Samstag, 20. September 2008


Hinter dicken Mauern

Es gibt verborgene Orte, in denen die Zeit still zu stehen scheint. Vergessen breitet sich aus. Auch wenn es noch gar nicht so lange her ist, verschwindet manches Wissen einfach in den Fugen der Geschichte. Verschwindet ebenso wie alles Bewegliche im Innern, das wieder verwendet werden kann. Nur das Schwere bleibt. Leicht kann man das soundso nicht nehmen. Zu nah ist das alles, wenn man es mit den eigenen Händen berühren kann. Ins Nichts gerichtete Dankbarkeit breitet sich aus, dass man die Zeiten nicht selbst erlebt hat, auch wenn man meint, schon mehr als genug Kriege überstanden zu haben.

Hier geht es weiter.

- 2008.09.20, 20:14
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20 Responses to Hinter dicken Mauern

  1. Habe eben gelesen, dass Hamburg die Stadt mit den meisten Bunkern (etwa 700) ist. So ein kleiner Privatbunker gibt einem bestimmt ein heimeliges Gefühl der Sicherheit für die kommenden Zeiten der Deflation mit sich anschließender hyperinflationärer Depression, finanziellem Armageddon und der Rückkehr der Tauschwirtschaft.

    Interessante Informationen zu Hamburger Bunkern gibt’s auch hier. Leider keine Preise.

  2. gegen das vergessen, so heißt das motto.
    letzte woche waren wir in berlin auf klassenfahrt. wir haben versucht „geschichte lebendig zu machen“. doch das gelingt nur vage,
    das einzige, was die jugendlichen spontan beeindruckt hat, war ein „atomschutzbunker“ unter dem gebäude der ausstellung „city of berlin“, in welchem anschaulich und bedrückend die absurdität dieser einrichtung klar wurde.

    • C. Araxe sagt:

      Mir wäre das ziemlich suspekt, wenn nur ein Beeindrucken durch Überdimensionales erfolgt. Zu leicht wird dabei alles abstrahiert und rückt dadurch wieder in die Ferne. Näher wird einem Geschichte eher durch die kleinen und alltäglichen Dinge gebracht, wodurch man wirklich einen persönlichen Bezug aufbauen kann. Finde ich zumindest.

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