Nun habe ich die ersten beiden Tage mit vielen Eindrücken schon hinter mir. Noch ist alles neu und ich habe in der Praxis eine Menge zu lernen, auch wenn ich bei den Praktika schon vieles vollkommen selbständig gemacht habe. Aber ich habe dazu sicher ausreichend Zeit, denn die Einarbeitungszeit beträgt zehn Wochen.
Vor meinem ersten Arbeitstag war ich allerdings schon mit fast allen Kolleg*innen meines Fachbereichs zusammen, denn am Abend vorher fand eine verspätete Weihnachtsfeier statt, zu der ich auch eingeladen wurde. Neben dem durchaus leckerem Essen bei einem Griechen in der Nachbarschaft gab es auch einen Julklapp, der so organisiert war, dass alle ein Geschenk mit dem Buchstaben D für zehn Euro besorgen sollten. Diese wanderten dann zeitlich begrenzt durch Würfeln von Sechsen zwischen den Anwesenden hin und her. Bevor überhaupt alles losging, wurde schon gerätselt, was es wohl für Geschenke geben würde. Ob wohl ein Dildo dabei sein würde? Ich meinte dazu nur trocken, dass die für zehn Euro nix taugen und sorgte damit gleich für große Erheiterung. (War dann auch kein Dildo dabei. *g*)
Am ersten Tag habe ich dann auch gleich einige Lektionen gelernt wie z. B., dass auch in dieser Einrichtung Papier vielfach Vorrang gegenüber Digitalem hat. Und es gab auch die volle Breitseite bei den traurigen Seiten dieses Berufes mit einem Todesfall. (Gerade diesen Bewohner hätte ich gern noch näher kennengelernt, da er bei sich im Zimmer italienisches Fernsehen eingeschaltet hatte, obwohl er selbst kein Italiener war. Noch habe ich ja aber keine engen persönlichen Kontakte, so dass mich das im Gegensatz zu meiner direkten Kollegin nicht so sehr getroffen hat. Ich hoffe aber, dass ich ihr etwas eine Stütze war.) In der Nacht starb dann noch eine weitere Bewohnerin – ich hoffe nicht, dass sich das nun täglich fortsetzt.
Am zweiten Tag begleitete ich wiederum eine andere Kollegin, da meine direkte Kollegin zur Einarbeitung nun erst einmal Urlaub hat. Mit dieser habe ich mich ebenfalls sehr gut verstanden. Sie hat mich auch gleich unterstützt, als ich ein privates Problem hatte. Indessen habe ich sie dann auch bei der Dokumentation unterstützt. Mir ist schon von Anfang an (also bei allen Praktika und allen Hospitationen) aufgefallen, dass es hierbei oft große Rechtschreibschwächen gibt oder es auch Mühe bereitet, einen Text zu formulieren, worüber sich die Mitarbeitenden bewusst waren und mir dies auch gleich jeweils mitteilten. Ich habe dann immer gleich gesagt, dass ich meine Klappe halte, aber gern unterstütze, wenn dies gewünscht ist. Schließlich kommt es vor allem auf den Inhalt der Dokumentation an und nicht auf Rechtschreibung oder eine vollendet formulierte Wortwahl. Was ich ebenfalls anmerkte. Die für mich heute zuständige Kollegin ging aber gern auf mein Angebot ein und wunderte sich wie viel Rechtschreibfehler fast alle Kolleginnen machen – wohl weil das immer jeweils übernommen wurden. Sie würde nun gern noch mehr mit mir zusammen arbeiten, aber ich betonte nochmals, dass die Thematik ja nicht so wichtig ist. Und auch, dass man mich auf jeden Fall immer darauf hinweisen sollte, wenn ich diesbezüglich doch mal unerwünschte Bemerkungen machen sollte. So wie natürlich auch bei allen anderen Angelegenheiten.
Mit den Bewohnenden hatte ich jedenfalls wieder einige schöne Interaktionen und bekam positives Feedback. Bisher gab es auch keine Mitarbeitenden, bei denen ich ansatzweise gespürt hätte, dass es problematisch werden könnte. Nach zwei Tagen hat man aber sicher noch keinen umfassenden Überblick, aber ich fühle mich dort auf jeden Fall sehr wohl mit allen bisher kennengelernten Kolleg*innen.
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