2021.03.05, 20:06 -
C. Araxe
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Freitag, 5. März 2021
Geschützt: Die lieben Kollegen, Teil 90
Freitag, 26. Februar 2021
Die Sehnsucht in voller Gänze
Neben solchen kleinen, profanen Sehnsüchten wie der nach einem Baumarktbesuch gibt es auch noch die eine, die ganz große Sehnsucht. Nicht wirklich beschreibbar, aber jene, die sie in sich tragen, werden wissen, was ich meine. Vielleicht am ehesten vergleichbar mit der Sehnsucht nach dem Meer oder dem Meer an sich. Die, die eine Weite, Freiheit, Glück und Ruhe verspricht, aber beim Blick auf den Horizont zugleich eine Unruhe hervorruft, weil man weiß, dass es da noch endlos weiter geht. Dass das Wasser wie die Sehnsucht keine Grenzen hat. Man weiß, dass man diese Sehnsucht nie erfüllen kann, aber man wird nie aufhören, sich nach diesem Unbenennbaren zu sehnen.
Hätten die Nüchternen
Einmal gekostet,
Alles verließen sie,
Und setzten sich zu uns
An den Tisch der Sehnsucht,
Der nie leer wird.
Novalis
2021.02.26, 20:10 -
C. Araxe
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Das Leben in Zeiten von Corona, Teil 15
Oder grenzüberschreitende Ersatzhandlung
Bisher bin ich mit dem zweiten Lockdown ganz gut zurecht gekommen. Meine Höhlenkompetenz scheint ganz gut ausgeprägt zu sein. Der erste Lockdown war aber doch viel besser zu ertragen, weil nicht nur die Lebensmittelläden (vor allem die Italienischen!) geöffnet waren, sondern auch die Baumärkte. Wenn man umzieht, ist das schon sehr existenziell. Erst recht, wenn dieser von einer Wohnung in ein Haus mit Garten erfolgt. Nun gibt es natürlich immer noch sehr viel zu tun, aber vieles aus dem Baumarkt Benötigte ist nicht abholbar bzw. online bestellbar oder es lohnt sich keine Online-Bestellung. Nur drei S-Bahn-Stationen weiter eröffnen sich ganz andere Möglichkeiten – zumindest was Gartencenter betrifft. Vielleicht werde ich mich morgen dahin begeben. Ohne Auto sicher nicht so sinnvoll, da dieses Gartencenter nicht direkt an der S-Bahn-Station liegt, aber es gibt eine schöne Wanderroute durch ein Naturschutzgebiet und zurück könnte man mit einem Bus zur nächsten S-Bahn-Station fahren. Aber ich will ja eigentlich erst einmal nur gucken, mich an dem Angebot ergötzen, das nicht aus Supermarkt- oder Drogeriewaren besteht. Wenn es dort aus meiner Sicht zu voll ist, dann werde ich jedoch darauf verzichten. Aber ich werde dann immerhin eine schöne Wanderung gemacht haben.
2021.02.26, 19:36 -
C. Araxe
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Sonntag, 21. Februar 2021
Saphirjubiläum
Vor genau 16 Jahren traf ich ihn zum ersten Mal. Damals war er ungefähr ein Jahr alt und illegal aus Griechenland eingeschleust worden. Dass es ein Bund fürs Leben wird, war sofort klar. Der ganz Wilde war er nie, sondern immer schon ruhiger, aber um so verkuschelter. Das ist er immer noch und findet Homeoffice ganz toll. Inzwischen ist er ein alter Herr und 100 % taub, womit er mittlerweile sehr gut klar kommt. Ich manchmal weniger, wenn er sehr laut seinen Kuschelbedarf oder Essensgelüste anmeldet. Nun ja, er hört ja nicht wie laut er ist. Die Kollegen bei Online-Meetings aber schon. Sein Miauen war bis nach China oder Indonesien vernehmbar. Ich hoffe sehr, dass wir noch ein paar glückliche Jahre gemeinsam verbringen können. Sehr kuschelig und von mir aus auch sehr lautstark.
2021.02.21, 19:28 -
C. Araxe
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Und plötzlich Frühling
Am Montag noch ein fettes Schneegestöber und nun rennt man am Wochenende mit T-Shirt herum. Es wirkte nur befremdlich, dass zumindest gestern noch da und dort ein paar Schneehaufen lagen und alles noch so kahl und ungrün ist. Bei den vorherigen zweistelligen Minusgraden war ich sehr selten draußen und jetzt reicht ein Wochenende gar nicht aus, um all das zu machen, was man gern draußen machen möchte. Oder vielleicht auch weniger gern machen müsste. Schon erstaunlich, wie viel Zeit man in einem kleinen Vorgarten verbringen kann – da schafft man es gar nicht auch noch im richtigen Garten alles zu erledigen, obwohl es sich dabei nur um erste Aktivitäten handelt. Dafür einen Tag einzuplanen ist dann wohl doch etwas zu knapp bemessen gewesen, aber gestern musste ich erst einmal den ganzen Tag draußen in der Natur herumlaufen. Das Grün fehlte zwar, dafür war die Sonne um so wärmer und die Vögel um so lauter. Von mir aus kann das vom Wetter her gern so weiter gehen, auch wenn der Februar noch nicht einmal um ist. Ich habe sogar Lust zum Fensterputzen.
