Donnerstag, 24. November 2005


Museale Terrorattrappe

Viele Frauen nennen stolz Regimenter von Handtaschen ihr eigen. Dazu zähle ich nicht. Meist bin ich mit einem kleineren Rucksack unterwegs, der dann aber auch überallhin mit muss, da ich alles Lebensnotwendige in ihm mit mir führe. Und so mag ich mich nur ungern von ihm trennen. Das hat dann mitunter ein paar Dispute zur Folge, in Museen z.B., wo man größtenteils danach trachtet, den Rucksack in Gewahrsam zu nehmen. Wohl durchdachte Begründungen hört man dann wie die, dass man den schwarzen Rucksack auf meiner schwarzen Kleidung nicht sehen würde. Ja und? Habe ich nicht verstanden und es konnte mir auch nicht erklärt werden, somit habe ich dieses Argument nicht gelten lassen. Was dann auch akzeptiert wurde. Im gleichen Museum war man aber das Mal darauf konsequenter. Der Rucksack wurde einbehalten und mir wurde kein Glauben geschenkt, dass es auch anders geht. Mit dem Behalten wurde dann auch etwas übertrieben als der Rucksack gleich nach der Rückgabe wieder in Museumsobhut übergehen sollte. Ich glaube, da wurde etwas falsch in Bezug auf Besucherbindung verstanden. Bei meinem letzten Museumsbesuch war man dagegen wieder gnädig und meine Versicherung, dass ich den Rucksack ganz, ganz klein machen würde, wurde mit einem „Ja, dann geht das“ quittiert.

- 2005.11.24, 9:05
28 Kommentare - Kommentar verfassen



28 Responses to Museale Terrorattrappe

  1. Paulaline sagt:

    Nun bin ich mir nicht ganz sicher, aber einbehalten nach Verlassen des Museums darf gar nicht sein. Die schwarz auf schwarz Erklärung ist völliger Dummfug, schade dass es solche Menschen immer noch ins Sicherheitsgewerbe schaffen und mit Ihrem bißchen „Macht“ spielen müssen. Denen sollte man lieber ein Polizeiauto schenken!
    Ich wünsche auf dem nächsten Museumsbesuch wieder mehr Glück.

  2. Alakina sagt:

    Ich mag weder Handtaschen, noch Rucksäcke und sehe von daher zu, immer alles in meinen Jackentaschen unterbringen zu können, was mir auch immer gelingt.
    Es ist mir immer ein Rätsel, was andere Frauen meinen alles so mit sich rumschleppen zu müssen.
    Geld, Schlüssel und Lipgloss reichen doch völlig und passen eigentlich in jede Jacke.
    Und wenn dies wegen Sommers und akutem Taschenmangel an der Bekleidung mal nicht geht: ja, wozu hat man denn seine männliche Begleitung? 😉

  3. nestor sagt:

    somit wohl besser mit tussi-handtäschchen museales besuchen…

    • C. Araxe sagt:

      Nö, nix da. Da passt mein Survival-Kit nicht rein. Es ist dann zwar etwas blöde, wenn man gegebenenfalls seinen Kram in einer durchsichtigen Plastik-Tüte, vom Museumspersonal überreicht, unterbringt, aber diese Situationen haben doch einen gewissen Unterhaltungswert – ein schönes Thema für soziale Studien.

  4. Besuchen Sie halt nur noch Museen mit großformatigen Ausstellungsstücken, nie never ever in den Rucksack hineinpassen würden.
    Oder sagen Sie, daß Sie Ihre Bomben, Messer und Schrotflinten stets am Körper tragen und somit die Abgabe des Sackes nix, überhaupt nix verhindern kann.

  5. twoblog sagt:

    Aufklärung. Die Frage ist doch nur, ob in dem Rucksack der Revolver liegt, mit dem Sie mich alle machen wollten.

    Wäre ich Museumswärter – ich hielt sie für gefährlich.

  6. Paulaline sagt:

    Nun bin ich mir nicht ganz sicher, aber einbehalten nach Verlassen des Museums darf gar nicht sein. Die schwarz auf schwarz Erklärung ist völliger Dummfug, schade dass es solche Menschen immer noch ins Sicherheitsgewerbe schaffen und mit Ihrem bißchen „Macht“ spielen müssen. Denen sollte man lieber ein Polizeiauto schenken!
    Ich wünsche auf dem nächsten Museumsbesuch wieder mehr Glück.

  7. Alakina sagt:

    Ich mag weder Handtaschen, noch Rucksäcke und sehe von daher zu, immer alles in meinen Jackentaschen unterbringen zu können, was mir auch immer gelingt.
    Es ist mir immer ein Rätsel, was andere Frauen meinen alles so mit sich rumschleppen zu müssen.
    Geld, Schlüssel und Lipgloss reichen doch völlig und passen eigentlich in jede Jacke.
    Und wenn dies wegen Sommers und akutem Taschenmangel an der Bekleidung mal nicht geht: ja, wozu hat man denn seine männliche Begleitung? 😉

    • C. Araxe sagt:

      Jackentaschen reichen bei mir, wenn ich etwas länger unterwegs bin, leider nicht aus. Ein Buch und eine Flasche Wasser sind dafür meist zu groß.
      Für Lastesel bin ich wohl doch zu emanzipiert. Oder so. ;·)

    • Paulaline sagt:

      ich bin auch meist ohne Taschen unterwegs. Rücksäcke finde ich, entschuldige Frau Araxe, ganz gruselig. Hosentaschen des Begleiters aber auch.
      Wenn es gar nicht anders geht, z.B. unterwegs, habe ich eine etwas größere Handtasche, wo bequem ein Buch, (Kellner-)Portemonaie, Zigaretten, Handy, Schminkzeugs, Zahnbürste, Fotoapperat und sonstiges Gedöns reinpassen. (Wie das geht, wundere ich mich auch immer wieder, denn so groß sieht sie gar nicht aus.) Bei einer Flasche würds allerdings knapp werden, fürchte ich.

    • Alakina sagt:

      Das ist doch keine Frage der Emanzipation. Oder wenn, dann falsch verstandene. In unserer Beziehung helfen wir uns jedenfalls noch gegenseitig.
      Natürlich könnte ich meinen Kram selbst tragen. Aber wozu soll ich eine extra Tasche mitnehmen, wenn mein Freund genügend geräumige Taschen in seiner jacke hat? Und so langweilig ist mein Freund nicht, dass ich ein Buch in seiner Anwesenheit brauche.

    • C. Araxe sagt:

      Es gibt aber ebenso noch diese reflexhafte Hilfsbereitschaft (die gern als Überlegenheitsgeste rüberkommt), auch wenn sie inzwischen sehr selten geworden ist, einer Frau prinzipiell das Gepäck zu tragen.

      Und Sie werden eventuell auch mal ohne Ihren Freund unterwegs sein und möchten dann ganz eventuell auch ein Buch mitnehmen. ;·)

Kommentar verfassen