Donnerstag, 14. Juni 2007


Zurück in die Steinzeit

Der eine oder andere Leser (die gesonderte Ansprache an die Leserinnen lasse ich als Ostzivilisierte weg, aber selbstverständlich sind auch diese gemeint) ist im Besitz der Nummer meines Mobiltelefons. Dieser Besitz wurde enteignet – mit anderen Worten: diese Telefonnummer können Sie löschen. Ich leiste mir nämlich nun wieder den Luxus, nicht ständig erreichbar zu sein.

- 2007.06.14, 13:26
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44 Responses to Zurück in die Steinzeit

  1. romanl sagt:

    kann nix löschen, aber recht haste
    gruss r.l

  2. aiiiia sagt:

    geben Sies zu: Sie haben das ding nur verschwinden lassen weil die standby-anrufe aus dem büro anfangen zu nerven. : )

  3. gulogulo sagt:

    auf gut deutsch, du kannst dir die 500 euro im monat für das stundenlange ratschen am handy nimmer leisten. 😉

  4. honigsaum sagt:

    Ja, so gehts auch. Die Nummer meines Mobiltelefons haben nur zwei Menschen. (Und auch die haben ständig Probleme, weil ich es nie klingeln höre.) Deswegen schicken sie mir SMS, die ich dann 10 Stunden später tatsächlich finde und beantworte.

  5. romanl sagt:

    kann nix löschen, aber recht haste
    gruss r.l

  6. Ich mache mir Sorgen um Sie! Ich glaube, die Enttechnisierung Ihres fernmündlichen Kommunikationsverhaltens und Ihr Rückzug in das autonome Private könnte ein erstes Anzeichen von beginnendem Autismus sein.

    Nutzen Sie denn noch Photoshop oder haben Sie auch schon wieder Malstifte und Radiergummi reaktiviert? 😉

    • C. Araxe sagt:

      Ähm, „ein erstes Anzeichen von beginnendem Autismus” …

      Der war bei mir eigentlich schon immer stärker ausgeprägt und betrifft nicht nur fernmündliche Kommunikation.

      Hach, „Malstifte und Radiergummi” …
      Ich habe früher sehr viel gemalt, aber inzwischen ist es meist doch Photoshop. Allerdings nicht nur. Zum Zweidimensionalen wie Malen und Zeichnen habe ich zwar nicht zurückgefunden, um so mehr aber zum Dreidimensionalen (in der Galerie LÀ-BAS gibt es ja ein paar Sachen zu sehen). Es wäre auch mal wieder Zeit für neue Machwerke …

    • Nette Dinge haben Sie da in Galerie LÀ-BAS zusammengestellt. Letzten Sommer war ich auf Usedom mal in einer Ausstellung „Mittelalterliche Folterwerkzeuge“. Diese morbide Versammlung des Schreckens hätte wahrscheinlich Ihre volle Aufmerksamkeit gefunden. Außer Kratzeisen und Daumenschrauben wurden dort noch Dutzende anderer Originalstücke gezeigt, mit denen man seinerzeit Menschen möglichst langsam und qualvoll vom Leben zum Tode brachte.

      Mein Geist und mein Magen sind wirklich ausnehmend robust, aber als ich wieder draußen war, musste ich mit beiden ziemlich kämpfen. Und war wieder ein Stück mehr Darwinist geworden, zumindest was die Abstammung des Menschen vom Tier angeht. Es war fast unerträglich, zu sehen, zu welchem perfiden Erfindergeist sadistische Menschen Tiere in der Lage waren – besonders, wenn sie noch einen katholischen Glauben vor sich hertrugen. Kirche und Frauen… mir wird heute noch schlecht, wenn ich mich an manche der Austellungsbilder erinnere, die die Anwendung der Werkzeuge dokumentierten…

    • C. Araxe sagt:

      Naja, das Kratzeisen und die Daumenschrauben haben ja eigentlich andere Funktionen bzw. wurden mal für eine andere Nutzung hergestellt.

      Ich glaube nicht, dass sich am „perfiden Erfindergeist” etwas geändert hat. Und auch nicht, dass das damals etwas mit dem katholischen Glauben zu tun hatte bzw., dass dieser nun im besonderen Maße dafür verantwortlich zu machen ist.

    • Naja, vielleicht waren die Erfinder nicht sonderlich katholisch, die Nutzer und Anwender der Gerätschaften aus der heiligen Inquisition dafür umso mehr. Zumindest pro forma.

    • C. Araxe sagt:

      „Im Namen der Kirche” – ja. Trotzdem heißt das nicht zwangsläufig, dass insbesondere der katholische Glaube (egal, ob nun vorgegeben oder wirklich überzeugt davon) zu sadistischen Erfindungen und Handlungen führt. Dafür würde ich vornehmlich die Machtverhältnisse verantwortlich machen.

    • OK, und wer war die machtvollste Instanz im Mittelalter?

    • C. Araxe sagt:

      Meinen Sie wirklich, dass da die Durchsetzung des Glaubens im Vordergrund stand und nicht die Sicherung von Macht?

    • Hmm, was macht es für einen Unterschied, aus welchen Motiven die Kirche Menschen umgebracht hat? Aus Sicht des Gequälten, Gefolterten, Verbrannten und Ertränkten ist es wohl Jacke wie Hose, ob er wegen der Durchsetzung des Glaubens oder aus simplem Machterhalt umgebracht wurde.

    • C. Araxe sagt:

      Sicher, für die Opfer ist der Grund gleichgültig, aber dadurch ist er doch nicht per se gleichgültig.

