Wir hatten uns zur Spargelzeit mit einigen Kolleginnen über Spargelrezepte unterhalten und ich habe gleich mal endlos Rezeptideen geliefert. Sofort war dadurch klar, dass ich gern koche. Eine Kollegin von mir kommt aus Westafrika und konnte sich für Spargel nicht so begeistern. Ich meinte dann zu ihr, dass ich auch solche Sachen wie Fufu oder Ndolé koche. Ihre Augen weiteten sich und sie fragte dreimal nach, ob ich wirklich „Ndolé“ gesagt hätte. Eine andere Kollegin wurde neugierig und fragte nach, was das sei. Mit Glanz in den Augen erzählte die Kollegin aus Westafrika von diesem Gericht, hatte dann aber Schwierigkeiten bei der Rezeptwiedergabe und ich sprang zu ihrer vollsten Zufriedenheit ein.
Nun waren wir im Kolleg*innenkreis zusammen essen und wir kamen wieder auf die afrikanische Küche sprechen, obwohl wir bei einem Griechen waren. Erneut outete ich mich mit wohl eher Insiderkenntnissen (oder wer kennt Bobolo?) und nun war die entsprechende Kollegin felsenfest davon überzeugt, dass ich mal mit einem Afrikaner zusammen war. *g*
Dass man einfach sehr neugierig und offen ist, sich für sehr Vieles und dann auch noch intensiv mit Tiefgang interessiert (Kochen ist ja nur ein Part), ist für die meisten Menschen nicht vorstellbar.
Und genau das ist es, was ich an meinem neuen Beruf liebe und die Bewohnenden wohl auch an mir. Ich tauche teilweise tief ein in die Persönlichkeiten, beschäftige mich mit individuellen Interessen und diese Ernsthaftigkeit wird auch gespürt. Diese 1:1-Ansprache muss manchmal auch nicht so viel Tiefgang haben – es ist allein schon wichtig, dass sich die Bewohnenden ganz persönlich wahrgenommen fühlen. Wohl auch ein Punkt, warum ich mich mit den meisten „schwierigen“ Bewohnenden sehr gut verstehe.
2026.07.09, 10:36 -
C. Araxe
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