Vor fast genau 10 Jahren erlebte ich Messer erstmals live und war zutiefst beeindruckt. Und nun durfte ich sie wieder mal auf der Bühne erleben.
Inzwischen hat sich die Band vom Klang ihrer Anfangszeit sehr weit entfernt. Deren schroffen Post-Punk mit Pathos mag ich von ihrem Schaffen immer noch am liebsten – insbesondere das zweite Album „Die Unsichtbaren” zeigt in meinen Gehörgängen keinerlei Abnutzungserscheinung.
Nach und nach kamen andere Einflüsse wie Kraut, Dub und Funk hinzu. Alles wurde oberflächlich weniger düster und musikalisch vielfältiger, aber nicht minder intensiv und nach wie vor mit metapherschweren Texten, weswegen ich die Band nach wie vor liebe. Entscheidend sind hierbei auch die Romane und Gedichte von Sänger Hendrik Otremba, die jeweils mit der Musik eine Symbiose eingehen.
Mit dem neueren musikalischen Werk fremdel ich zugegebenermaßen doch sehr. Ohne den Bezug zu früheren musikalischen Zeiten und dem literarischem Schaffen würde mich das neuste Album „Kratermusik“ wohl nur sehr schwer überzeugen, aber so
Live ist das alles jedoch soundso noch einmal eine ganz andere Geschichte. Das fängt schon damit an, dass man vom Sänger gegrüßt wird und dann doch auch wieder alte absolute Lieblingsstücke wie „Die kapieren nicht“ (2. Album) gespielt werden. Nach wie vor aber beeindruckt insgesamt die Hingabe und Intensität.


Ich werde dieser Band wohl immer in alle musikalischen Richtungen folgen, auch wenn diese sich immer weiter von meinen musikalischen Vorlieben entfernen. Noch gespannter bin ich aber nun auf den neuen Roman von Hendrik Otremba.