Sonntag, 17. Dezember 2006


Zeitfressen

Zuerst den kleinen Wecker, der einen morgens immer unsanft mit einem scheppernden Klingeln aus den Träumen reißt. Mit einem Bouquet Garni und etwas Gemüse köchelt er nun leise vor sich hin. Der größere Radio/CD-Wecker wird mit Salz, Pfeffer, Knoblauch und etwas Paprika eingerieben, mit Öl eingepinselt und mit der zerhackten Küchenuhr gefüllt. Sodann kommt er in den schon vorgeheizten Ofen. Aus der pürierten Armbanduhr gedenke ich einen pikanten Aufstrich für Bruschetta zuzubereiten. Die restlichen Uhren werde ich einfach in einer Pfanne mit Tomaten und Mozarella schmoren lassen. Wenn alles gar ist und köstlich duftend auf dem Tisch steht, dann werde ich alles genüsslich verspeisen.

Soweit der Plan, wie ich den akuten Zeitmangel durch Einverleiben der Zeitmesser beseitige. Ich hatte nur leider keine Zeit, diesen Plan auch in die Tat umzusetzen.

- 2006.12.17, 17:58
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63 Responses to Zeitfressen

  1. schneck06 sagt:

    gut, daß das nicht geklappt hat: bei uhren flockt der mozarella aus.

  2. Zeitlos Wissen Sie, wo Sie gar keine Uhren mehr brauchen?

    In einem „Schwarzen Loch“. Da steht die Zeit wegen der unglaublich großen Masse absolut still. Leider hat man nicht wirklich etwas davon, da man, falls man es überlebt, überhaupt nichts davon merkt.

  3. pollon sagt:

    Sie können ja die „Zeit“ lesen, das frisst ne Menge Zeit. Andererseits – nicht unbedingt immer der beste Zeitvertreib.

    • C. Araxe sagt:

      Zeitfresser habe ich ja genug. Deswegen wollte ich diese ja fressen. Und „Die Zeit” hatte mich, d.h. das Gruselkabinett, auch mal ein bisschen gefressen. Also mir wäre ja eher daran gelegen, dass die Zeit (nicht unbedingt die Zeitung) abgeschafft wird oder alternativ ein endloser Vorrat zur Verfügung steht.

    • C. Araxe sagt:

      Ich muss lernen mich präziser auszudrücken …
      Bei letzterem Alternativvorschlag war „Die Zeit“ ganz und gar nicht gemeint. Nun habe ich hier auch noch einen Riesenstapel (Alt-)Papier stehen, der wahlweise gelesen oder entsorgt werden möchte. Kostet doch auch alles wieder Zeit. Aber eines muss ich schon anerkennend sagen. Den großen Stapel haben Sie ja fix hierher bekommen. Gut durchtrainiert. *g*

    • pollon sagt:

      Ich verstehe Sie schon die ganze Zeit richtig, keine Sorge. Ich dachte mir nur, da Sie doch solch einen Hunger auf Zeit oder „Zeit“ oder Zeitfresser haben, tue ich Ihnen was gutes. Schnelle Küche sozusagen 😉 Ganz ohne „Maggi fix“.

    • C. Araxe sagt:

      Das wird jetzt kompliziert. Wenn ich ganz viel Hunger auf Zeit habe, dann brauche ich auch ganz viel Zeit, um diesen Hunger zu stillen. Womit ich wieder keine Zeit hätte, also sich ein permanent neuer Bedarf einstellt. Hm, irgendwie habe ich das Gefühl, mich im Kreis zu drehen.

    • pollon sagt:

      …wie die Zeiger auf der Uhr. Sind sie etwa eine Uhr? Dann allerdings müssten Sie sich selbst fressen 😉

    • C. Araxe sagt:

      Ob ich eine Uhr bin, weiß ich nicht so genau. (Siehe auch hier.) Aber so oder so wäre das auch eine Lösung. Wenn ich mich selbst verschlingen würde, dann hätte ich bestimmt auch keine Zeitprobleme mehr. Nur – wie stelle ich das an?

  4. NibblesChris sagt:

    Mmmmh, Uhrengratin…
    *Homermodus aus*

  5. auch ohne uhren läuft die zeit weiter. daher wäre ein gutes zeitmanagement vielleicht hilfreich?

  6. honigsaum sagt:

    Vielleicht sollte man besser direkt in großem Stil vorgehen und die Weltzeituhr verkochen. Denn sonst gäbe es ja immer noch die Zeitansage und die Uhren der Auftrag- und Arbeitgeber.

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