      Nach wie vor wird Gewalt legitimiert, wenn es um die Wahrung von Machtverhältnissen geht. Und immer noch wird dies auch als Kreuzzug gegen das Böse bezeichnet. So weit ist das Mittelalter gar nicht entfernt.

    • Ich glaube, diese Diskussion hatten wir kürzlich schon mal. Und obwohl (wie Sie bei mir gelesen haben) es das personifizierte Böse auf mich abgesehen hat, bleibe ich dabei, dass es keinerlei Ligitimation für Gewalt gegen Menschen gibt – von welcher Seite auch immer sie ausgeht.

      Trotzdem nehme ich erleichtert zur Kenntnis, dass es für Sie wichtig wäre, aus welchem Motiv heraus ich Sie irgendwann kopfüber an einem Seil in meine böse rotierende Brotbackmaschine hinablasse. *g

    • C. Araxe sagt:

      Da bin ich ja beruhigt, dass Sie nur ein Seil verwenden. Ich trage ja immer dies bei mir.
      *g*

      (Und damit kann ich nicht nur Seile durchtrennen.)

    • Das Seil an Händen und Füßen ist ja nur meine Versicherung, dass Sie nicht plötzlich Kratzeisen, Hackbeil oder Schlimmeres zücken. Aug in Aug mit dem rotierenden Brotmaschinenknetmesser werden Sie eh in Panik verfallen und alle meine Kommentare rückwirkend inbrünstig gutheißen, bevor Ihnen die Maschine Ihr Kopfhaar schrotet und elegant in ein Roggenvollkornbrot einarbeitet!

      Ich gehe davon aus, dass Sie es leider nicht mehr probieren werden können.

    • C. Araxe sagt:

      Sie mögen Brot mit Haaren? Also, mit sehr viel Haaren?
      Das werden Sie sich bestimmt noch mal überlegen bzw. kommt es soundso nicht dazu, weil das Hackebeil bei mir immer im Anschlag ist.

    • Hackebeil im Anschlag macht mittelfristig einsam! Das Brot werde ich natürlich meinem Pfarrer schenken. Das ist meine kleine Rache an der Kirche für die Inquisition generell und meine Ministrantenzeit im Besonderen. Ich weiß – nicht sonderlich gewalttätig, wenn man von Ihrem bescheidenen Beitrag des Ablebens in einer Brotbackmaschine absieht.

      So, jetzt muss ich mich leider absentieren um die Daumenschrauben meiner im Keller eingesperrten Erzbischöfe nachzuziehen. Ich erwarte, dass sie sich noch heute zu Darwin bekennen! Alsdann, ich halte Sie auf dem Laufenden.

    • C. Araxe sagt:

      Ach, das macht nichts. Einsamkeikeit bin ich als tendenzielle Autistin gewohnt. Das mit dem Pfarrer werden Sie sich auch noch mal überlegen müssen. Es wird sich nicht vermeiden lassen, dass er dann Haare auf den Zähnen hat.

      Im oben erwähnten Zusammenhang kann ich mich nicht zu Darwin bekennen. Aus meiner Sicht sind Tiere zu keinem sadistischen Verhalten fähig. Es mag zwar für viele grausam aussehen, wenn beispielsweise ein Wolf ein Lämmchen reißt, ist es aber nicht.

    • Nein, nein, ich wollte Sie gar nicht bekehren. Das kleine „sie“ bezog sich doch auf die Erzbischöfe! Der Erste ist schon konvertiert. Bei den anderen Zweien werde ich jetzt Nahaufnahmen von Chiara Ohoven einsetzen – das ist schlimmer als das Kratzeisen!

      Stimmt, Tiere finde ich auch nicht sadistisch – sie handeln nach Instinkt. Bei Menschen heißt das dann in etwa „im Affekt“. Den werde ich auch natürlich in Anspruch nehmen, wenn ich wg. des Brotmaschinenmassakers vor Gericht stehe. Sie sehen, ich habe alles prima durchdacht und werde bei guter Führung in 2 Jahren wieder draußen sein!

    • C. Araxe sagt:

      Mir fällt gerade ein, dass es einen sehr schönen Film gibt, der Tiere und Sadismus, d.h. de Sade höchstpersönlich verbindet. „Marquis” von Roland Topor. Alle Darsteller tragen darin Tiermasken – der Priester tritt als Kamel auf.

      Oh, ich bin wirklich sehr autistisch oder liegt es daran, dass ich sehr, sehr selten einen Arzt (außer Zahnarzt, aber meiner hat z. B. „mare” bei sich herumliegen) oder so aufsuche und mir die dementsprechende Wartezimmerbildung fehlt? Jedenfalls musste ich erst einmal googeln, wer Chiara Ohoven ist. Hätte ich es lieber nicht getan …

      Alles durchdacht haben Sie trotzdem nicht. Einen entscheidenden Punkt haben Sie glatt außer Acht gelassen. Bei meiner Größe passe ich gar nicht in eine Brotbackmaschine rein! (Mal ganz abgesehen davon, dass Sie mir immer noch nicht plausibel erklärt haben, wie Sie dem Hackebeil entkommen.)

  7. off topic Liebe Frau Araxe, was ist denn da bei Flickr los? Klären Sie mich auf! (ich habe extra nicht gegoogelt, damit Sie jetzt ganz viel tolle Links hier einbauen können)

  8. Tubias sagt:

    Also Frau C. Araxe, soo oft habe ich Sie doch nun auch nicht behelligt.

  9. Iggy sagt:

    ich habe dies immer schon für luxus gehalten und mir ergo auch nie sowas angeschafft…
    (gruß von der hinterwäldlerin)

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