Das verbliebene Fellmonster Morpheus hatte sich in letzter Zeit mit Mortimer (†) nicht mehr sehr gut verstanden. Keine Ahnung, woran das lag. Gemeinsames Kuscheln wurde zwar auch früher eher widerwillig geduldet, aber zuletzt wurde nur noch sofort losgefaucht und Morpheus war kaum noch zuhause. Wo er er sich herumtrieb kann ich ja sehen.
Nun, da es keine Konkurrenz mehr gab, wollte ich ihn wieder mehr im RL-Gruselkabinett heimisch werden lassen. Täglich holte ich ihn nach der Arbeit von seinem etwa 300 Meter entfernten Aufenthaltsort ab. Ich rief ihn und er ging mit mir bei Fuß nach Hause.
Lange blieb er allerdings nicht und ging spätestens, wenn ich eingeschlafen war, wieder hinaus und blieb dort bis ich ihn wieder abholte. Manchmal blieb er auch nur eine halbe Stunde. Ich probierte mit neuen Spielangeboten das Zuhause wieder interessanter zu machen, aber das Draußen war dann wohl doch spannender bzw. gewohnter.
Also machte ich die Katzenklappe zu und wollte ihn erst morgens wieder herauslassen, um ihn hier wieder mehr einzugewöhnen. Es dauerte keine Viertelstunde und er hatte die Katzenklappe entriegelt.
Für den nächsten Abend bastelte ich eine Holzabdeckung, die ich vor der Katzenklappe mit Panzertape befestigte und den Riegel darunter ebenfalls. Das hat der sofort gesehen und machte sich gleich daran. In fünf Minuten hatte er die Abdeckung ab und machte sich an den Riegel.
Ich spielte eine Runde mit ihm und danach gab es Leckerlies in der Küche. Die Zeit nutzte ich, um alles wieder zu befestigen und zusätzlich ein Tablett davor zu stellen und auch mit Tape zu befestigen, vor dem der Hocker stand, der immer für eine bessere Erreichbarkeit vor der Katzenklappe steht.
Es dauerte ca. eine Viertelstunde und das Tablett war weg … Ich beschwerte den Hocker mit einem schweren gusseisernen Topf (eben jenen). Zehn Minuten und der Topf lag unten … O.K., Freigang genehmigt.
Die nächsten Tage bestanden dann nur wieder aus gemeinsamen Spaziergängen nach Hause. Dabei stellte ich fest, dass er teilweise in fremden Häusern eingeschlossen war, was allerdings bestritten wurde. Ebenso, dass er dort gefüttert wird.
Ich sorgte für noch mehr Spiel und Spaß zu Hause und baute parallel die Terrasse ausbruchsicher aus. Katzennetze an den Seiten (war natürlich nicht sofort für den Ausbrecherkönig geeignet) und für den Frontbereich brachte ich erst einmal meinen selbstgebauten Wintergarten an. Den baue ich nun als Sommeredition mit Hasendraht nach, weil ansonsten die Terrasse eher einem subtropischen Gewächshaus gleicht. Bin auch fast fertig – von drei Teilen fehlt nur noch eines. Zwei Teile inklusive Tür sind fertig gebaut und passen exakt – das dritte Teil konnte ich noch nicht fertig stellen, weil die Latten vom Baumarkt dermaßen krumm sind. Zwar gerade – darauf habe ich geachtet –, aber in sich verdreht sind. Die Qualität ist inzwischen richtig mies. Schief, gesplittert und Astlöcher ohne Ende bei den meisten Latten. O.K. – das ist die preiswerteste Variante (ich muss nun doch sehr sparen, die Tierklinikkosten mit ca. 2000 € haben voll reingeschlagen), aber früher waren die besser.
Zuvor habe ich aber auch noch all die Lücken zwischen den Dachsparren der Terrasse fixen müssen (passgenaue Rahmen mit Hasengitter). Die Terrasse ist nun also ausbruchsicher, wenn auch noch nicht in der finalen Version.
Und Morpheus? Ich habe das alles gebaut, aber immer mit der Option, dass er auch wieder raus kann, wenn er gar nicht damit klar kommt und unbedingt raus will. Er hat sich jedoch erstaunlich schnell daran halbwegs gewöhnt. Inzwischen protestiert er nur kurz, wenn ich draußen im Garten bin und er mich dort sieht. Er hört darauf, wenn er Abstand nehmen soll, wenn ich die Haustür oder Terrassentür zum Garten nutze. Und er sucht wieder viel mehr Nähe, kommuniziert sehr oft mit mir und wirkt nach anfänglicher Unruhe sehr entspannt.
Eine neue Katze ziehe ich schon auch noch in Betracht. Deswegen wäre eine katzensichere Terrasse zudem wichtig. Aber zunächst möchte ich, dass Morpheus sich hier mit eingeschränkten Möglichkeiten (er war ja auch mal eine reine Wohnungkatze) richtig wohl fühlt. Wenn er wirklich damit klarkommt, nicht mehr uneingeschränkten Freigang zu haben, fände ich das auch besser. Es besteht ansonsten immer Sorge wegen dem Straßenverkehr (in seinem üblichen Radius zwar wenig) und auch zum Wohl der Vögel wäre es besser – er ist ein guter Jäger, wenn auch Mäuse eher favorisiert werden.
Ich hoffe, dass er sich weiterhin gut daran gewöhnt, sich nicht mehr uneingeschränkt herumtreiben zu können und tue mein Bestes, ihm diese Lebensweise so angenehm wie möglich zu gestalten.

Die Schotten sind auch in Hochlage dicht.

Die Aussicht hinter Gittern.
2026.08.11, 19:59 -
C. Araxe
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