2021.02.21, 18:52 -
C. Araxe
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Samstag, 13. Februar 2021
Was suchen Sie denn hier?
Ich bin ja immer wieder sehr erstaunt, welche Suchanfragen ins VL-Gruselkabinett führen. Nun gibt es eine vermehrte Suchanfrage für „Chnüüschlotteri”. Warum? Wieso? Weshalb? Ich kann jedenfalls nix finden (News, Hashtags etc.), was das aktuelle Interesse an diesem Begriff evoziert (Neonalarm).
Für alle, die nicht wissen, was dieses Wort im Schweizerdialekt bedeutet: das Zittern von Knien, vornehmlich für ungeübte Wanderer, wenn es bergab geht oder auch im übertragenen Sinne für Angsthasen (denen auch die Knie schlottern).
2021.02.13, 21:21 -
C. Araxe
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Das Leben in Zeiten von Corona, Teil 14
Montag
Der Film am im Programmkino war sehr beeindruckend – die äußerst kreative visuelle Umsetzung kam auf großer Leinwand so richtig gut zur Geltung. Da waren wir uns alle einig. Die anschließenden Gespräche an der Bar im Foyer waren auch sehr interessant.
Dienstag
Gestern war es doch etwas länger geworden, aber der innere Schweinehund wurde besiegt und die obligatorischen 1000 Meter in der Schwimmhalle doch noch halbwegs mühelos bewältigt.
Mittwoch
Nach dem Schwimmen fühlte ich mich doch wieder fitter und sagte spontan zu einem Konzertabend mit einer mir unbekannten, aber vielversprechenden Band zu. Hat sich aber voll gelohnt. Sehr laut und schweißgebadet, war dies ein sehr intensives Erlebnis und ich habe wieder eine neue Lieblingsband.
Donnerstag
Nach dem Konzert war ich doch etwas faul, was Aktivitäten in der heimischen Küche betraf. Um so besser passte es, dass ich zum Essen beim Lieblingsitaliener verabredet war. Der Pizzabäcker am Ofen im Gastraum schmetterte auch wieder seine Arien. Total lecker war es natürlich auch.
Freitag
Die Arbeitswoche ist um, das Wochenende steht vor der Tür, also mal wieder in die Stammkneipe(n) gehen. Gemütlich anfangend gleich um die Ecke mit Wohnzimmeratmosphäre. Man kennt sich und schnackt mit dem einen oder anderen. Dann will man doch noch etwas mehr Action und zieht in die nächste Kneipe, wo man sich auch kennt, es aber immer etwas wilder zugeht.
Samstag
Nach dem Ausschlafen schafft man es noch zum Baumarkt. Die gekauften Materialien müssen aber noch auf ihre Verarbeitung warten, weil noch der Besuch einer Vernissage ansteht. Wie immer ist es da leider sehr voll, so dass man nur mühsam etwas von der Kunst sieht, aber dafür um so leichter ins Gespräch darüber als auch allgemein kommt.
Sonntag
Viel bleibt von dem Tag nicht mehr übrig, aber es reicht, um den baldigen Urlaub zu planen. Unendliche Reiseziele locken und die Entscheidung fällt schwer. Vielleicht schaffe ich es auch noch die aktuelle Ausstellung eines Museums zu besuchen, die mich interessiert – aber das kann ich ja auch noch am nächsten Wochenende machen.
So in etwa hätte eine Woche bei mir vor Corona aussehen können. Zwar meist nicht ganz so vollgepackt, mitunter aber schon. (O.K. – der Freitag bezieht sich mehr auf meinen alten Wohnsitz, aber die Konstellationen sind am neuen Wohnsitz ähnlich. Nach einmaligen Austesten hatte ich zumindest fast den gleichen Eindruck. Nur dass ich niemanden kannte, was aber nicht weiter hinderlich war, um sofort ins Gespräch zu kommen und sich gleich heimisch zu fühlen.)
All das und noch viel mehr vermisse ich zusehends. Klar ist das nicht lebensnotwendig und es gibt viel mehr wirklich existentielle Probleme, die coronabedingt sind. Dennoch fehlt so viel. Und es stellt sich die Frage, ob alles jemals so sein kann wie zuvor.
