Sonntag, 30. Mai 2021


Schmuddelkind

Daran muss ich mich auch erst mal (wieder) gewöhnen, nämlich dass Händewaschen allein nach der Gartenarbeit während wärmerer Jahreszeiten nicht reicht. Zumindest wenn man etwas kniend mit unbekleideten Knien gemacht hat. Aber es heißt ja eigentlich nur: „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern”. Von „Verkaufe nichts an Schmuddelkinder” habe ich jedenfalls noch nie gehört. Und so wurde ich vorhin auch ohne Beanstandung bedient, als ich mal kurz in der Tanke war. Meine vollflächig geerdeten Knie habe ich erst bemerkt, als ich wieder daheim war …

- 2021.05.30, 18:10
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12 Responses to Schmuddelkind

  1. Das ist sehr clever, dass Sie Minirock bei der Gartenarbeit tragen, damit die Tomaten und Chilis schneller erröten!

    • C. Araxe sagt:

      Erröten dauert noch etwas. Erst einmal ist es das Ziel, kräftig in die Höhe zu schießen.

    • Bewerbung als Chilipflanze
      Nach intensiver Recherche auf Ihrer Webseite bin ich auf diese offene Position gestoßen und bewerbe mich hiermit als Chilipflanze. Die erforderlichen Neigungen und notwendigen Fähigkeiten wie Liebe zur Natur, überzeugende Schärfe und mitunter überraschend schnelles Wachstum und Erröten bei Miniröcken bringe ich mit!
      Für mein zukünftiges Arbeitsumfeld wünsche ich mir abwechslungsreiche und herausfordernde Aufgaben, Wachstums- und Entwicklungsmöglichkeiten aller Art sowie einen Fokus auf soziale Interaktion und Teamwork, z.B. mit Tomaten.
      Es würde mir große Freude bereiten, meine Fähigkeiten nun in Ihrem Garten einzubringen und weiterzuentwickeln. Gerne überzeuge ich Sie in einem persönlichen Gespräch davon, dass Sie mit mir eine engagierte und kompetente Chili gewinnen.
      Mit scharfen Grüßen
      Neon!

      • C. Araxe sagt:

        Wie sieht’s denn aus mit Ihren Spezifikationen?
        Wieviel SHU haben Sie?

      • Also der geschätzte Scoville-Wert liegt irgendwo zwischen Jalapeño und Thai Dragon bzw. bis einer weint.

        • C. Araxe sagt:

          Na das hört sich ja sehr mild an.
          (Beim indischen Imbiss wurde ich neulich gefragt, ob es scharf sein soll. Nachdem ich zustimmte, wurde genauer nachgefragt: „Deutsch scharf oder indisch scharf?” Die Bhut Jolokia kommt ja aus Indien … die indische Variante schon sehr scharf.)

        • Auf einem Londoner Projekt war ich mit dem Team mal bei einem „authentischen“ Inder essen und am Ende heulten und schnieften wir uns alle eine Stunde lang die Seele aus dem Leib, weil wir viel zu mutig an die Schärfe-Auswahl gegangen waren. Da half auch keine Milch mehr und am nächsten Morgen hatte man auch noch mal was davon.

          • C. Araxe sagt:

            Als erstes muss ich bei Chili-Schoten an das kleine Monster denken. Ein Besuch im Gewürzmuseum. Dort darf man alles probieren …

          • Herrje, was haben Sie sonst noch alles mit ihm angestellt??? Man muss sich wundern, dass es das kleine Monster in die Volljährigkeit geschafft hat, wenn auch mit schlimmen Magengeschwüren.

          • C. Araxe sagt:

            Sein erster Kino-Besuch war mit fünfeinhalb Jahren eine Doku über Max Ernst. Da war es damals aber sehr begeistert und anschließend haben wir eine Ausstellung mit Werken von Max Ernst besucht, die es auch spannend fand.
            Mit zunehmendem Alter hat es ja wie schon geschrieben seine eigenen Interessen entwickelt. Man konnte mit ihm also nur noch sehr selten etwas gemeinsam unternehmen, das nicht mit Nahverkehr zu tun hatte. Aber ab und zu dann schon. Kurz vor seiner Volljährigkeit hatte er da ein traumatisierendes Erlebnis bei einer gemeinsamen Unternehmung, wie ich erst vor kurzem bei einem längeren Gespräch feststellte. (Auslöser für dieses Gespräch war eben dieser Blogbeitrag.) Zum jetzigen Zeitpunkt mit etwas Abstand kam dabei jedenfalls heraus, dass der gemeinsame Kinobesuch von „Get Out” es ziemlich mitgenommen hatte. Als wir damals anschließend über den Film gesprochen haben, war das nicht so ersichtlich. Nun ja, wenn es so begeisterungsfähig für andere Themen außer Nahverkehr (und vielleicht nebenbei noch ein, zwei andere) wie in jungen Jahren geblieben wäre, dann wäre dies sicher nicht so erschreckend verlaufen. Das kleine Monster hat die Volljährigkeit indes schon lange erreicht – auch ohne schlimme Magengeschwüre. Aber es ist nun mal so wie es ist. Ich habe einen spießigen Nachwuchs und dieser eine, hm … etwas andere (oder frei wählbares Adjektiv) Mutter.

          • Also mir fallen zur Ausfüllung der frei wählbaren Adjektive für Sie sofort ein Dutzend Wörter ein, die mindestens genauso fragwürdig und unstimmig sind wie „spießig“. Das Eigenschaftspendel schwingt in Generationen oft von einem Ausschlag in die Gegenrichtung – nicht selten einfach eine Frage der notwendigen Abgrenzung und pubertären Persönlichkeitsbildung. Wenn ich so eine verrückte Mutter gehabt hätte wie das kleine Monster, wäre ich heute sicher auch Nahverkehr-Ninja, würde Briefmarken sammeln oder einen Kleingartenverein leiten. Eben eine zwingend notwendige Reaktion zur Erhaltung eines gesunden mentalen Zustands. Insofern ist es unzulässig und höchst falsch, den eigenen Nachkommen ironisch der Spießigkeit zu bezichtigen, weil es letztlich das von Ihnen geschaffene Anti-Geschöpf Ihrer verrückten Vorlieben, exzentrischen Einrichtung und (ich ergänze hier ganz bewusst) Ihres erschütternden Musikgeschmacks ist. Man kann nur glücklich und erstaunt darüber sein, dass sich das kleine Monster trotz des schrägen Mutterpäckchens so formidabel entwickelt hat. *g

          • C. Araxe sagt:

            Ich bin zugegebenermaßen schon ganz zufrieden mit der Entwicklung des kleinen Monsters. Und ein paar Interessen und Eigenschaften teilen wir uns schon. Vielleicht auch nicht unbedingt die beliebtesten – an erster Stelle wäre da unsere ausgeprägte Neigung zum Klugscheißen zu nennen.

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