2020.08.07, 20:59 -
C. Araxe
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Freitag, 7. August 2020
Geschützt: Die lieben Kollegen, Teil 80
Chaotische Weißkittel …
… aber nett waren sie alle.
Es fing schon mal gut an beim Einchecken im Krankenhaus: die Stationsschwester teilte mir mit, dass gar kein Bett frei wäre und ich erst einmal im Besucherzimmer Platz nehmen solle. Dann schaute sie mich etwas länger an und strahlte mich daraufhin an: „Sie waren doch schon mal hier! Na dann kennen Sie das Chaos hier ja.” Ich trug eine Maske und war etwas perplex, dass sie mich damit und nach drei Monaten wiedererkannt hatte. (Aber eigentlich kenne ich das ja. In Wien wurde ich z. B. gleich zweimal nacheinander wiedererkannt – in einem Laden und in einem Museum, wo ich zuvor jeweils nur einmal vor zwei Jahren davor war.) Im Besucherraum verbrachte ich dann auch wieder über drei Stunden mit ein paar Leidensgenossen, ohne dass ich einen Arzt gesprochen hätte – nur massenweise Blut wurde abgezapft und die Essenwünsche für den folgenden Tag wurden aufgenommen. Inklusive Abendbrot – da wollte ich doch wieder zuhause sein! Als ich dann endlich ein Bett und einen Arzt hatte, wunderte ich mich wieder etwas. Etwas, weil wie gewohnt chaotisch. Eigentlich dachte ich ja, dass einfach hauptsächlich die beiden Untersuchungen (Lumbalpunktion und MRT) gemacht werden, wie sie im vorherigen Entlassungsbericht zur Nachsorge angegeben worden waren. Bei der Lumbalpunktion waren es zuvor zwar nur leicht erhöhte Werte. Aber gut, nochmal diese recht unangenehme Untersuchung durchstehen, die auch für den stationären Aufenthalt sorgte. Aber beim MRT gab es letztmals überhaupt keine Auffälligkeiten mehr, im Gegensatz zum EEG. Der Arzt entschied sich bei meinen Nachfragen sofort um („Dann machen wir besser ein EEG.”) und meinte dann auch noch, dass er gar nicht wüsste, ob ein Termin fürs MRT eingetragen worden wäre… Dann testete er noch meinen Allgemeinzustand. U. a. sollte ich seine Hände so fest drücken wie ich könnte. Das tat ich. Ganz schnell sagte er, dass das reichen würde und fragte, ob ich Kampfsport machen würde. *g* Die Lumbalpunktion fand ich dann wieder weniger lustig. Das war es dann aber auch schon für den ersten Tag und ich konnte mich voll und ganz der Krankenhaustristesse widmen. Diesmal hatte ich jedoch kein Zimmer für mich allein und dadurch etwas Unterhaltung. Am nächsten Morgen stellte sich beim Blutdruckmessen heraus, dass ich das Zimmer mit einer Toten teilte. Das Gerät deutete die niedrigen Messergebnisse jedenfalls so und schlug Alarm. Es handelte sich hierbei jedoch um eine sehr nette Leiche und ich bin ja soundso allem Toten recht zugeneigt. Noch vor der Visite wurden die Essenswünsche für den folgenden Tag aufgenommen, auch wenn ich ja ganz stark davon ausgegangen bin, dass ich nicht mal das heutige Abendbrot dort zu mir nehme. Und so war es dann auch. Alle Ergebnisse waren bestens, nicht mal mehr ansatzweise eine Auffälligkeit vorhanden. Tja, und nun habe ich es offiziell bestätigt bekommen, dass es mir sehr gut geht. Nach den akuten Symptomen, die ich hatte, ist das wohl nicht so selbstverständlich. Und ich werde nie erfahren, was für ein Virus das war, der mich in Nullkommanix auf die Intensivstation gebracht hat. Aber ich weiß jetzt, wie schnell so was alles gehen kann und habe mehr als Respekt vorm Coronavirus. Mag dieser Deutschland (bisher) auch nicht so massiv getroffen haben – das ist immer noch nicht vorbei und keine Fiktion. Also auch wenn vor allem das Tragen einer Maske lästig ist – Schnute zu!
