2021.03.05, 20:06 -
C. Araxe
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Freitag, 5. März 2021
Geschützt: Die lieben Kollegen, Teil 90
Mittwoch, 3. Februar 2021
Die lieben Kollegen, Teil 89
Vor ein paar Jahren habe ich mal ein Kochbuch für unsere Seniorenwohnanlage gestaltet. Enthalten waren Rezepte von Bewohnern und Mitarbeitern. Von mir war auch eines dabei: Arròs negre. Die Idee für das Kochbuch stammte von mir und eigentlich hatte ich mir bei diesem Projekt eine Sammlung von regionalen Rezepten vorgestellt, die inzwischen schon oftmals in Vergessenheit geraten sind, aber es wurde dann doch mangels an entsprechender Beteiligung ein wildes Sammelsurium.
Um den Aufwand und die Kosten relativ gering zu halten, wurde alles selbst gemacht. Der Chefkoch des hauseigenen Restaurants hat also alles selbst gekocht und auch selbst fotografiert. Ich habe noch nie sooo viel mit Photoshop gemacht … Einen Monat war ich fast nur damit beschäftigt, aus dem Fotografierten etwas ansehnlich Aussehendes zu zaubern. Die teilweise sehr rudimentären Rezeptangaben kamen als Herausforderung noch hinzu. Das Ergebnis war dann aber doch sehr gut gelungen und bereitete als Weihnachtsgeschenk viel Freude.
Es war mal angedacht, jedes Jahr so etwas zu machen oder auf jeden Fall weitere Kochbücher folgen zu lassen. Nach dem doch sehr großen Aufwand war dies aber erst einmal kein Thema mehr. Und unmittelbar nach dieser Aktion war ich auch sehr froh darüber.
Nun sind wie geschrieben einige Jahre vergangen und jetzt kam der Wunsch nach einem neuen Kochbuch auf. Diesmal soll es ausschließlich Rezepte von Mitarbeitern geben und zwar gezielt sehr international, denn in der Pflege arbeiten sehr viele, deren Heimatländer auf der ganzen Welt verteilt sind. (In der Bewohnerzeitschrift haben wir inzwischen auch eine feste Rubrik, wo einzelne Mitarbeiter mit ihren Herkunftsländern vorgestellt werden.)
Schöne Idee, aber wie soll man das umsetzten? Wenn man davon ausgeht, dass alles wieder selbst gemacht werden soll. Der Chefkoch kommt hierfür jedenfalls nicht in Frage. Dass die jeweiligen Mitarbeiter selbst ansatzweise brauchbare Fotos machen, ist auch eher unwahrscheinlich. Unabhängig von Corona ist es sicher auch keine Lösung, wenn man diese hierfür zuhause aufsucht. Tja, da bleibt aus meiner Sicht nur eines: ich mache das alles komplett. Also kochen und fotografieren. Das traue ich mir durchaus zu – egal wie exotisch das wird. Und ich hätte dazu auch sehr große Lust.
Also mit meiner Chefin darüber gesprochen, wie ich mir eine Umsetzung vorstelle. Klar, dass das alles als Arbeitszeit gilt. Bei ihren Bedenken, dass das dann auch gegessen werden sollte (auch vom kleinen Monster!) – „weil hierfür ja keine Lebensmittel verschwendet werden sollten”, konnte ich sie beruhigen. Ich bin ja im Gegenteil ganz gespannt darauf, wie das dann schmeckt. Sie ging dann sogar soweit, dass sie überlegte, dass zumindest ein Teil der Lebensmittel bezahlt wird. Aber hey – ich würde das schon genial finden, wenn ich in der Arbeitszeit interessante Rezepte ausprobieren könnte und dann auch gleich eine leckere Mahlzeit hätte.
Ich bin jetzt jedenfalls sehr gespannt, ob mein Vorschlag von den Auftraggebern angenommen wird und ich zukünftig ab und zu statt Maus zum Kochlöffel greife.
2021.02.03, 20:33 -
C. Araxe
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Freitag, 15. Januar 2021
Die lieben Kollegen, Teil 88
Per Post kam ein Brief vom Arbeitgeber. Vorm Aufmachen rätselte ich, was der Inhalt sein könnte. Eine Gehaltserhöhung wäre in diesen Zeiten sehr unwahrscheinlich. Eine Kündigung ist zum Glück noch unwahrscheinlicher. Tja, es war ein Passierschein. Seit Frühjahr letzten Jahres war ich nonstop im Homeoffice. Wtf?
