Mittwoch, 10. Mai 2006


Wenn die Nacht am dünnsten

Noch schlafend, aber im Traum schon wissend, dass man gleich aufstehen muss. Auch als der Weckruf längst vernommen wurde, sind die Augen geschlossen, die Augenlider fest aufeinander gepresst. Bloß nicht aufmachen. Die Helle des neuen Tages wird ignoriert und auch die Zeit, die einem schon wieder im Nacken sitzt. Es ist ganz bestimmt noch Nacht. Doch sicher. Noch etwas weiterschlafen. Nur ein paar Sekunden …

- 2006.05.10, 7:34
55 Kommentare - Kommentar verfassen



55 Responses to Wenn die Nacht am dünnsten

  1. freifrau sagt:

    jetzt aber raus ! …und den sonnenaufgang beklatschen ;-))))

    • C. Araxe sagt:

      „Ein Mensch erhebt sich so plötzlich wie ein Gespenst auf einem Sarg und sackt auf die gleiche Art zusammen.
      Er erhebt sich einige Stunden später von neuem und sackt wieder zusammen, jeden Tag auf’s Neue: Dieser große Zeugungs-Akt mit der himmlischen Atmosphäre wird bestimmt durch die Erd-Umdrehung im Angesicht der Sonne.“

      „Die Pflanzen richten sich ausnahmslos zur Sonne auf; die Menschen dagegen, obwohl sie wie die Bäume phallischer Natur sind, wenden, im Gegensatz zu den anderen Tieren, die Augen ab.“

      Georges Bataille: Der Sonnen-After

  2. Toll, wie Sie im Traum den Rechner hochfahren können. 😉

  3. grrr, ich wollte heute aufstehen (wicgtiges Seminar), aber mein Wecker hat mich im Stich gelassen…

  4. aiiiia sagt:

    Es ist die Nachtigall, Frau Araxe : )

  5. waschsalon sagt:

    das bett ist nie weicher, wärmer, kuschliger als zwischen dem ersten klingeln und dem aufstehen. es sei denn man hat urlaub – und nix klingelt. dann genießt man einen espresso auf der terazza. so wie ich. ätsch.

  6. graefin sagt:

    doch dann… ….rumpelt der Müllwagen vor dem gekippten Fenster und lässt mich erschreckt zusammenzucken.

  7. dori sagt:

    Frau Araxe, nie war die Zustimmung grenzenlose als diesesmal….wenn das aufstehen immer so schwer fallen würde wie heute, dann würde ich es irgendwann ganz lassen…

  8. sokrates2005 sagt:

    Augen zu und durch … riet man uns in so einem Fall beim Wehrdienst.

  9. theswiss sagt:

    einfach so, hat auch nix damit zu tun. Aber weil ich ein netter Mensch bin und weiss, dass Sie sowas immer brennend interessiert – hier. Ach ja .. gern geschehen 🙂

  10. Pegasus200 sagt:

    Jau!
    Datt hab ich auch jeden Morgen!
    Nur, daß es noch nicht so hell ist um 5.30 Uhr.
    Aber der Radiowecker läuft laut weiter und die Leuchtziffern und mein Chef (im Kopf) sagen mir, daß es wieder mal Zeit zum Tag vergeuden ist.
    War übrigens am Sa auf der Stahlklang, ganz spontan. Fand ich aber nicht sooo besonders.

  11. wvs sagt:

    Während mehrerer Phasen des Schlafes ….


    twoday.net


    ist der Schläfer nahe der Aufwachschwelle. Dieser Wechsel zwischen Tiefschlaf und Aufwachschwelle ist wichtig, um die physiologischen Parameter wieder zu normalisieren …. das Empfinden, nur morgens „kurz vor dem Aufwachen“ zu sein trügt – so leid es mir tut, Ihnen da zu widersprechen …. es ist nur so, daß man sich noch daran erinnert, weil es noch im Kurzzeitgedächtnis gespeichert ist – während die vorherigen Phasen schon wieder „gelöscht“ sind ….

    • C. Araxe sagt:

      Das ist mir nicht unbekannt. Aber zum Glück bekomme ich das selten mit. Als das kleine Monster noch ganz klein war ist allerdings die Tiefschlafphase komplett weggefallen und es gab nur noch „kurz vorm Aufwachen“ oder gar nicht schlafen. Rekord wahr wohl zwei Stunden Schlaf in der Woche. Hm, ja – Dreimonatskoliken sind nicht lustig.

    • wvs sagt:

      Ihre Analyse …. des stattgehabten Schlafes und die Realität müssen voneinander abweichen – sonst wären Sie nicht mehr unter uns. Was hingegen durch das Vorhandensein von Beiträgen – ihren Beiträgen – ad absurdum geführt wird ….

      Sie kennen das doch sicher auch von „älteren Herrschaften“: Die tauschen sich nur allzugern darüber aus, daß sie wieder „überhaupt nicht geschlafen haben“.

    • C. Araxe sagt:

      In drei Versuchsserien, die alle in den sechziger Jahren durchgeführt wurden, blieben Versuchspersonen unter kontrollierten experimentellen Bedingungen sieben bis neun Tage lang wach. Der Rekord weltweit liegt bei 11 schlaflosen Nächten (Randy Gardner).

      Nur so viel dazu.

      Zumindest war das längste zusammenhängende Stück Schlaf nur zwei Stunden lang.

Kommentar verfassen