Freitag, 18. Mai 2007


Nightmare Detective

Japan, 2006
Regie: Shinya Tsukamoto
Darsteller: Ryuhei Matsuda, Hitomi, Masanobu Ando, Ren Osugi, Yoshio Harada

Was für ein Albtraum! Genauer gesagt – viele Albträume. Tödliche Albträume.
Es ist schon Ewigkeiten her, dass ich glaubte, nach einem Film nicht schlafen zu können. Bei diesem Film hatte ich große Zweifel, überhaupt jemals wieder schlafen zu können. Und ich machte mir so meine Gedanken, dass es wohl nicht die beste Idee war, sich diesen Film um 23 Uhr anzusehen. Oder vielleicht doch, weil so die Nacht kürzer war. Das Beängstigende war nicht, dass es auch recht blutig („Diese jungen Leute heutzutage. Können die das nicht diskret machen? Muss das immer so eine Sauerei sein?”) zuging – reine Splattermovies langweilen mich eher. Nein, die Ängste, die hierbei bestens in Szene gesetzt wurden, sitzen tiefer. Viel tiefer.
Suizidale Gedanken hat jeder. Sind diese auch noch so gut im Innern versteckt und man ist sich ihrer gar nicht bewusst. Der Serienkiller in diesem Film findet sie. Im Traum. Und er bringt seine Opfer dazu, sich selbst zu töten. Im Traum. Der Tod ist dann allerdings kein Traum mehr, sondern Realität. Gegen diese Methoden ist zunächst auch der Albtraumdetektiv machtlos, der ebenfalls in die Träume anderer Menschen gelangen kann. Aber bei diesem Film gibt es ein Happy End, was ich zwar sonst meist kitschig finde, vor allem wenn es so hollywoodmäßig erfolgt. Hierbei ist es jedoch recht beruhigend, dass zum Schluss die Liebe stärker als der Tod ist und an das Gute geglaubt wird – zumindest etwas.
Wer lieber ruhig schlafen möchte, sollte sich diesen Film nicht ansehen und sicherheitshalber aber trotzdem immer vorm Zubettgehen unters Kopfkissen schauen, ob da nicht ein Messer liegt …

(DVD-Start ist der 29. Juni. Der Film lief zu den diesjährigen Fantasy Filmfest Nights und während des gerade stattfindenen Japanischen Filmfests, in dessen Rahmen es eine Retrospektive der Filme von Shinya Tsukamoto gibt. „A Snake Of June” ist auf jeden Fall auch sehr gut. Die Tetsuo-Klassiker werden allerdings nicht gezeigt.)

- 2007.05.18, 9:24
60 Kommentare - Kommentar verfassen



60 Responses to Nightmare Detective

  1. graefin sagt:

    Also eigentlich nur bei Tageslicht mit fröhlicher Musik im Hintergrund zu schauen.
    Die Idee des Films ist allerdings schon genial.

  2. Nein danke. Auf gar keinen Fall.

  3. Eugene Faust sagt:

    Mal wieder ganz off topic Wie bekommt man eigentlich für die 2. Kommentarebene, so wie im Gruselkabinett, einen Antwortbutton installiert?

  4. Side Affects sagt:

    das mit dem Nicht-schlafen -können kenne ich.man liegt im bett hört jedes geräusch und schaut unters bett, macht licht an und so weiter. dann ist der tote punkt des einschlafens vorbei und am nächsten morgen ist man,da man quasi null geschlafen hat wegen eines thrillers(wie blöd ist man überhaupt???) fix und foxi.hat schädelweh und ist schlecht drauf.
    aber man tut es immer wieder, denn man ist quasi süchtig danach………….

    auch eine form von masochismus.

    • C. Araxe sagt:

      Meine Paranoia ist diesbezüglich doch recht unterentwickelt, eher zergrübel ich eine ganze Nacht oder bin von etwas besessen, dass ich unbedingt noch weiter machen möchte.

      Naja, irgendwie schafft man das schon mit dem Unausgeschlafensein. Daher hatte ich auch mal den Club der unausgeschlafenen Verrückten gegründet.

  5. Iggy sagt:

    ich bin eine bangbüxe in bezug auf horrorfilme, aber das mit dem antwortmakro hat geklappt, ich weiß auch nicht wie und wieso… danke!

  6. Paulaline sagt:

    Als ich erst das Bild sah, dachte ich, ich müsste diesen Film sehen. Dann nach der Beschreibung – besonders der Folgen – doch wohl eher nicht.

    Und trotzdem bin ich nun so neugierig…(und das wo ich solche Filme ja nicht mal ohne Pausen ansehen kann!)

    Was haben Sie mir da nur für einen Floh ins Auge Ohr gesetzt?

  7. orgyen sagt:

    Äh, sorry… … aber was ist denn die zweite Kommentarebene???

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