Sonntag, 21. Januar 2018


Wohltäter über die Ohren hinaus

„Gern wieder und gern mehr kann man da nur sagen” schrieb ich damals und musste mich nun über ein Jahr gedulden, bis die Boten des Anführers der himmlischen Heerscharen mich erneut erretteten. Dies bedeutete jedoch nicht nur einen überirdisch schönen Abend, erlöst aller Qualen, denn die gnadenreiche Zeit war mit dem Auftritt der St. Michael Front nicht schon wieder beendet. Auch in Zukunft muss ich nicht um mein Seelenheil fürchten – im April wird endlich das Debütalbum erscheinen. Und damit nicht genug; mir wurde auch noch angekündigt, dass mir dieses als Geschenk vermacht wird. Die Herrlichkeit des Paradieses ist nah!

- 2018.01.21, 17:11
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15 Responses to Wohltäter über die Ohren hinaus

  1. rosenherz sagt:

    Spannend, St. Michael Front benutzt auf der Facebook-Seite eine Schriftform angelehnt an die Antroposphie Rudolf Steiners – und bezieht sich auf den Erzengel Michael.

    • C. Araxe sagt:

      Ja, die Typo ist bewusst gewählt oder um auf die Selbstbeschreibung von St. Michael Front zurückzukommen: „Wussten Sie eigentlich das Rudolf Steiner und Blixa Bargeld ein perfektes Paar in der Rubrik ,Bei der Geburt getrennt’ abgeben würden…?!”

    • C. Araxe sagt:

      Oder wie ich hier bei Herrn Treibgut schrieb: „…es ist eine Offenbarung, die es schafft schrägen Humor (das ganze Konzept) und damit eigentlich ironische Distanz mit ernst gemeinter Leidenschaft zu verbinden, die einfach herzerwärmend ist.” Also, das ist alles anders gemeint, was den ersten Eindruck betrifft. Und dieses „anders gemeint” ist noch einmal anders bzw. sehr speziell. (Ich habe übrigens Ihre Mail im Spamordner entdeckt und geantwortet.)

    • C. Araxe sagt:

      Ironische Distanz bzw. besser Brechung ist keine „Verarsche”, sondern ein allgemein gängiges Stilmittel in der Kunst.
      Neben der sehr eigenwilligen und teilweise sehr subtilen Vereinigung verschiedenster Elemente, ist eben auch der Umgang durch seine ernst gemeinte Leidenschaft sehr speziell bei St. Michael Front, da dadurch die ironische Brechung quasi erneut gebrochen wird.
      Gerade Blixa Bargeld verbalisiert das „sehr Spezielle” par excellence. Wenn man sich mit solchen Kunstformen allerdings noch nie beschäftigt hat oder diese generell ablehnt, wird man dazu sicher keinen Bezug finden können.
      Bei der Herstellung einer Verbindung zwischen Rudolf Steiner und Blixa Bargeld mag es sich auf den ersten Blick [sic] um Äußerlichkeiten handeln und ebenfalls wiederum ironisch gemeint sein. Andererseits kann man auch wieder hier eine ernst gemeinte Aussage hineindeuten. Bei beiden handelt es sich um kontrovers diskutierte Persönlichkeiten. (Ja, und beide sind auch wieder sehr speziell.)
      Letztendlich ist es aber so wie bei aller Kunst. Es lässt sich nicht bis ins kleinste Detail festlegen, was wie gemeint ist. Oft ist sich dessen ein Künstler nicht einmal selbst bewusst, auch wenn die Mittel bewusst gewählt sein mögen und eine Aussage dahinter steckt.

    • C. Araxe sagt:

      Oh, ich habe ganz vergessen, die beiden abzulecken und an ihnen zu schnuppern.

    • rosenherz sagt:

      Da bekommt der berüchtigte Spruch (leck mi am Oasch) eine neue, ganz spezielle, Bedeutung. Und bringt mal was ganz neues in die Kunstszene. An der Musik lecken. Aktionskunst, die von Sinnen die Sinne anspricht und Sinnlichkeit verspricht. Das gabs vermutlich noch nie zuvorr.

    • C. Araxe sagt:

      Neu ist das ganz gewiss nicht. Als erstbestes (und auch bestes als prominentestes) Beispiel fällt mir da der Wiener Aktionismus ein. Im mumok gibt es hierzu immer wieder interessante Ausstellungen zu sehen.

  2. Ich wusste gar nicht, dass der Wendler jetzt auch in Englisch singt.

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