Vierzehn Jahre ist es nun her. Manchmal fühlt sich die Zeit seit ihrem Tod wie Ewigkeiten an, dann wieder als ob wir uns erst vor kurzem gesehen und unterhalten hätten. Die Gespräche finden gedanklich ja auch immer noch statt und auch nicht nur, wenn ich ihr Grab besuche. Seit dem letzten Besuch* ist auch wirklich sehr viel passiert. Nun arbeite (das hört sich etwas falsch an, auch wenn es Arbeit ist) ich tagtäglich mit alten Menschen. Mein Berufswechsel (und alles Unschöne zuvor) hätte sie bestimmt sehr beunruhigt, aber wie ich da jetzt angekommen bin und was ich da jetzt mache wiederum sehr erfreut. Es gibt eine Bewohnerin mit dem gleichen Geburtsjahr. Sie ist geistig sehr klar und wir führen viele wunderbare Gespräche. Öfters denke ich daran, wie es wäre, wenn ich mit meiner Mutter auch noch von Angesicht zu Angesicht reden könnte. Auch beim kleinen Monster gibt es massive Veränderungen. Beim diesjährigen Besuch, der arbeitsmäßig bei mir erst später stattfindet, kann das kleine Monster leider nicht dabei sein.
Edit: Wie immer in letzter Zeit gab es einen Gruß aus dem Garten.

* Das Grab besuchen wir zweimal im Jahr, zum Todestag und zum Geburtstag Ende November. Ich schreibe aber jeweils nur einen Beitrag zum Todestag. Bestattet wurde meine Mutter (genau genommen meine Adoptivmutter, aber sie war meine Mutter für mich fast von Geburt an) in einem Begräbniswald, im Grünen wie sie es liebte, nahe ihrem Wohnort. Aber doch nicht so leicht und schnell für uns zu erreichen. Ich weiß nicht, ob ich öfters da wäre, wenn das Grab näher dran wäre. Wichtiger finde ich, dass man in Gedanken immer nahe dran ist, dass Erinnerungen lebendig bleiben.
2026.07.25, 19:28 -
C. Araxe
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