Freitag, 3. September 2021


Ich möchte kein Eisbär sein

Aber etwas fühle ich mich derzeit leider trotzdem so. Den Eisbären schmilzt der Lebensraum unter den Tatzen weg und auch meine Nahrungsgrundlagen sind durch Erwärmung bedroht. Mein Kühlschrank samt Gefrierfach ist nämlich kaputt. Im Gegensatz zu Eisbären kann ich mir allerdings einfach ein neues eisiges Refugium zulegen. Nach fast zehn Jahren wäre das soundso langsam fällig gewesen. Es wird aber eine große Herausforderung werden bis dieses dann im RL-Gruselkabinett eingetroffen ist, da ich ja zu Hamsterkäufen neige und eigentlich immer den Kühlschrank und das Gefrierfach bis in die letzte Ecke nutze. Übergangslösungen habe ich mir zwar auch schon organisiert und ich hoffe sehr, dass das alles so klappt, aber alles werde ich wohl nicht retten können. Grundsätzlich schmeiße ich ansonsten zudem nie Nahrungsmittel weg. Jeder Fitzel, der über bleibt, wird verbraucht. Ich bin da wohl nicht nur durch selbst erlebte DDR-Verhätnisse, sondern auch durch Kriegs- und Nachkriegserlebnisse im familiären Umfeld geprägt. Tja, der Eisbär weint laut Grauzone nicht, aber ich bin schon etwas traurig.

- 2021.09.03, 19:59
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12 Responses to Ich möchte kein Eisbär sein

  1. Lo sagt:

    Gefrierschränke müssten so gebaut werden, dass sie, wenn es schon sein muss, nur im Winter bei Minustemperaturen kaputtgehen. Aber so etwas findet man natürlich bei keiner Partei im Wahlprogramm.

    • C. Araxe sagt:

      Sie sagen es! Wenn jetzt schon die Bundeswahl sehr spannend ist, wie würde es erst sein, wenn es so eine Partei geben würde? Diesen Aspekt hätte man bei Wahlumfragen sicher nicht berücksichtigt und schwups ist die ProFrost Sieger der Wahl.

      • Erster Parteigroßspender wäre sicher Bofrost mit dem Slogan „Bofrost ist ProFrost!“. Klingt nach plausiblen Synergieeffekten.

        P.S. Da haben wir wieder was gemeinsam, Frau Araxe: ich schmeiße nämlich auch nichts Essbares weg, es sei denn, es grüßt mich schon nett, wenn ich den Kühlschrank aufmache (was wirklich sehr sehr selten vorkommt). Ansonsten wird alles in durchaus individuellen Avantgarde-Rezeptkreationen irgendwie verarbeitet. Aber so ganz ohne Kühlschrank – das empfände ich schon als harte Herausforderung…

        • C. Araxe sagt:

          Ohne meine Übergangslösungen – ein kleiner Getränkekühlschrank und eine Gefrierbox –, die nach 1 bzw. 2 Tagen zur Verfügung standen, wäre ich auch überfordert gewesen. Nur Eiswürfel reichen jedenfalls nicht für längere Zeit und beim richtigen Ersatz ist noch unklar, wann der hier eintrifft. Mit der Anschaffung der beiden Übergangslösungen hatte ich zuvor auch schon geliebäugelt. Im Sommer gleich gekühlte Getränke auf der Terrasse und wenn es bei den Hamstereinkäufen mal etwas mehr wird, wäre auch ausreichend Platz vorhanden. (Richtige Kühltruhen sind ein anderes Thema.)

  2. nberlin sagt:

    Ein großes Essen veranstalten, alle einladen die hungrig sind? Wäre schade um das ganze Essen.

    • C. Araxe sagt:

      So einfach wäre das nicht gewesen, da es sich um viele höchst unterschiedliche Lebensmittel in eher kleinen Mengen gehandelt hat. Das wäre dann schon jenseits von Avantgarde-Rezepten gewesen. Und mit dem Verschenken bin ich auch nicht weiter gekommen. Die Nachbarin ist am nächsten Tag in den Urlaub gefahren und ihre Kühltruhe war voll. Meine Freunde sind alle recht krüsch und wohnen seit meinem Umzug auch um einiges weiter weg – hinzu kam ja der Bahnstreik inklusive S-Bahn.
      Jedenfalls hat ja alles Dank der Übergangslösungen sehr gut geklappt und ich musste fast nichts (ein paar alte Ciabattareste, die nicht mehr in die Kühlbox passten und die ich ansonsten für Ribollita verwendet hätte) wegschmeißen. Inzwischen ist auch die neue Kühl-Gefrier-Kombi da.

      • nberlin sagt:

        Ach ich dachte an einen Tisch mit ganz vielen separat zubereiteten Kleinigkeiten, wo jeder sich überall bedienen kann. Aber gut, dass das nicht nötig war. Ich komme zwar aus dem Westen, aber meine Urgroßoma hatte den Ersten und Zweiten Weltkrieg durch, das hat sie an die folgenden Frauen der Familie weitergeben. Deswegen habe ich auch immer den Verwertungsgedanken bei Nahrung und bin sehr traurig, wenn ich was wegwerfen muss. Sehr gut mit der neuen Tiefkühltruhe, und Cibattareste wegwerfen kann frau glaube ich verkraften.

        • C. Araxe sagt:

          Praktisch hätte ich da mindestens einen ganzen Tag in der Küche verbringen müssen, um all die Kleinigkeiten „artgerecht” zuzubereiten und zudem noch einiges frisch dazu kaufen müssen, um ein optimales Ergebnis zu bekommen. Theoretisch aber eine schöne Idee!

  3. für: krüsch (neues Wort gelernt).

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