Auf Nachfrage wurde mir mitgeteilt, dass der Passierschein nur pro forma ausgestellt wurde, also falls ich einen benötigen würde. Das hätte man sich sicher sparen können. Bisher hat das mit dem Homeoffice sehr gut geklappt (ich trage inzwischen ja sogar Dresscode!). Und da werde ich bestimmt nicht wieder im Büro anfangen zu arbeiten, wenn es eine Ausgangssperre bzw. -beschränkung gibt. Aber so ein Passierschein macht natürlich was her und man kommt sich gleich ganz wichtig vor. Har har.
2021.01.15, 20:06 -
C. Araxe
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Donnerstag, 3. Dezember 2020
Geschützt: Die lieben Kollegen, Teil 87
2020.12.03, 21:00 -
C. Araxe
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Donnerstag, 12. November 2020
Die lieben Kollegen, Teil 86
Bei uns in der Firma konnte man sich gegen Grippe impfen lassen und einen Kollegen hat dies nachfolgend ziemlich mitgenommen. Da er mir schon lange zuvor seine sterblichen Überreste für kreative Zwecke zur Verfügung stellen wollte, hakte ich da heute noch mal aus aktuellem Anlass nach, in welche Richtung dies so erfolgen sollte. Ich vermutete, dass das irgendetwas mit Glitter sein sollte, womit ich richtig lag. Entscheidend war nun zunächst einmal, wie die Verarbeitung erfolgen sollte, wobei ich grob die beiden Richtungen Mumifizierung oder Entbeinen anstrebte. Meine Chefin schaltete sich auch in die Diskussion ein und schlug eine Diamantherstellung vor. Meine Argumentation dagegen, dass es dabei relativ wenig Gestaltungsmöglichkeiten an sich gibt (man kann sich eigentlich nur bei den Schliffarten austoben) und ansonsten ein eher kleines Objekt entsteht, was traditionell wahrscheinlich ein Schmuckstück wäre, wurde beherzigt und es wurde sich für die Knochenverarbeitung entschieden. Das wären dann ca. 206 Teile, aus denen man was machen kann. Natürlich ist der Schädel hierbei am spannendsten. Damien Hirst hatte da ja schon mal diesbezüglich was schönes gebastelt – das geht also (mal abgesehen von den Kosten der eingesetzten Materialien) nicht. Schädel als Diskokugel oder mit Minidiskokugeln in den Augenhöhlen gibt es auch schon. Gleichfalls mit Pailletten oder sonstigen Glitzersachen besetzt. Das wird echt schwierig… Falls also jemand Ideen hat – immer her damit! Am Wochenende wollte ich mal in Ruhe ein paar Entwürfe machen. Vielleicht geht es dem Kollegen dann auch schon wieder besser, aber für alle Fälle etwas in petto zu haben, ist sicher nicht verkehrt.
2020.11.12, 20:19 -
C. Araxe
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Dienstag, 6. Oktober 2020
Die lieben Kollegen, Teil 85
Meine Chefin macht sich jetzt schon Gedanken zu meinem Geburtstag, der erst in über drei Wochen ist. Normalerweise gibt es ja passend zum Birthween einen von den Kollegen geschmückten Arbeitsplatz und ich bringe was Leckeres (Schädel, Finger oder so) mit. Was macht man also nun, wo ich mich permanent ins Homeoffice verzogen habe? Die Versuche meiner Chefin, mich zum Arbeiten wieder ins Büro zu locken, scheiterten ja bisher. Also hatte sie sich überlegt, dass alle Kollegen meiner Abteilung bei mir Zuhause vorbeikommen. Ob mir das recht ist, konnte sie aber auch nicht so abschätzen und fragte deshalb nach. Von mir aus gab es dazu keinerlei Einwände und die Deko ist ja quasi Standard im heimischen Gruselkabinett. Wohl sehr zu ihrer Überraschung bot ich aber auch an, dass ich dann mal ausnahmsweise ins Büro kommen könnte. Ist ja auch soundso nur ein halber Tag, da wir von der Firmenleitung zum Geburtstag einen halben Tag frei bekommen. Nun denn, da werde ich also eine Ausnahme vom Homeoffice machen. Ist ja schließlich auch wichtig.
2020.10.06, 19:44 -
C. Araxe
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Mittwoch, 23. September 2020
Die lieben Kollegen, Teil 84
Manchmal sind die lieben Kollegen auch nicht so lieb, sondern richtig fies.
