Dienstag, 30. Oktober 2007


Man stirbt nur einmal

So lautet der Titel eines Buches mit heiteren Geschichten übers Grab hinaus, welches mir vor kurzem aus dem Wiener Bestattungsmuseum (nebst ein paar kleinen Feuerbestattungen) ins Gruselkabinett importiert wurde. Kaum habe ich darin ein paar Seiten gelesen (die alles andere als todlangweilig sind), kam schon die nächste Lieferung: „Morbides Wien”.
Mit der Bibliothek des Bestattungsmuseums, die über 2500 Bücher umfasst, kann ich noch lange nicht mithalten, aber die Anzahl der Bücher zu dieser Thematik steigt dennoch stetig an. Passend zu diesen Tagen, morgen und übermorgen, und auch gerade zum heutigen Tage. Kein Leben ohne Tod – das kann man sich nicht oft genug in Erinnerung rufen. Um so intensiver lässt es sich im Hier und Jetzt leben. In Lateinamerika weiß man das sehr gut, vor allem in Mexiko.

„Der Kult des Todes ist, wenn er tiefgründig und vollkommen ist, auch ein Kult des Lebens. Beide sind untrennbar. Eine Kultur, die den Tod verleugnet, verleugnet auch das Leben.”
(Octavio Paz)

¡Viva la Muerte! schallt es derzeit auch aus der europäischen Nekropole. Es führt kein Weg an Wien vorbei, wie es scheint. Den Tod suchen und das Leben finden kann man aber überall, wenn man es denn will.

- 2007.10.30, 15:13
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30 Responses to Man stirbt nur einmal

  1. pinkinside sagt:

    was ist heute für ein Tag? will auch gratulieren!

  2. Pegasus200 sagt:

    Verehrteste,
    Sie stehen in meinem ewigen Kalender, aber das nützt wenig, wenn man da nicht reinschaut. Nun ja, ich habe dort hineingesehen, allerdings eben erst.
    Deshalb mit einem Tag Verspätung meine besten Wünsche fürs neue Lebensjahr. Hoffe, Ihr Tag war mindestens so angenehm, wie mein Schnapszahltag vor einigen Monaten.

  3. Der Tod ist schön und gut, doch heute besinnen wir uns mal auf das Leben.

    Schön, dass Sie leben, Frau Araxe, und alles Gute zum heutigen Tage!

    (Ja ja, ich bin eine Petze, ich weiss – aber schliesslich darf ich das als Sünderin!)

  4. Da stelle ich mich doch gerne in der Reihe der Gratulanten
    an und wünsche nur das Beste. 😉

  5. pinkinside sagt:

    was ist heute für ein Tag? will auch gratulieren!

  6. Orinoko sagt:

    „Wie schöööhn, daß *Du geboren bist, wir hätten *Dich sonst sehr vermisst!“

    *Die Personalpronomina in der zweiten Person, singular finden hier nur aus reimtechnischen Gründen Anwendung. Es handelt sich nicht um eine als Gesang getarnte Annäherung mit unsittlichem Hintergrund :-).
    Ehrlich.

  7. Jetzt locken Sie mich schon mit spanischen Titeln…

  8. tilak sagt:

    @c.araxe zu spät, aber nicht minder von Herzen !
    Alles Gute aus Wien !

  9. Dank der gestern in mir gereiften Überzeugung, dass man Ihnen allemal an Halloween passender gratuliert als am Tag davor, habe ich mich mit einiger Überwindung dazu zwingen können, meine Glückwünsche bis heute zurückzuhalten. Puh!

    Jetzt aber raus damit: Viva la diva de la muerte. Alles Gute für Sie! 😉

  10. Lo sagt:

    Praktisch denken. Särge schenken.

    • C. Araxe sagt:

      Es ist ja nicht so, dass ich noch keine Särge hätte, aber ein bisschen mehr Auswahl ist natürlich sehr angenehm.

    • Orinoko sagt:

      Da ham´Se schon einen und diesen handlichen Instantsarg kann ich ja gut nachvollziehen.
      Diesen Juli war ich ja in Übersee und dort gibt es sehr viele Antiquitätenbegeisterte und naütrlich Antiquarien. Dort hab ich beim Stöbern dann unter anderem einen Kindersarg gesehen, ich geb zu, das hat mich etwas irritiert. So ein Sarg für ein Kleinkind in schwarz. In Kopfhöhe mit einer Art Bullauge, für das aber auch noch ein Zusatzdeckelchen vorhanden war zum draufschrauben.
      Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, daß sich ein Sammler sowas in die Wohnung stellt, auch nicht ein ungebrauchtes Ausstellungsstück. Das find ich schon arg schräg.
      (Sollten Kindersärge nicht eigentlich in Weiss gehalten sein?)

    • C. Araxe sagt:

      Ein Kindersarg bleibt zwar ein Kindersarg (und ist in der Tat meistens weiß), aber früher gab es in vielen Haushalten sogenannte Betrachtungssärglein. Es war also mal normal, sich einen kleinen Sarg in die Wohnung zu stellen.

    • Orinoko sagt:

      Hm, so ein kunstvoll gemachtes Betrachtungssärglein könnt ich mir als spirituelle Hilfe auch gut vorstellen. Hab ich heute das erstemal von gehört. Danke für den Hinweis 🙂
      Meine Sammlung zu diesem Thema beschränkt sich bis jetzt auf zwei kleine Bücher.
      Eines ist `Das Buch vom guten Tod´, ein Primizgeschenk mit Gebeten und Anregungen für ein unbeschwertes Ableben in gottgefälligem Sinne. Da konnt ich wegen des schönen Titels nicht wiederstehen. Das Zweite `Das Spektrum der Toten´ ein nicht soo gelungenes Sachbuch über: `seltsame Unfälle, sensationelle Verbrechen und merkwürdige Selbstmorde´ mit etwas Psychologie dabei.
      Mal sehen, was ich noch so finde.

    • C. Araxe sagt:

      „Primizgeschenk” musste ich als Heidin erst einmal nachgoogeln …

      So etwas in der Art wie das Zweitgenannte habe ich auch. Den Titel weiß ich jetzt allerdings nicht, ohne nachzusehen.

      Auf interessante Veröffentlichungen bin ich natürlich immer neugierig.

  11. Pegasus200 sagt:

    Verehrteste,
    Sie stehen in meinem ewigen Kalender, aber das nützt wenig, wenn man da nicht reinschaut. Nun ja, ich habe dort hineingesehen, allerdings eben erst.
    Deshalb mit einem Tag Verspätung meine besten Wünsche fürs neue Lebensjahr. Hoffe, Ihr Tag war mindestens so angenehm, wie mein Schnapszahltag vor einigen Monaten.

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