Zum zweiten Mal fand auf der Cap San Diego der schwarzromantische Kunstsalon Darkerkant mit Ausstellungen, Lesungen und Konzerten statt, die sich düsteren Gefilden zuwendeten. Für einen Abend weilte ich an Bord – es gab einiges an Kunst anzuschauen – manches schaute zurück wie zum Beispiel ein Werk von Horatius Steam. Bilder von Laurent Fièvre oder Zeichnungen von Gavyn Dylan waren neben vielen anderen beeindruckend. Zu Sehen hab es jedenfalls recht viel Interessantes. Die Lesungen zeigten sich dahingegen sehr durchwachsen – das Vorgetragene reichte von grauenerregend (nicht im positiven Sinne), über unterhaltsam bis anspruchsvoll. Das Anspruchsvolle von Vincent Voss zeigte sich hier zudem auch noch ambitioniert – statt fiktivem, von Zombies bevölkerten, Grauen folgten die Worte dem realen Grauen des Krieges in Syrien. Dass es sich bei der ganzen Veranstaltung nicht um ein rein eskapistisches Vergnügen an dunklen Welten handelte, bekam man übrigens schon gleich am Einlass mit, wo konsequent und mit voller Absicht die Eintrittsbänder nur am linken Arm befestigt wurden. Musikalisch gab es dunkle Soundcollagen mit optischen Projektionen von OHcy-êspé und Dark Cabaret von Birdeatsbaby (Mishkin Fitzgerald leider nur solo, die komplette Band hätte mir mehr zugesagt) zu hören. Alles in allem ein sehr schöner Abend wie auch alle von mir Schanghaiten (diesmal hatte ich ein großes Netz ausgeworfen) fanden, der dann für einige Beteiligte dann noch lange nicht zu Ende war.

- 2018.10.14, 17:53
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