Dienstag, 24. November 2020


Das Leben in Zeiten von Corona, Teil 10

Zugegebenermaßen war ich sehr versucht, dass ich am Sonntag einen Beitrag à la „Ja, Hallo. Ich bin die Frau Araxe aus dem Gruselkabinett und ich fühle mich wie …” verfasst hätte. Das war ja so eine Steilvorlage, was diese Jana aus Kassel geboten hat. Aber die haben ja schon andere zur Genüge genutzt. Manche intelligent und auch noch witzig. Bei manchen ging das aber auch echt unter die Gürtellinie.

Dennoch bleibt, dass ich größtenteils diese ganze Querdenkerbewegung nicht verstehen kann. Allein was die Wortwahl betrifft. Hierfür gibt es nun Abhilfe.

- 2020.11.24, 21:09
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7 Responses to Das Leben in Zeiten von Corona, Teil 10

  1. Naja, sich selbst mit Sophie Scholl gleichzusetzen ist natürlich ein so dummes Geschwurbel und eine so unsägliche Selbsterhöhung, dass die Kennung #janahaltdiefresse zwar hart aber hier nur folgerichtig und angemessen ist.

    Und dann beim ersten kleinen Gegenwind gleich MicDrop und heulend von der Bühne, um 20 Minuten später den identischen Mist wieder von sich zu geben. Selbstreflektion Fehlanzeige.

    https://pbs.twimg.com/media/Enab5jCXYAYoPnf?format=jpg&name=orig

    • C. Araxe sagt:

      Die Kennung #janahaltdiefresse finde ich noch harmlos – im Gegensatz zu dem, was darunter teilweise gepostet wurde.

      • C. Araxe sagt:

        Dennoch finde ich #janahaltdiefresse auch unpassend. Das bestätigt solche Quarkdenker nur in ihrer Denkweise, dass sie in einer Diktatur leben, mundtot gemacht werden sollen und nicht frei ihre Meinung äußern können.

        • Nun ja, ich weiß nicht, ob kommunikative Milde bei Leuten auf fruchtbaren Boden fällt, die auch daran glauben, dass unter dem Reichstag Kinder in Käfigen gehalten werden, um ihnen Blut für ein zionistisches Verjüngungsprogramm abzuzapfen. Rücksichtnahme und Freundlichkeit haben Grenzen, besonders in Bezug auf Leute, die komplett freidrehen und selbst grenzenlos handeln (Stichwort „Hildburghausen“) und formulieren. Es ist auch naiv zu glauben, dass die relativierenden Referenzierungen von Sophie Scholl/Anne Frank zufällige Synapsenfehlschaltungen einfältiger Kindsköpfe sind, sondern man darf annehmen, dass dahinter eine gleichermaßen subtile wie perfide Strategie der organisierten Faschosprech-Abteilung steckt, sich dieser geschichtsträchtigen Narrative zu bemächtigen, sie umzuwidmen oder zu schwächen.

          • C. Araxe sagt:

            Die eigene Aneignung der Opferrolle und die Zuweisung der Nazirolle an quasi alle anderen, ist ganz klar Strategie und kein Zufall.
            Ich schätze, diese Leute erreicht man soundso nicht mehr. Auch nicht mit „kommunikativer Härte”. Mir geht es auch eher darum, Haltung zu zeigen. Wer mit Dreck wirft, macht sich selbst schmutzig. Oder so.

  2. Haltung zeigen ist prinzipiell gut und vorbildlich. Bis zu dem Zeitpunkt, wo man die guten Worte auch mit verbindlichen, entschlossenen Taten unterlegen und die Freiheit auch mit nackten Fäusten verteidigen muss. Wenn Sie in die USA schauen (die uns ja in gesellschaftlichen Entwicklungen immer etwas voraus ist), sehen Sie, in welch kurzer Zeit ein Trump und seine willige Administration alle Staatsgewalten und die Presse unterminiert, zersetzt, verfolgt, ridikülisiert, torpediert und sturmreif geschossen hat. Glauben Sie wirklich, dieser Grad an Unversöhnlichkeit und, ja, gegenseitigem Hass und platter Verhandlungsunfähigkeit kann (dort) durch das Vorzeigen von „guter Haltung“ aufgelöst werden? I don’t think so, aber es stimmt: noch ist es nicht soweit hier. Kann aber nicht schaden, den Janas dieser Welt schon mal frühzeitig die Grenzen zu zeigen und die Mikrophone abzunehmen.

    • C. Araxe sagt:

      „Kann aber nicht schaden, den Janas dieser Welt schon mal frühzeitig die Grenzen zu zeigen und die Mikrophone abzunehmen.” Haha, wenn die das schon selbst tun. – Nun ja, machen sie ja nur leider temporär. So wie die Weidel auch andauernd davon rennt. Die kommen dann aber ja leider doch wieder.
      „Bis zu dem Zeitpunkt, wo man die guten Worte auch mit verbindlichen, entschlossenen Taten unterlegen und die Freiheit auch mit nackten Fäusten verteidigen muss.” Also ich weiß ja nicht, welche Erfahrungen Sie so im Straßenkampf gegen rechtsausgerichtete Spacken haben. Aber ich hatte das schon mal zu Wendezeiten. Ich bin dabei zwar immer glimpflich weggekommen, aber das ist nichts, was ich als Auseinandersetzungsform favorisieren würde. Ein klares Statement unbedingt. Und alles andere, was man sonst noch so ohne Gewalt (tätlich, als auch in Worten) machen kann.

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