Ich kann es immer noch nicht ganz glauben, aber alle Förderanträge für die Wärmepumpe sind durch! Im Gegensatz zu dem monatelangen Desaster bei der BAFA ging es in Hamburg ziemlich fix in knapp zwei Wochen und bei einer Nachfrage meinerseits musste ich nicht einmal meine Antragsnummer angeben – da wusste man sofort, um was es ging und wie der Stand ist („Liegt nur noch zum Unterschreiben beim Chef.”) Und seit heute steht auch der Liefertermin und damit verbunden der Start der Installation fest! Übernächsten Montag soll es losgehen und dann soll innerhalb der Woche die Fertigstellung erfolgen.
Eigentlich wollte ich über dieses leidige Thema erst wieder schreiben, wenn wirklich alles erledigt ist, also auch alles funktioniert. Aber die Freude darüber ist einfach zu groß, dass nun (zumindest theoretisch) ein Ende der Eiszeit in Sicht ist. In Nahsicht!
Ganz so kalt ist es zwar nun nicht mehr (also keine derben Minusgrade) und die Infrarotheizungen reichen locker aus bzw. gewöhnt man sich wohl auch etwas an normalerweise als kalt empfundene Zimmertemperaturen. Nicht gewöhnt habe ich mich allerdings an die spärliche Warmwasser-Notversorgung, insbesondere beim Haarewaschen. Aber auch das hatte positive Nebenaspekte.
Nachdem ich diverse Duschangebote bekommen und teilweise auch gern wahrgenommen habe, bin ich nun doch wieder öfters in die Schwimmhalle gegangen. Also nicht nur zum Haarewaschen, sondern um ebenfalls ein paar Bahnen zu ziehen. So wie heute auch. Allerdings lediglich in der kleinen Schwimmhalle in der Nachtbarschaft, bei der nicht nur das Becken klein ist, sondern auch zu einem Drittel oder mehr Nichtschwimmerbereich – sprich man stößt schnell mal an den Boden, wenn man keine freie Bahn hat und nicht zügig durchschwimmen kann. Mal ganz davon abgesehen, dass die hier gehäuft anwesenden Kiddies auch ansonsten recht nervend sein können. Die von mir in früheren Zeiten genutzte Alsterschwimmhalle ist nach langjähriger Umbauphase ja wieder zugänglich, wurde aber noch nicht genutzt. Dumpf erinnere ich mich jedoch hierbei an die Nervigkeit der Kampfschwimmer. Und ehrlich gesagt war meine Kondition schon mal besser, so dass ich auch bei 50-Meter-Bahnen unter optimalen Bedingungen nur mühsam meine 1000 Meter oder gar mehr schaffen würde.
Die wieder zunehmend intensive Nutzung einer Schwimmhalle will ich indes auch nach der Verfügung von ausreichend heißem Wasser im RL-Gruselkabinett fortführen. Besonders freue ich mich aber darauf, dass dann dort wieder ein Wannenbad möglich ist. Für meinen Lieblingsbadezusatz (Salz und Essenz) habe ich ein Abo, weil es oft nicht verfügbar war. Beim Abo gibt es nun auch Lieferschwierigkeiten, aber ich habe ja nun noch genug und kann es gar nicht abwarten, dass ich endlich wieder in wohligwarmen Wasser weilen kann.
Die ganze Angelegenheit erinnert mich übrigens auch an ganz frühe WG-Erfahrungen. Aus Kostengründen hatte der Hauptmieter der Neuinstallation und somit der Versorgung mit Warmwasser nicht zugestimmt. Das Heizen erfolgte mit Heizstrahlern sehr kostenintensiv, auch wenn Strom damals noch recht günstig war, weswegen diese nur temporär eingeschaltet wurden. Meine Heizung stand direkt vorm Bett (zu der Zeit war ich auch viel unterwegs) und ich schaltete sie dann nur kurz vorm Schlafen ein. Mein Schlaf war damals noch sehr fest und so wachte ich eines Morgens in einem sehr warmen Zimmer auf. Da hatte ich wohl die Heizung nicht ausgeschaltet. Dann sah ich, dass mein Arm voller Brandblasen war. Und erst dann spürte ich mit einiger Verzögerung den Schmerz … Ansonsten wurde ein Wasserkocher benutzt und einige Zeit später wurde die Warmwasserleitung temporär illegal angezapft. Baden war dann auch wieder mit einigem Aufwand möglich und ich habe es sehr genossen. Aber nicht ohne, dass Probleme auftauchten – der illegale Anschluss war dann auch mal undicht, so dass alle zwei Stunden auch nachts ein Eimer geleert werden musste, bis dann die selbst zusammengelöteten Dichtungen wirklich dicht waren. Unglaublich, wenn ich daran zurückdenke (und meine jetzigen Probleme dagegen Luxus sind), aber damals war ich jung, aus der zusammenbrechenden DDR mit maroden Verhältnissen frisch im Westen angekommen und sehr flexibel bis anspruchslos. Andere WG-Mitbewohner aus Westdeutschland jedoch ebenfalls – die Miete war halt sehr günstig und Wohnraum auch damals schon sehr knapp.
Zu DDR-Zeiten bin ich hingegen mit Zentralheizung und jederzeit möglichem Baden in der Wanne im eigenen Bad aufgewachsen, was da auch nicht selbstverständlich war. Kohleöfen und Klo auf halber Treppe mit den Nachbarn waren durchaus noch üblich.
Diese ganzen Erinnerungen machen mir wieder mehr als bewusst, wie wir den Standard, in dem wir hier meist leben, als Selbstverständlichkeit hinnehmen.