Bei Geburtstagen in unserer Abteilung gibt es eine individuell gestaltete Karte, ein kleines Geschenk und viel Deko (wir haben dafür einen extra Schrank). Das lässt sich gemeinsam sehr gut organisieren, auch wenn ich nach wie vor im Homeoffice bin. Nun hatte unsere Chefin Geburtstag und zwar nach meinem Kurzurlaub im Dunkeln. Sicherheitshalber fragte ich vor ihrem Erscheinen (mit Homeoffice schaffe ich es auch, früher anzufangen), ob alles ready ist. Für den nächsten Tag sei alles startklar, wurde mir berichtet. Also dem Tag nach ihrem Geburtstag. Und ich bin voll darauf reingefallen…
2020.09.23, 20:26 -
C. Araxe
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Donnerstag, 27. August 2020
Die lieben Kollegen, Teil 83
Morgen werde ich nach über fünf Monaten das erste Mal wieder im Büro bzw. überhaupt im Firmengebäude sein. Nur kurz wegen einem Termin (genau, der wichtige), nicht auf Dauer. Darauf bin ich auch schon sehr gespannt. Aber mindestens ebenso sehr, wieder dort zu sein. Um die Uhrzeit (15 Uhr) werden zwar nicht mehr alle Kollegen da sein oder gerade dabei sein, sich ins Wochenende zu verabschieden, aber einen Teil werde ich sicher noch antreffen. Echte Menschen und keine Fenster bei Videokonferenzen! Auf meinem Schreibtisch hat sich wohl auch so einiges angesammelt. Da wartet beispielsweise noch ein Osterhase auf mich …
2020.08.27, 19:16 -
C. Araxe
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Donnerstag, 20. August 2020
Die lieben Kollegen, Teil 82
Wie schon geschrieben arbeiten alle Kollegen meiner Abteilung (wie wohl auch alle anderen) schon seit langem wieder im Büro. Wie ich gerade feststellte schon seit Mai. Mir kommt das alles noch gar nicht so lange vor. Alle Meetings erfolgen nach wie vor virtuell (auch wenn es sich um Meetings vor Ort handelt), was aus meiner Sicht sehr gut funktioniert wie auch der allgemeine Austausch. Die soziale Komponente bleibt aber doch etwas auf der Strecke. So viel Wert lege ich zwar nicht auf Bürotratsch (von dem ich doch noch recht viel mitbekomme) oder wenn zu gewissen Anlässen Kuchen, Eis oder was auch immer ausgegeben wird (obwohl ich selbst durchaus meinen Beitrag zu den vorherigen Geschenken geleistet habe). Aber die allgemeine Kommunikation ist schon anders, wenn sie eigentlich dennoch alles andere als weniger ist.
Meine Chefin bohrt ständig nach, wann ich denn wieder gedenke, auch wieder im Büro zu arbeiten. Es gibt da bisher keine offiziellen Vorgaben, dass ich dies müsste. Ich sehe es jedenfalls immer noch sehr kritisch, alltäglich den ÖPNV (mit zunehmender Nachlässigkeit beim Maskentragen und gleichfalls zunehmenden Fahrgastzahlen, sprich Sardinenstatus) nutzen zu müssen und mit mehreren Leuten in einem Raum zu sitzen (der Schreibtischabstand ist da gewiss keine 1,50 m und man trägt auch nicht ständig eine Maske, aber es wurde als sicher statuiert). Ohne meine Erfahrungen, dass mich ein Virus in Nullkommanix auf die Intensivstation gebracht hat, würde ich das wahrscheinlich lockerer sehen. Ich habe mich zwar ohne Folgen ziemlich schnell erholt, aber das ist hierbei alles andere als selbstverständlich. Jetzt, wo die Coronafälle wieder ansteigen, finde ich es trotz aller Intentionen (vor allem meiner Chefin) immer noch richtig und wichtig, im Homeoffice zu bleiben, auch wenn ich schon etwas Sehnsucht nach dem normalen Büroalltag habe, der eigentlich nicht unbedingt etwas ist, das ich als lebensnotwendig betrachte.
2020.08.20, 21:53 -
C. Araxe
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Dienstag, 18. August 2020
Die lieben Kollegen, Teil 81
Nun ist es offiziell und schriftlich festgehalten: mein Azubi hat die Abschlussprüfung bestanden! Einen neuen Arbeitsvertrag als vollwertiger Pixelschubser hatte er zwar schon längst, aber jetzt gibt es nicht mal ansatzweise eine Begründung, dass ich als Ausbilderin ihn als Leibeigenen herumscheuchen darf. Im Laufe der Jahre wurde er ja schon zunehmend aufmüpfiger. Nun wird es aber richtig schwer werden. Hinzu kommt auch noch, dass ich nach wie vor im Homeoffice arbeite. Mit so klassischem Zeugs wie Daumenschrauben komme ich da überhaupt nicht weiter. Allein mit Worten wird es auch schwierig, weil er oft nur mit halbem Ohr (das war schon vor seiner Ausbildung so!) zuhört oder Texte nur überfliegt und manchmal gar nicht zu Ende liest. Aber ich verfüge ja auch noch über andere Mittel! Jetzt darf er sich jedoch erst einmal freuen.
2020.08.18, 18:26 -
C. Araxe
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