Meine liebe und sehr aufmerksame Nachbarin morste mich während des zweiten Arbeitstages an, dass Mortimer bei ihr im Garten ist und hilflos versucht, wieder zurück in meinen Garten zu kommen. Wahrscheinlich hat sich durch die Schneemassen wieder eine Lücke bei einem kleinen Stück mit provisorisch geflicktem Zaun ergeben. (Das muss ich morgen mal bei Tageslicht checken.) Normalerweise ist er nur in meinem Garten unterwegs und neigt im Gegensatz zu Morpheus nicht zu Klettereskapaden. Mit seinen ganzen Handikapps (Knickschwanz durch Feline Hyperästhesie, chronisch krank mit Schilddrüsenüberfunktion nebst notwendiger regelmäßiger Medikamentengabe sowie allgemein hohem Alter) ist es für ihn am besten, wenn er keinen komplett uneingeschränkten Freilauf hat – zumal er schon einmal, als er ausgebüxt war, nicht selbstständig den Weg nach Hause gefunden hat. Ich bat sie dann, bei mir aus dem Haus (sie hat einen Schlüssel) ein paar Leckerlies zu holen und ihn zu mir nach Hause zu locken.
Bei der Arbeit darum zu bitten, ob ich deswegen nach Hause gehen dürfte, fand ich etwas schwierig gleich am zweiten Arbeitstag. Aber meine heute für mich zuständige Kollegin rief die Chefin an und die erlaubte es mir. Kaum hatte ich meinen Arbeitsplatz verlassen, gab meine Nachbarin Entwarnung. Als sie die Leckerlies holen wollte, war Mortimer wieder zuhause. Ich war monstermäßig erleichtert und freue mich sehr darüber, dass ich eine so tolle Nachbarin als auch ebenso so tolle Kolleginnen habe.
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