Mittwoch, 13. Juni 2007


Zettelwirtschaft

Auf den Straßen, auf den Wegen – überall liegt Müll. Es wird einfach weggeschmissen, was nicht mehr gebraucht wird. Aber ist das wirklich alles Müll? Kommt darauf an, was man daraus macht …
So entstand letztes Jahr bei einer Abschlussarbeit der HfbK aus weggeworfenen Zetteln Kunst. Wesentlich länger werden hier solche Fundstücke gesammelt. Nun ist eine Auswahl davon als Buch in deutscher Übersetzung erschienen. Das ist natürlich sehr wenig, wenn man allein daran denkt, was man selbst schon so alles für Zettel erhalten (und auch weggeworfen) hat – rührende, erheiternde, zärtliche, bitterböse, banale – die könnten schon mehrere Bände füllen. Aber zum einen gibt es Leute, die Bücher bevorzugen und sagen: „Ein Internet werde ich mir nie kaufen.”, zum anderen findet man die eigenen Zettelwelten nur halb so spannend wie die anderer Menschen, meint man doch, sich in seinem eigenen Leben auszukennen. Dass ein Buch (oder auch mehr) nicht ausreicht, ist aber offensichtlich, daher wird auch auf deutschen Straßen fleißig für virtuelle Seiten gesammelt. Genau das richtige für Blogleser, möchte ich behaupten – sind das doch Voyeure par excellence.

- 2007.06.13, 11:18
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30 Responses to Zettelwirtschaft

    • C. Araxe sagt:

      Da müssen Sie noch mal gründlicher lesen. „Toll” ist out.
      (genauso wie „Klassischi Musik” oder „Telletubys”)
      *g*

    • Tubias sagt:

      Egal, ob ich für frühsenil gehalten werde: Ich (45) finde die Teletubbi*s gut. Habe zwei CDs von denen, und deren Texte sind teilweise so hintersinnig, daß sie selbst Erwachsene zum Grübeln bringen können. Auch musikalisch sind sie anspruchvoll, also sagen wir: unterhaltsam. Tele-tubbies, Tele-tubbias, saagen – halloo

      A-ooh?!

      Na ja, was soll’s, mich versteht sowieso keiner.

      Auf jeden Fall kümmert es mich gaar nicht, ob etwas out ist. Was gut ist, bleibt gut.

      Auch wenn die Mutter (Beruf: Pädagogin) eines dreijährigen Mädchens, dem ich voller Inbrunst eine TT-CD aus meiner Sammlung zum Geburtstag geschenkt habe (wir haben am selben Tag Geburtstag), alles daran gesetzt hat, das Teil wieder verschwinden zu lassen.

    • C. Araxe sagt:

      Ähm, ja die Teletubbies …
      Sehr positiv (und wohl auch als einziges) finde ich, dass bei denen die traditionellen Geschlechterrollen aufgebrochen werden. Das gab es vorher noch nie bei Sendungen für Kleinkinder. TinkyWinky hat eine Handtasche (und wird dafür ja auch für schwul gehalten, weswegen mancherorts ein Verbot der Teletubbies gefordert wird) und Po hat einen Roller.

  1. Idoru sagt:

    grossartig.

    mein favorit bis jetzt: „meine oma feiert heute ihren 100. geburtstag UND ich habe einen waschbären im badezimmer. ab 15:00 geöffnet.“

  2. NibblesChris sagt:

    Das ist ja mal eine Idee, die nachzuverfolgen lohnt. Beim nächsten Hunderunding werde ich mal die Augen offen halten (ich hoffe nur, da hat nicht schon einer draufgepinkelt, wenn ich das in die Hand nehme :-/)

  3. twoblog sagt:

    Interessant, aber nicht ganz neu. *g*

  4. Iggy sagt:

    hochinteressant, leider habe ich hier (auf arbeit) keinen flash-player… mist!

  5. graefin sagt:

    Danke fürs Finden.
    Es ist wunderbar sich da durchzuklicken.

  6. Eugene Faust sagt:

    Mir gefällt v.a. Herr Hamma, der vielseitige Problemlöser mit 100% Resultat. 😉

    • C. Araxe sagt:

      Reicht Ihnen 117+ etwa nicht?

    • Eugene Faust sagt:

      117+ löst ja nicht alle meine Lotto Probleme.

    • C. Araxe sagt:

      Warum nicht? Was haben Sie denn für Lotto-Probleme?

      Sie haben nicht die richtigen Zahlen?
      Packen Sie die falschen einfach bei 117+ rein.

    • Eugene Faust sagt:

      Ich spiele ja gar nicht, fragte mich aber, ob es beim Lottospielen tatsächlich mehr als EIN Problem geben kann.

    • C. Araxe sagt:

      1. Probleme, wenn man die falschen Zahlen hat.
      Hierbei gibt es eigentlich nur ein Problem – die Zahlen sind einfach falsch. Daraus ergeben sich aber mehrere Probleme, wenn man analysiert, warum diese falsch sind. Wenn man immer dieselben Zahlen nimmt, können diese von Anfang an falsch sein, weil sie eine geheime Absprache mit dem Schmetterling in China haben, so dass sie einfach nie gezogen werden oder es gibt eine korrupte Lotto-Mafia, die dafür sorgt. Sie können zwar richtig sein, aber nicht für das Lotto, bei dem sie eingesetzt werden. Dann sind sie quasi auch falsch, aber nicht vollkommen falsch wie die zuvor genannten Varianten.

      2. Probleme, wenn man die richtigen Zahlen hat
      – Der Lottoschein wurde vom Meerschweinchen aufgefressen.
      – Das Toilettenpapier war alle.
      – Das Kind ist stolz, weil es ganz tolle Papierflugzeuge bauen kann.
      – Es wurde vergessen, den Lottoschein abzugeben, weil man gerade einen spannenden Blogbeitrag gelesen hat.
      – Man ist soundso wunschlos glücklich.
      – Dummerweise hat man erzählt, dass man die richtigen Zahlen hat.

      tbc.

    • Eugene Faust sagt:

      So, und wie lösen wir jetzt diese Probleme?

      Am besten wohl mit 2 e)

      edit: Da hat sich Herr Hamma aber ‚was vorgenommen…

    • C. Araxe sagt:

      Nr. 2 e) – ja, man muss Prioritäten setzen.
      *g*

  7. Tubias sagt:

    Ich habe darüber im Radio gehört, auf meinem Lieblingssender NDRInfo, und ich finde das eine Eintagsfliege. Was soll daran interessant sein, welchen Einkaufszettel jemand in Kansas City weggeworfen hat?

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