2020.08.07, 18:39 -
C. Araxe
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Dienstag, 4. August 2020
Androgynes Kiddie und Dante
Da will ich nur mal eben schnell einen Überweisungsschein fürs Krankenhaus von meiner Ärztin holen und sitze dann über drei (!) Stunden im Wartezimmer, weil sie mich noch mal sehen wollte. Nach der ersten Stunde kam mir eine Zeile aus Dantes „Göttlicher Komödie” in den Sinn: „Lasst, die ihr eintretet, alle Hoffnung fahren” Könnte man ja auch mal wieder lesen, dachte ich und suchte mir eine Onlineausgabe heraus. Größtenteils habe ich mich in der Hölle aufgehalten – bis zum Paradies habe ich es nicht geschafft, aber dann irgendwann ins Behandlungs- oder vielmehr Sprechzimmer. Die Ärztin wollte mich nur fragen, wie es mir inzwischen denn so geht. Ob mir noch irgendetwas schwerfallen würde, Lesen zum Beispiel. Ich sagte nur kurz und knapp, dass es mir bestens gehen würde. Meine Wartezimmerlektüre verschwieg ich. Nach dieser langen Wartezeit fühlte ich mich schon etwas geschlaucht, aber offenbar hatte diese äußerlich erstaunlich andere Wirkungen, denn als ich an einer Familie vorbei kam, fragte eines der Kinder (ein ca. 6- bis 8-jähriges Mädchen) seine Mutter: „Mama, ist das ein Junge oder ein Mädchen?”
2020.08.04, 19:21 -
C. Araxe
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Sonntag, 2. August 2020
Top-Agentin
Im Laufe meines Lebens hatte ich schon diverse Kontakte zu Geheimdiensten (oder auch Nachrichtendienste genannt) oder verfüge über deren Mittel. Für den KGB habe ich schon mal gearbeitet. Den Verfassungsschutz habe ich eingesackt, gebeutelt, im Griff oder wie auch immer:

Und Stasi-Qualifikationen habe ich von berufener Stelle auch: „Frau Araxe kann stolz sein, ihre Aufzeichnungen haben Stasi-Format”. Die Quellenangabe hierzu spare ich mir aus Gründen. (Ich diskutiere zwar gern, aber die Diskussionen sollten schon in gewisser Weise fruchtbar oder zumindest sinnvoll sein und in etwas niveauvollem Umgangston erfolgen.)
Auch wenn man nun meinen sollte, dass ich bestens für solche Tätigkeiten geeignet wäre, möchte ich betonen, dass ich keinerlei Interesse an diesbezüglichen Anfragen habe.
2020.08.02, 20:54 -
C. Araxe
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Gestreifte Klimawandelanpassung
Die Sommer werden immer heißer und auch wenn es mal eine kurze Abkühlung gibt, so ist in nächster Zeit wieder massive Hitze angesagt. Schlaue Landwirte passen sich den veränderten Wetterbedingungen an und begegnen der zunehmenden Trockenheit mit angepasster Bewirtschaftung. Mehr Bewässerung ist da nicht unbedingt die beste Wahl und Gentechnik erst recht nicht. Mit anderer Bodenbearbeitung statt pflügen oder vor allem Pflanzen, die mit dem zunehmend warmen und trockenen Klima gut klarkommen, wird da eher ein zukunftsweisender Weg gegangen. Das trifft natürlich auch auf die Tierhaltung zu. Bei einer Versteppung der Weiden bieten sich da z. B. Zebras an. Erste Exemplare habe ich gestern schon bei einem Ausflug in (noch) ländlicheren Gefilde gesehen.