2021.02.13, 20:43 -
C. Araxe
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Mittwoch, 10. Februar 2021
Flockdown
Wenn ich derzeit morgens noch dick im Bett eingemummelt den Wetterbericht höre, dann möchte ich diesen Ort am liebsten gar nicht verlassen. Aber immerhin muss ich das Haus nicht unbedingt verlassen. Ohne Corona müsste ich täglich raus in die arktische Kälte. Wie immer hat alles auch seine guten Seiten.
2021.02.10, 15:19 -
C. Araxe
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Mittwoch, 3. Februar 2021
Die lieben Kollegen, Teil 89
Vor ein paar Jahren habe ich mal ein Kochbuch für unsere Seniorenwohnanlage gestaltet. Enthalten waren Rezepte von Bewohnern und Mitarbeitern. Von mir war auch eines dabei: Arròs negre. Die Idee für das Kochbuch stammte von mir und eigentlich hatte ich mir bei diesem Projekt eine Sammlung von regionalen Rezepten vorgestellt, die inzwischen schon oftmals in Vergessenheit geraten sind, aber es wurde dann doch mangels an entsprechender Beteiligung ein wildes Sammelsurium.
Um den Aufwand und die Kosten relativ gering zu halten, wurde alles selbst gemacht. Der Chefkoch des hauseigenen Restaurants hat also alles selbst gekocht und auch selbst fotografiert. Ich habe noch nie sooo viel mit Photoshop gemacht … Einen Monat war ich fast nur damit beschäftigt, aus dem Fotografierten etwas ansehnlich Aussehendes zu zaubern. Die teilweise sehr rudimentären Rezeptangaben kamen als Herausforderung noch hinzu. Das Ergebnis war dann aber doch sehr gut gelungen und bereitete als Weihnachtsgeschenk viel Freude.
Es war mal angedacht, jedes Jahr so etwas zu machen oder auf jeden Fall weitere Kochbücher folgen zu lassen. Nach dem doch sehr großen Aufwand war dies aber erst einmal kein Thema mehr. Und unmittelbar nach dieser Aktion war ich auch sehr froh darüber.
Nun sind wie geschrieben einige Jahre vergangen und jetzt kam der Wunsch nach einem neuen Kochbuch auf. Diesmal soll es ausschließlich Rezepte von Mitarbeitern geben und zwar gezielt sehr international, denn in der Pflege arbeiten sehr viele, deren Heimatländer auf der ganzen Welt verteilt sind. (In der Bewohnerzeitschrift haben wir inzwischen auch eine feste Rubrik, wo einzelne Mitarbeiter mit ihren Herkunftsländern vorgestellt werden.)
Schöne Idee, aber wie soll man das umsetzten? Wenn man davon ausgeht, dass alles wieder selbst gemacht werden soll. Der Chefkoch kommt hierfür jedenfalls nicht in Frage. Dass die jeweiligen Mitarbeiter selbst ansatzweise brauchbare Fotos machen, ist auch eher unwahrscheinlich. Unabhängig von Corona ist es sicher auch keine Lösung, wenn man diese hierfür zuhause aufsucht. Tja, da bleibt aus meiner Sicht nur eines: ich mache das alles komplett. Also kochen und fotografieren. Das traue ich mir durchaus zu – egal wie exotisch das wird. Und ich hätte dazu auch sehr große Lust.
Also mit meiner Chefin darüber gesprochen, wie ich mir eine Umsetzung vorstelle. Klar, dass das alles als Arbeitszeit gilt. Bei ihren Bedenken, dass das dann auch gegessen werden sollte (auch vom kleinen Monster!) – „weil hierfür ja keine Lebensmittel verschwendet werden sollten”, konnte ich sie beruhigen. Ich bin ja im Gegenteil ganz gespannt darauf, wie das dann schmeckt. Sie ging dann sogar soweit, dass sie überlegte, dass zumindest ein Teil der Lebensmittel bezahlt wird. Aber hey – ich würde das schon genial finden, wenn ich in der Arbeitszeit interessante Rezepte ausprobieren könnte und dann auch gleich eine leckere Mahlzeit hätte.
Ich bin jetzt jedenfalls sehr gespannt, ob mein Vorschlag von den Auftraggebern angenommen wird und ich zukünftig ab und zu statt Maus zum Kochlöffel greife.
2021.02.03, 20:33 -
C. Araxe
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Mittwoch, 27. Januar 2021
Zum heutigen Tage
Haben die Flachdenker heute eigentlich bundesweit Gedenkfeiern gemacht? Ich habe jedenfalls nichts mitbekommen. Dabei wurde doch heute an ihnen ebenbürtigen Leidensgenossen gedacht. Und sicher gibt es auch schon solche Theorien, die die Existenz von Gaskammern, Massenerschießungen und mehr leugnen, aber nicht den Holocaust an sich. Weil der systematische Mord an den Juden nämlich durch MNS erfolgte.
2021.01.27, 20:24 -
C. Araxe
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