Donnerstag, 26. Mai 2005


Es ist echt zu bitter

So der Titel eines Buches , in welchem dem gar nicht so seltenen Hobby des Sammelns von Todesanzeigen nachgegangen wird (online hier unter Hobby).
Wie viele ungewöhnliche Anzeigen es gibt und dass es nicht immer einfach ist, die passenden Worte zu finden, belegt auch diese Sammlung .

- 2005.05.26, 17:46
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18 Responses to Es ist echt zu bitter

  1. sonnenjo sagt:

    was man alles sammeln kann tststs schon witzig die seite, gruselig eben ja

  2. Sollte ich mir das eher in depressiven Phasen oder mehr in sonnigen Momenten antun?

  3. Thot sagt:

    Meine Oma las immer zuerst die Todesanzeigen in der Zeitung, und zwar nicht erst als sie selbst altersmässig der Grube näher rückte, wenn ich das mal so despektierlich ausdrücken darf. Und von vielen anderen Leuten ist mir das ebenfalls bekannt. Ja, ich bezeichne das glatt als Hobby.

    Wobei mir bei der verlinkten Sammlung aus der Hassabteilung sehr gut als Text zur Todesanzeige gefällt: „Dr. Elfriede Xyz ist von uns gegangen. Wir wünschen ihr alles Gute.“ Der Wunsch hat was, finde ich. 🙂

    • Ich gestehe. Ich lese die auch. Zwar nicht als erstes, sondern dann, wenn sie dran sind, also beim Durchblättern, meine ich. Aber ich habe keine Ahnung, warum ich das tue. Ich bin weder suizidgefährdet, noch kenne ich hier jemanden, dessen Tod mir – so ich ihn aus der Tageszeitung erfahren würde – nahe gehen würde.
      Hmmm.

    • Thot sagt:

      Ich lese die nie, dafür gelegentlich suizidgefährdet. 😉

      Wobei – weg vom Scherz – mir das Lesen von Todesanzeigen nicht als absonderlich vorkommt. Geburt und Tod gehören wie nix sonst zu den wenigen Ereignissen im Leben, die wirklich wichtig sind. Lebenswichtig, sozusagen. 😉

    • C. Araxe sagt:

      „Der Kult des Todes ist, wenn er tiefgründig und vollkommen ist, auch ein Kult des Lebens. Beide sind untrennbar. Eine Kultur, die den Tod verleugnet, verleugnet auch das Leben.“

      Octavio Paz, Das Labyrinth der Einsamkeit

    • Thot sagt:

      Wir leben zweifellos in einer Kultur die den Tod veleugnet. Darüber können auch die vielen Toten in der Tagesschau oder in Filmen nicht hinwegtäuschen. Die Bilder sind stets weit weg. Wir schliessen unsere Alten weg, damit wir ihr Sterben nicht sehen müssen. Und wir glauben zu leben, wenn wir uns Neues zum Anziehen oder andere Konsumgüter kaufen, wenn wir konsumieren.

      Eine ehemalige Freundin arbeitet in einem Altenheim, stahl sich auch mal die Zeit und begleitete eine/n Alte/n beim Sterben. Die Leute nicht nur in diesem Altenheim sterben einsam. Und der Tod trennte sie nahezu wöchentlich von Alten, die sie ein, zwei Jahre kannte, von denen der eine oder die andere ihr ans Herz gewachsen war.

      Ich bekam das hautnah mit und bin mir fast sicher, sie liebte mich auch deswegen sehr, weil sie so manches schwere Sterben nicht alleine tragen musste sondern die Geschichten des Todes mir mitteilen konnte, mit mir teilen konnte.

    • C. Araxe sagt:

      Ja, Tod und Alter, auch Krankheit, haben keinen Platz, will keiner etwas mit zu tun haben.

  4. twoblog sagt:

    Ich bin noch nicht tot. Irgendwie, denke ich, sollte man schon auch seine eigene Todesanzeige noch zu Lebzeiten selbst gestalten und das nicht in die Hände anderer Menschen geben. – Ich selbst habe schon vor Jahren die Anzeige für einen Freund (Kollegen) gestaltet (er fand das ok) und mit diesem Artikel erinnert mich Frau Araxe daran, dass ich nun auch bei mir selbst Hand anlegen sollte (beim Gestalten der eigenen Anzeige).

    • C. Araxe sagt:

      Möchten Sie die Entwürfe zeigen?

    • twoblog sagt:

      Den Entwurf für den Kollegen habe ich noch irgendwo. Aber den kann ich aus Gründen der gemeinsamen Verschwiegenheitsvereinbarung von damals hier nicht einfach so zeigen. Meine eigene Anzeige könnte ich dann zeigen, wenn sie fertig ist. – Wir sollten eventuell hier bei Frau Araxe auch über das Thema Grabsteingestaltung reden und hier kann ich schon mal auf eine Ausstellung hinweisen, die das Museum für Gestaltung Zürich im Winter präsentiert: „Friedhof Design“ (Die Gestaltung der letzten Visitenkarte) im Museum Bellerive vom 11.11.05 bis zum 1.4.2006.
      http://www.museum-gestaltung.ch

    • C. Araxe sagt:

      Hier kann man auch online üben, obwohl die gestalterischen Möglichkeiten sehr beschränkt sind. Wie so oft. Apropos: Wie macht man ein großzügiges Layout mit viel Weißfläche unter Verwendung von 16 Bildern + Text auf einer DIN A4-Seite?
      Die Ausstellung hört sich sehr interessant an, ist ja nur leider sehr weit weg von hier aus. Falls Sie hingehen, könnten Sie mir mitteilen, ob der Katalog brauchbar ist? Nun gut, bis dahin ist dies wohl der Vergessenheit anheim gefallen.
      In Kassel gibt es übrigens ein Museum für Sepulkralkultur. Da war ich aber leider auch noch nicht.

    • twoblog sagt:

      Danke. Den ersten Link habe ich schon mal gesehen. Ihn aber nun mal festgehalten – man weiss ja nie;-).
      Den zweiten Link haben Sie zu sich verlinkt, warum?
      Da ist doch das Gruselmuseum. Da bin ich doch.
      Layout: Bilder nur 10×10 m/m gross machen – kann echt gut aussehen. Schrift auch klein (6pkt) und schon kann was draus werden – ehrlich.
      Habe mal vor Jahren aus Urlaubskatalogen alle diese klitzekleinen Bildausschnitte aus Bildern ausgeschnitten, auf denen Menschen auf Luftmatratzen lagen, so im Meer. Und die dann auf A4 gelegt. Das sah schwer nach Minimal Art aus;-).
      Später haben wir dann so ein kleines Ding mal auf einen Meter vergrössert. Das war dann Pop Art;-).

    • C. Araxe sagt:

      Den Link habe ich repariert. So, wie zuvor, war es nicht gemeint.
      Und nein, natürlich sollen die Bilder kein Briefmarkenformat haben und die Schrift nur mit Lupe erkennbar sein. Im Gegenteil, allein die Headline hat 45 Punkt.
      Sie klauen einfach Bilder aus Prospekten? Böse, böse.

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