2020.08.02, 19:54 -
C. Araxe
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Donnerstag, 30. Juli 2020
Müll mit Signatur
Als Grafiker ist man schlimme Arbeitsbedingungen gewohnt. Ohne Ende unbezahlte Überstunden zu leisten (üblich in wohl fast allen Werbeagenturen) gehört bei mir zum Glück schon lange nicht mehr dazu. Aber z. B. ohne richtigen Input und brauchbarem Material auf die Schnelle eine tolle Anzeige herbeizuzaubern gehört nach wie vor dazu. Mit am krassesten war wohl mal, als sich Kollegen (die lässigen Schweden) am Freitagnachmittag gemeldet haben, dass sie noch eine Anzeige brauchen, weil sie die gebucht hatten. Deadline wäre eigentlich Donnerstag gewesen, aber es reicht auch bis Montagfrüh. Hm … Thema? Keine Ahnung – wir melden uns noch mal. Text? Kommt dann auch noch. Format? Müssen wir noch mal nachschauen. Ganz so schlimm ist es diesmal nicht, aber alles ist auch wieder sehr knapp und die Wünsche ändern sich auch andauernd, welche zudem mehr als schwammig formuliert werden. Erst sollte es eine reine Imageanzeige werden, nun doch eine konkrete Anwendung von der keine Fotos vorhanden sind. Nach einiger Recherche meinte ich, dass ich im Baumarkt was geeignetes gefunden hätte. Also Dienstgang zum Baumarkt. Für eine professionelle Lösung ist die Zeit schlicht nicht mehr vorhanden. Und selbst eine Delegierung an einen Azubi oder so wäre zu kompliziert gewesen. Einerseits. Andererseits bin ich gern in Baumärkten. Diese Herangehensweise ist sicher sehr ossimäßig – mit dem Improvisieren kennt man sich schließlich bestens aus. Und wenn andere gar keine Ideen haben, dann sind solche außergewöhnlichen Vorschläge durchaus willkommen. Leider sah das gesuchte Objekt nur online brauchbar aus. Auf der Suche nach Alternativen kreuzte ein Baumarktmitarbeiter meinen Weg, der dabei war eine Ladung Müll zu entsorgen. Auf dem Haufen entdeckte ich ein Teil, das zwar nicht wirklich in Frage kam, aber eventuell notfalls doch noch zu gebrauchen wäre. Also gleich nachgefragt, ob ich das haben könnte. Nach kurzem Zögern und X Fragezeichen im Gesicht wurde mir das Teil ausgehändigt. Zuvor wurde noch „Müll” darauf geschrieben und eine Unterschrift darunter gesetzt. Nun ja, ich kann das Teil nach näherer Prüfung doch nicht gebrauchen und benötige immer noch Bildmaterial für die Anzeige. Die Deadline wäre eigentlich morgen gewesen, aber Montag geht nun auch noch. (In den USA. Dort gibt es ja schließlich noch ganz andere Sorgen als säumige Anzeigenkunden.) Es bleibt spannend, wie das Problem gelöst wird. Aber nun habe ich signierten Müll. Und Bio-Schneckenkorn.
2020.07.30, 21:45 -
C. Araxe
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Dienstag, 28. Juli 2020
Gärtnerstolz
Bis auf dem Basilikum, der sich sehr wacker hält, und einer neu hinzugekommenen Petersilie gedeiht trotz vieler Schnecken im Garten alles prächtig. An Blumen gibt es viele Rosen hier, die ich wohl eigentlich mal zurückschneiden müsste, da sie dermaßen weit ausholen. Aber wenn da wieder massig Blüten dran sind, kann ich mich nicht überwinden, diese einfach abzuschneiden. Die Blumenpracht finde ich zwar sehr schön, aber noch mehr freue ich mich über Pflanzen, die über ihren wuchernden Anblick hinaus nicht nur fürs Auge, sondern auch für den Gaumen sind. Bei der Minze kann ich mir z. B. jeden Tag einen Tee kochen, ohne dass es überhaupt auffällt, dass ich mich daran bedient habe. Die ganzen frisch erntbaren Kräuter sind für mich als mehr oder weniger täglich Kochende schon sehr beglückend. Eine Steigerung gibt es aber immer noch. Und zwar wenn es sich um fruchttragende Pflanzen handelt, zumal diese nur in geringer Anzahl vorhanden sind. Zum Einen ist der Platz für mehr gar nicht da, zum Anderen wäre mir ein großflächiger Anbau auch zu viel Arbeit. Momentan habe ich zwei Tomatenpflanzen, die um die Wette wachsen und erste Früchte tragen. Bei den kleinen Pflänzchen hatte ich schon die Befürchtung, dass sie den Transport nicht überleben und nun weiß ich gar nicht mehr wie groß die eigentlich noch wachsen sollen. Bei den zwei Chilipflanzen habe ich gar nicht ausreichend Verwendungsmöglichkeiten für die schon reifen Früchte. (Eine ist sehr mild und die kann man auch einfach so wegnaschen, wie man bei den folgenden Bildern sieht.) Und dann gibt es hier auch noch einen kleinen Apfelbaum, der hier schon stand und voller Früchte ist, bei denen ich schon sehr gespannt bin wie sie schmecken. Früher als Kind konnte ich die Begeisterung meiner Mutter für ihren Garten nie so richtig nachvollziehen. Sie hatte einen Schrebergarten, der zuvor Wildnis war und erst einmal urbar gemacht werden musste. Das betraf nicht nur ihren Garten, sondern die ganze Kleingartenanlage, was dann Arbeitseinsätze für die Aushebung von Gräben für Wasserleitungen oder anderes beinhaltete. Nicht so das, was für mich damals als Teenie eine bevorzugte Freizeitgestaltung war. Und als alles chico war und nur der eigene Garten im Mittelpunkt stand, war das für mich auch nicht eine nachvollziehbare Freizeitbeschäftigung. Einerseits gibt es bei Kleingartenvereinen so viel Vorgaben, wie man irgendwas zu machen hat, andererseits war das Ergebnis bei meiner Mutter trotz aller Leidenschaft nicht so überzeugend. Aber dass es darum beim Gärtnern gar nicht geht, wird mir erst jetzt richtig bewusst. Egal wie wenig dabei herauskommt – allein dass dabei etwas mit eigenem Zutun (oder auch einfach so) heranwächst ist einfach ein sehr schönes Erlebnis. Tja, und hier sind nun meine Lieblinge zu sehen.




