Montag, 11. Juli 2005


Polen 1987

Pfadfinderlager. Appelle am frühen Morgen, fast noch in der Nacht. Schokolade und Kaugummi aus DDR-Produktion, eigentlich ungenießbar, die gegen alles getauscht wurden – meist Uniformteile, sogar das Czuwaj-Kreuz (bei Entdeckung des Fehlens gab es mächtig Ärger). Dauerregen und knöcheltiefer Schlamm im Zelt. Plumpsklos, die mit Eimer und Schaufel geleert werden mussten (z.B. wenn man sein Czuwaj-Kreuz verscherbelt hatte). Wilde alkoholische Mischungen aus Sprit und Cola. Ich kann mich nur an eine Nacht erinnern, in der ich nüchtern blieb. Und das war nicht die, in der es spät abends Alarm gab. Nachtwanderungen, besoffen im Wald ohne Taschenlampe (die waren verboten) und jede Wurzel mitnehmend, machen jedenfalls nicht so viel Spaß. War aber eine sehr lustige Zeit. Bigos esse und koche ich immer noch sehr gern.

- 2005.07.11, 12:42
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41 Responses to Polen 1987

  1. realflapjack sagt:

    Alk, der guude Alk Durften wir Pfadfinder nicht alle in einem Sommerlager unsere ersten Erfahrungen mit dem Teufelszeug machen? 🙂
    Ich erinner mich noch gut, als mein Gruppenleiter sagte: Jung, Du darfst trinken (ich war 13). Besser mit mir und hier als irgendwo in der Gosse.

    Ach wie sehr vermisse ich diese Zeit….

  2. Da haben Sie mir ja mächtig was voraus.
    Also was die frühen Erfahrungen bezüglich Pfadfinder und Trunkenheit betrifft, meine ich.
    In unserem Zeltlager anno 1996 (ca.) in Polen gab es auch zahlreiche „Morgenappelle“, ausschließlich zelebriert von den Ostblockstaaten wie Estland, Litauen und Polen. Anfangs war uns zum Schmunzeln, aber dann respektierten wir deren Ehrfürchtigkeit, auch wenn wir sie in diesem Maße nicht nachvollziehen konnten.
    Wenn Sie Bekanntschaft mit Bigos gemacht haben, dann sicher auch mit Kartoffel- und Wurstgerichten in jeglicher Form. Jedes gab es immer über 3 Tage hinweg, wobei wir erst immer dachten, es sei immer nur in großen Mengen eingekauft worden, die nun verbraucht werden müßten.
    Bis wir per Zufall erfuhren, daß das Gericht am dritten Tag die Resteverwertung vom ersten Tag war…

  3. dori sagt:

    angeheiterte Spaziergänge im Wald, traumhaft, so muss das sein.. ;-))

  4. gulogulo sagt:

    @ doris blog wie nennt ihr denn gselchtes? rauchfleisch?

  5. realflapjack sagt:

    Alk, der guude Alk Durften wir Pfadfinder nicht alle in einem Sommerlager unsere ersten Erfahrungen mit dem Teufelszeug machen? 🙂
    Ich erinner mich noch gut, als mein Gruppenleiter sagte: Jung, Du darfst trinken (ich war 13). Besser mit mir und hier als irgendwo in der Gosse.

    Ach wie sehr vermisse ich diese Zeit….

  6. realflapjack sagt:

    aber es is niemehr so wie früher…. leider. das bringt die pfadfinderei aus mit sich: erinnerungen. schwelgen. aber eben nur erinnerungen. man bleibts zwar immer, bei jedem bier denkt man an das erste am lagerfeuer…. aber naja…. ich werd ganz traurig.

  7. realflapjack sagt:

    das stimmt natürlich. also ich glaub ich muss doch mal wieder ein lager mitmachen 🙂

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