sie sich jetzt auch noch hobbymäßig an ihr vergehen.

    @Frau Araxe – wenn Herr Mahakala jetzt sogar den Master-Abschluss in Soziologie-Statistik anvisiert, wird das Taxifahren mit dem Beruf noch etwas warten müssen. Ich schätze, so 20-30 Semester.

    @Herr P – Sie sehen eine belastbare Korrelation zwischen Scheinbestehen und Nomadenumzug? Aber so viele Scheine hat er doch noch gar nicht bestanden. *gg

  13. C. Araxe sagt:

    Sie meinen tatsächlich, dass das vor der Rente noch was wird?

  14. Sagen wir, ich glaube fest an ihn. Aber ich glaube ja auch, das Herr Pathologe Arzt ist, Frau Keks Handwerker-Girl 2012 wird und ich Sie durch Handauflegen von Ihrer Hämatophilie befreien kann.

  15. C. Araxe sagt:

    Ich kann mir schon denken, wie bei Ihnen Handauflegen aussieht …

  16. sonrisa sagt:

    Grenzen zwischen den Träumen, so so *g*

  17. Mahakala sagt:

    Und wir, Herr Neon, glauben alle, dass Sie eigentlich ein netter Kerl sind …

  18. @Frau Araxe – naja, es müssen schon bestimmte Stellen sein, sonst wirkt’s ja nicht.

    @Herr Mahakala – genau, das kann man sicher auch statistisch irgendwie beweisen. 😉

  19. C. Araxe sagt:

    Zugegeben, es ist schon einige Zeit her (2008, um genau zu sein), da meinten Sie, Herr Neon, dass „nett” der kleine Bruder von „scheiße” ist. *g*

  20. C. Araxe sagt:

    Wo käme man denn da hin, wenn es keine Grenzen gäbe? Es gäbe keine Grenzüberschreitungen und es würde nur ein großes Ganzes geben, statt unendlich Vielem. Und dann braucht man ja auch ganz dringend abgesicherte Grenzen mit Selbstschussanlagen und so gegen unerwünschte Träume. Man kann doch nicht jeden Traum reinlassen.

  21. „Interessante“ Antwort! 😉 Natürlich stehe ich voll zu meiner damaligen Aussage; man muss allerdings berücksichtigen, dass es verschiedene „nett“s gibt. Unnötig zu sagen, dass Herr Mahakalas „nett“ natürlich zu der anderen Gruppe gehört.

  22. C. Araxe sagt:

    Ach, so. Zu der Kategorie „langweilig”.
    (was dann „interessant” heißt, interessiert mich übrigens nicht.)

  23. @Herr Mahakala – das wäre jetzt eigentlich ein guter Zeitpunkt gewesen, mal gar nichts zu sagen. *g+gegen Schienbein tret

    @Frau Araxe – *Hand aufleg* Ruuuuhig.

  24. pathologe sagt:

    Wenn Frau Araxe Hand auflegt, dann stelle ich mir das in etwa wie Plattenauflegen vor. Eine Nadel und ein Teller spielen da auch mit.

  25. C. Araxe sagt:

    @Herr Neon
    *Hackebeilergreif*

    @Herr Pathologe
    Mögen Sie etwa keine Kalte Platte?

  26. sonrisa sagt:

    Ich bin gerade etwas dem Abend vorauseilend trunken, aber dennoch so viel, dass „zwischen Träumen“ (schon das ein Kunstgriff bloß) begriffliches Denken, also Bestimmungen gleich Grenzziehungen, zu meinen, das glaub ich dir nicht, ist wohl so rausgerutscht. So denkt mans sich, aber so ist es nicht. Traum Grenze „Realitäten“, aber nicht Traum Grenze Traum… na ja Frauen mit Kindern sind ja wohl solche der Praxis, jedenfalls freu ich mich, dass du wohl nach wie vor tote Tiere ausstopfst. Damit schieß ich wiederum manchmal um mich, dass ich wen nicht ernstnehmen kann, wenn er nicht in toten Körpern und Dingen wühlt. Schönen Abend dir auch.

  27. C. Araxe sagt:

    Träume sind die Wünsche (von Erwünschtsein rede ich nicht), die alles in der Unendlichkeit umfassen.* Auch Grenzen. Und gerade rausgerutschte Sachen sind der Wahrheit (also nicht der einen) meist sehr nahe.

    Ein Trankopfer auf „Acéphale” und ebenfalls einen schönen Abend.

    *Traumhafte Wunschdefinition

  28. Mahakala sagt:

    Ich würde eine Scheibe probieren …

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