2020.07.28, 20:07 -
C. Araxe
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Sonntag, 26. Juli 2020
„Lebensunwerte” Blogs
Manchmal fragt man sich schon, was da so in die Weiten des Internets an Worten und damit ausgedrückten Meinungen freigelassen wird. Aber solange dies im gesetzlich konformen Rahmen geschieht, finde ich das vollkommen O.K. Jeder hat schließlich das Recht auf freie Meinungsäußerung. Und muss dann aber eben auch Gegenmeinungen zumindest hinnehmen. So hat jedes Blog seine Daseinsberechtigung. Wie überhaupt jeder Mensch. Und damit meine ich wirklich jeden Menschen.
2020.07.26, 22:44 -
C. Araxe
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Schwarz vs. Weiß
Meine echte Haarfarbe habe ich lange nicht mehr gesehen. Nur ab und zu wenige Millimeter. Über zwei Jahrzehnte waren meine Haare dunkelrot und nun auch schon ein halbes Jahrzehnt schwarz. Einfach weil mir diese Farben besser gefallen als strassenköterblond. Nun zeigen sich die ersten weißen Haare – für mich gar nicht richtig zu erkennen, da beim vorderen Haaransatz noch keine sind, sondern nur oben auf dem Kopf, die das kleine Monster mit seiner Größe jedoch mühelos entdecken kann. Ein wirkliches Grau oder gar Weiß sind für mich nun wieder „Farben”, die mir zusagen. Also jetzt doch zurück zur Natur? Es sind jedoch nur wenige einzelne Haare, deren Weiß noch lange kein Grau ergeben. Sowas soll durchschnittlich etwa zehn Jahre dauern. Da werde ich doch erst einmal beim Schwarz bleiben. Das ist für mich inzwischen schon wieder so gewohnt, dass ich mir eigentlich keine andere Farbe vorstellen kann, aber das war beim Rot auch so. (Und irgendwann, so nach zwei Jahrzehnten – wenn ich nach nach meinen bisherigen Farbwechseln gehe –, wird dann aus dem Grau/Weiß vielleicht Blau.)
2020.07.26, 17:51 -
C. Araxe
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Samstag, 25. Juli 2020
Grüße aus dem Garten

Als große Gartenliebhaberin hätte sie sich bestimmt sehr darüber gefreut…
Und sicher auch überhaupt über das neue Gruselkabinett. Nicht nur der Garten hätte dabei für viel Freude gesorgt, sondern ebenfalls, dass nun keine vier Stockwerke mehr bewältigt werden müssten.
2020.07.25, 16:35 -
C. Araxe
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Vorsicht,
bissige Blogggerin! Inquisition
Katakomben
Offene Wunden
- Die ersten Tage – Update Berufsleben, Teil 8 – Das Gruselkabinett bei Die lieben Nachbar*innen, Teil 17
- Die lieben Nachbar*innen, Teil 17 – Das Gruselkabinett bei Tonnenschwere Erleichterung
- C. Araxe bei Das liebe Arbeitsamt, Teil 7
- C. Araxe bei Schnee über Schnee
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- A.H. bei Das liebe Geld
- Update Berufsleben, Teil 6 – Das Gruselkabinett bei Update Berufsleben, Teil 5 + Das liebe Arbeitsamt, Teil 6
- Alljährliche Nachwuchskunst im Spätherbst – Das Gruselkabinett bei Kunstgenuss im Müßiggang
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- Update Berufsleben, Teil 5 + Das liebe Arbeitsamt, Teil 6 – Das Gruselkabinett bei Update Berufsleben, Teil 4
Gehenna